Lagebericht & Ergänzungen | Grundlagen des Konzerns

1.3 Ziele und Leistungskennzahlen

Um unsere Strategie konsequent umzusetzen, haben wir uns ambitionierte ökonomische, soziale und ökologische Ziele gesetzt, die wir anhand ausgewählter Leistungsindikatoren messen.

Bayer-Geschäftsziele[Grafik 3.1.2]


Profitables Wachstum

Steigerung des Konzernumsatzes (wpb.) im Jahr 2014 um ca. 5 %,

ca. 41–42 Mrd € (erwartete negative Währungseffekte von ca. 2 %)

Steigerung des EBITDA vor Sondereinflüssen im Jahr 2014 im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich (erwartete negative Währungseffekte von ca. 5 %, ca. minus 450 Mio €)

Zuwachs des bereinigten Ergebnisses je Aktie im Jahr 2014 im mittleren einstelligen Prozentbereich

(erwartete negative Währungseffekte von ca. 6 %)


Innovation

Konzern: Erhöhung der F&E-Investitionen auf rund 3,5 Mrd € im Jahr 2014

HealthCare: Überführung von mehr als 10 neuen Wirkstoffen in die Entwicklung im Jahr 2014

CropScience: Start von Feldstudien zum Nachweis der technischen Machbarkeit bei mindestens 6 neuen Wirkstoffen oder Pflanzeneigenschaften im Jahr 2014

MaterialScience: Verbesserung der Technologie von Produktionsprozessen zur Erhöhung der Energieeffizienz


Nachhaltigkeit

Lieferantenmanagement

Bis zum Jahr 2017 Bewertung aller strategisch bedeutenden und bis zum Jahr 2020 aller potenziell risiko­behafteten Lieferanten mit signifikantem Bayer-Einkaufsvolumen sowie Entwicklung und Einführung eines neuen Nachhaltigkeitsstandards für unsere Zulieferer bis zum Jahr 2020.

Ressourceneffizienz

Verbesserung der konzernweiten Energieeffizienz um 10 % und Reduktion der konzernweiten spezifischen Treibhausgasemissionen um 20 % bis zum Jahr 2020 (auf Basis des Jahres 2012) sowie Aufbau eines Wassermanagementsystems an allen Standorten mit Wasserknappheit bis zum Jahr 2017.

Sicherheit

Verringerung der Arbeitsunfälle um 35 % und Reduktion der Transportereignisse sowie der Ereignisse im Bereich der Verfahrens- und Anlagensicherheit um jeweils 30 % bis zum Jahr 2020 (auf Basis des Jahres 2012).

Produktverantwortung

Bis zum Jahr 2020 Abschluss der Bewertung des Gefahrenpotenzials aller Substanzen, die in Mengen von mehr als einer Tonne pro Jahr verwendet werden.

Compliance

Bis zum Jahr 2015 Durchführung vorsorglicher Risikobeurteilungen in allen drei Teilkonzernen und ab dem Jahr 2015 jährliches Compliance-Training für alle Bayer-Manager.


Mitarbeiter

Kontinuierliche Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit sowie bis zum Jahr 2015 Erhöhung des Anteils weiblicher Führungskräfte auf 30 % und des Anteils von Führungskräften, die von außerhalb der EU, der USA oder Kanadas kommen, auf 25 %.

Die neuen nicht-finanziellen Ziele, die wir in der Online-Ergänzung mit Definitionen und KPIs ausführlich darstellen, ersetzen das bisherige Zieleprogramm 2015. Weitere finanzielle Ziele sind im Prognosebericht aufgeführt (siehe Kapitel 20.2 „Prognose der steuerungsrelevanten Kennzahlen“).

eingeschränkt geprüft

Online-Ergänzung: 3-1.3-1

Neue nicht-finanzielle Ziele

Mit dem ersten Integrierten Geschäftsbericht haben wir ein neues nicht-finanzielles Zieleprogramm verabschiedet, das aus der Konzernstrategie abgeleitet ist. Wir zeigen damit auf, welche Herausforderungen wir in unserem Kerngeschäft im Kontext der nachhaltigen Entwicklung sehen und welche kontinuierlichen Verbesserungen wir konzernweit anstreben. Dies geschieht anhand klar definierter Ziele und Indikatoren entlang der Wertschöpfungskette. Sie dienen der Überprüfung unserer Fortschritte in den Bereichen Innovation, Lieferantenmanagement, Ressourceneffizienz, Sicherheit, Produktverantwortung, Compliance und Mitarbeiter.

Die Ziele bauen in großen Teilen auf dem alten „Zieleprogramm 2015“ auf. Darüber hinaus haben wir auf der Basis von Stakeholder-Erwartungen und Benchmarks eigene Wesentlichkeits-Bewertungen vorgenommen. Tabelle 3.1.0-1 zeigt alle neuen Zieldimensionen und -definitionen im Detail.

