Lagebericht & Ergänzungen | Grundlagen des Konzerns

12.3 Wassernutzung und Emissionen in das Wasser

Die kontinuierliche Verfügbarkeit von sauberem Wasser in ausreichenden Mengen ist eine Voraussetzung für unsere Produktionsstandorte und ihr Umfeld. Dies ist jedoch in vielen Erdteilen nicht mehr ohne Weiteres gegeben. Wir tragen Sorge für unsere Wasserversorgung, ohne dass die industrielle Wassernutzung zu lokalen Problemen wie z. B. Wasserknappheit für die dortige Bevölkerung führt.

Bayer unterstützt das „CEO Water Mandate“ des UN Global Compact, um in Zusammenarbeit mit wesentlichen Stakeholdern nachhaltige Strategien im Umgang mit Wasser zu entwickeln. Über unseren Umgang mit Wasser und den damit verbundenen Risiken berichten wir im „CDP Water Disclosure“.

eingeschränkt geprüft

Online-Ergänzung: 3-12.3-1

Derzeit beteiligen wir uns aktiv an der Arbeitsgruppe des „CEO Water Mandate“, in der „Corporate Water Disclosure Guidelines“ entwickelt werden. Zu unserem Engagement, den umgesetzten Maßnahmen und erreichten Ergebnissen im Konzern nehmen wir ausführlich in unserer jährlich veröffentlichten Antwort zum „CDP Water Disclosure“ Stellung, die einer Fortschrittsmitteilung für das „CEO Water Mandate“ entspricht. Mit dieser vom „Carbon Disclosure Project“ (CDP) initiierten Abfrage fordern 530 institutionelle Investoren 629 der weltweit größten Unternehmen auf, ihr Wassermanagement, den unternehmensbezogenen „Water-Footprint“ sowie ihre Chancen und Risiken im Umgang mit Wasser offenzulegen.

Auf Basis der Wasser-Position unseres Unternehmens haben wir ein Programm zur gezielten und fortlaufenden Verbesserung unserer wasserbezogenen Betriebsabläufe etabliert. Dabei geht es sowohl um den Schutz von Ressourcen als auch um deren effiziente Nutzung. Im Rahmen des „Water Disclosure Project” haben wir ein Screening aller unserer umweltrelevanten Standorte in Bezug auf Wasserknappheit durchgeführt. Standorte, die wegen ihrer Lage in wasserarmen Regionen besonderen Risiken hinsichtlich Wasserverfügbarkeit und -qualität ausgesetzt sind, werden bis 2017 ein Wassermanagement mit regionalen Zielen und Maßnahmen etablieren (siehe auch Kapitel 1.3 „Ziele und Leistungskennzahlen“). Dies erfolgt auf Grundlage der Umweltaspektbetrachtung unserer bestehenden Bayer-Umweltmanagementsysteme. Bisherige lokale Reduktionsziele wie in Spanien, Neuseeland und Australien finden darin Berücksichtigung.

Ihren jeweiligen Herausforderungen im Umgang mit Wasser begegnen unsere drei Teilkonzerne mit spezifischen Systemen und Standards.

eingeschränkt geprüft

Online-Ergänzung: 3-12.3-2

HealthCare verpflichtet sich in einer „Water Protection Directive“ zu verantwortlicher Wassernutzung. So befinden sich etwa am Standort Bergkamen, Deutschland, neue Anlagen zum Auffangen, Behandeln und Nutzen von Regenwasser im Bau. HealthCare sieht sich in der Verantwortung, seine Strategie zum Umgang mit Arzneimittelrückständen in der Umwelt kontinuierlich weiterzuentwickeln.

CropScience ist Mitglied der „Water Programme Leadership Group“ des „World Business Council for Sustainable Development“. Ende 2012 startete ein Pilotprojekt am Standort Quart de Poblet, Spanien, das im Rahmen des „European Water Stewardship Programme“ die nachhaltige Nutzung von Wasser bewerten wird und Verbesserungspotenziale ermitteln soll.

MaterialScience regelt den ressourcenschonenden Einsatz von Wasser in seiner HSEQ-Policy. Hierin bekennt sich das Unternehmen zu einem gewissenhaften Umgang mit Ressourcen und sieht es als seine Verantwortung an, seinen Beitrag zu Umweltschutz und Energieeffizienz ständig zu verbessern.

Wassereinsatz und -verwendung

Der Wassereinsatz im Konzern ging 2013 um rund 23 Mio m3 bzw. rund 6 % zurück. Die stärksten Rückgänge waren im Chempark Leverkusen (Deutschland) und am MaterialScience-Standort Antwerpen (Belgien) zu verzeichnen. Durch die stufenweise Schließung von Produktionsbetrieben am CropScience-Standort Institute (USA) ging dort der Wasserverbrauch um nahezu 24 