Bisheriges Zieleprogramm 2015

Im Jahr 2010 hatte sich der Bayer-Konzern mit dem „Zieleprogramm 2015“ anspruchsvolle nicht-finanzielle Ziele gesetzt. Über den jährlichen Stand des Erreichungsgrads haben wir jeweils im Rahmen unserer Nachhaltigkeitskommunikation berichtet.

Ende 2013 haben wir die Ziele in den Kategorien Produktverantwortung sowie Verfahrens- und Anlagensicherheit vollständig erreicht. Für beide Bereiche haben wir neue Ziele definiert. Unser bisheriges Forschungs- und Entwicklungsziel wird mit einem absoluten Zielwert weitergeführt. In den Kate­gorien Compliance, Lieferantenmanagement, Diversity sowie Sicherheit und Klimaschutz konnten wir in den vergangenen Jahren überwiegend gute Fortschritte vermelden. Die Zieldefinitionen dieser Kategorien werden mit teilweise modifiziertem Fokus im neuen Zieleprogramm fortgeführt. Unsere Emissionsreduktions­ziele für die flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) und die ozonabbauenden Substanzen (ODS) hingegen werden trotz guter Ergebnisse nicht mehr Bestandteil des neuen Programms sein, da wir aus Gründen der Wesentlichkeit zukünftig Schwerpunkte auf die Bereiche Wasser und Energie setzen. Dies gilt auch für die Kategorie Abfall. Über die Kennzahlen zu Abfall, ODS und VOC werden wir auch zukünftig berichten. Auch die Ausgaben und Projekte für den Bereich „Gesellschaftliches Engagement“ sind weiterhin Bestandteil unserer Berichterstattung.

In Tabelle 3.1.0-2 geben wir einen detaillierten Überblick über das abgeschlossene Zieleprogramm 2015.

Neues nicht-finanzielles Zieleprogramm [Tabelle 3.1.0-1]
Zieldefinition Zielwert Zieljahr Zielerklärungen
Innovation
Konzern
Erhöhung der
F & E-Investitionen
3,5 Mrd € 2014 Zu den F & E-Investitionen zählen der Aufwand für Forschung und Entwicklung in den Bereichen HealthCare, CropScience und MaterialScience sowie bei Bayer Technology Services.
HealthCare
Überführung von mehr als zehn neuen Wirkstoffen in die Entwicklung
>10 neue Wirkstoffe 2014 Als neuer Wirkstoff gilt eine chemische oder biologische Substanz, die sich bislang bei Bayer nicht für eine spezielle Indikation in der Entwicklung befindet.

CropScience

Start von Feldstudien zum Nachweis der technischen Machbarkeit bei mindestens sechs neuen Wirkstoffen oder Pflanzeneigenschaften

≥6 Wirkstoffe oder Pflanzen­eigenschaften 2014 Als neuer Wirkstoff gilt eine chemische oder biologische Substanz, die sich bislang bei Bayer nicht für eine spezielle Indikation in der Entwicklung befindet. Eine neue Pflanzeneigenschaft ist ein spezifisches Merkmal, das bislang bei Bayer noch nicht für diese Kulturpflanzen vorhanden ist oder angeboten wird.
MaterialScience
Verbesserung der Technologie von Produktionsprozessen zur Erhöhung der Energieeffizienz
    Dieses Innovationsziel unterstützt die Erreichung der Ressourceneffizienzziele.
Lieferantenmanagement
Erhöhung des Anteils bewer­teter strategisch bedeutender Lieferanten 100 %
Referenzjahr: 2013*
2017 Strategisch bedeutende Lieferanten sind für Bayer solche mit großem Einfluss auf das Geschäft in Bezug auf Einkaufsvolumen, Umsatz und Langfristigkeit in der Zusammenarbeit (3–5 Jahre). Bewertet werden Nachhaltigkeitsleistungen durch Assessments und Audits.
Erhöhung des Anteils bewerteter potenziell risikobehafteter Lieferanten mit signifikantem Bayer-Einkaufsvolumen 100 % Referenzjahr: 2013* 2020 Grundlage der Risikodefinition ist ein länder- und materialbasierter Ansatz. Signifikantes Einkaufs­volumen definieren wir als >1 Mio € p. a.
Entwicklung und Einführung eines neuen Nachhaltigkeitsstandards für unsere Zulieferer   2020 Der Nachhaltigkeitsstandard für unsere Lieferanten soll gemeinsam mit relevanten Industrie-Initiativen vorangetrieben werden. Derzeit arbeiten wir mit der „Together for Sustainability”-Initiative sowie der „Pharmaceutical Supply Chain Inititiative” zusammen. Ziel ist, u. a. Nachhaltigkeitsbewertungen von Lieferanten in der gleichen Industrie zu standardisieren und auszutauschen.
Ressourceneffizienz
Verbesserung der konzern­weiten Energieeffizienz +10 % Referenzjahr: 2012 Referenzwert: 3,50 MWh/t 2020 Energieeffizienz ist der Quotient aus Energieeinsatz in MWh pro t produzierter Verkaufsmenge.
Reduktion konzernweiter ­spezifischer Treibhausgas­Emissionen -20 % Referenzjahr: 2012
Referenzwert: 0,98 t CO2/t
2020 Spezifische Treibhausgas-Emissionen: gemessen in CO2-Äquivalenten pro t produzierter Verkaufsmenge
Einführung eines Wasser-
managementsystems an allen Standorten mit Wasserknappheit
100 % 2017 Wir definieren Wassermanagement als Teil eines Umweltmanagements, wie es u. a. in der ISO 14001 hinterlegt ist. Zur Definition wasserarmer Regionen und Differenzierung der Aktivitätslevel und lokaler Ziele verwenden wir das WBCSD Global Water Tool™.
Sicherheit
Verringerung der Arbeits­­unfallquote der Bayer-­Belegschaft -35 % Referenzjahr: 2012 Referenzwert:
RIR von 0,49
2020 Grundlage ist die Anzahl der Unfälle mit und ohne Ausfalltage pro 200.000 Arbeitsstunden, erfasst in RIR (Recordable Incident Rate). Bis Ende 2015 berichten wir auch weiter die Zielerreichung unseres LTRIR (Lost Time Recordable Incident Rate)-Ziels, das nur Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen pro 200.000 Arbeitsstunden erfasst. Zielgröße 2015 ist ein LTRIR von 0,21.
Reduktion von Transport­ereignissen -30 % Referenzjahr: 2012 Referenzwert: 6 2020 Transportereignisse umfassen sowohl eigene als auch von uns beauftragte und bezahlte Chemikalientransporte.
Verringerung von Ereignissen im Bereich der Verfahrens- und Anlagensicherheit -30 % Referenzjahr: 2012 Referenzwert: 0,38 2020 Messgröße ist die Anzahl der Ereignisse, bei denen Chemikalien aus ihrer ersten Umhüllung wie z. B. Rohrleitungen, Pumpen, Tanks oder Fässer austreten, bezeichnet als LoPC (Loss of Primary Containment). Mittels der dazugehörigen Quote (LoPC-Incident-Rate) ermitteln wir die Zahl der LoPC-Ereignisse bezogen auf 200.000 Arbeitsstunden in den für Anlagensicherheit relevanten Bereichen.
Produktverantwortung
Abschluss der Bewertung des Gefahrenpotenzials für alle Substanzen, die ab einer ­Menge von einer Tonne pro Jahr verwendet werden >99 % Referenzjahr: 2013* 2020 Dieser weltweit einheitliche Bayer-Standard deckt auch die Bewertung solcher Substanzen ab, die nicht unter die REACH-Verordnung (No 1907/2006) fallen.
Sofern keine entsprechenden Datensätze im Rahmen von REACH generiert werden, sollen Stoffinformation und Auskunftsfähigkeit zu wesentlichen Stoffeigenschaften ermittelt werden, um einen verantwortlichen Umgang mit den Stoffen sicherzustellen und zu dokumentieren (u. a. stoffliche Beschaffenheit, Reinheit, vorgesehene Verwendung, toxikologische Daten).
Compliance
Durchführung vorsorglicher Risikobeurteilungen in allen drei Teilkonzernen 100 % 2015 Risikobeurteilungen basieren auf der „Integrated ­Compliance Management“-Methodik, die von Ernst & Young entwickelt wurde.
Ab 2015 Compliance-Training aller Bayer-Manager (ab Vertragsstufe „Leitender Mitarbeiter“) >99 % jährlich Manager werden je nach Risikobereich an ­spezifischen Trainings teilnehmen.
Mitarbeiter
Kontinuierliche Erhöhung der Mitarbeiter­zufriedenheit (ermittelt durch eine Mitar­beiterumfrage) Aktuelles Referenzjahr: 2012
Aktueller Referenzwert: 85 %
Messung: alle zwei Jahre Mitarbeiterzufriedenheit (engl. engagement) ­messen wir gemäß der Towers-Watson-Engagement-Methodik. Engagement betrachtet, wie stark sich ein Mitarbeiter mit seinem Unternehmen identifiziert bzw. verbunden fühlt, z. B. durch die Unterstützung von Unternehmenswerten und -zielen.
Erhöhung des Anteils weib­licher Führungskräfte 30 % Referenzjahr: 2010 Referenzwert: 21 % 2015 Als Führungskräfte gelten leitende Angestellte.
Erhöhung des Anteils der Führungskräfte, die nicht aus der EU, den USA oder Kanada kommen 25 % Referenzjahr: 2013* 2015 Als Führungskräfte gelten leitende Angestellte.
* Referenzwert wird 2014 angegeben. Ermittlung der Werte für 2013 noch nicht abgeschlossen.

Ziele 2015: Zielentwicklung seit Beginn des Programms und Abschlussdokumentation
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Letzte Änderung: 28. Februar 2014  Copyright © Bayer AG
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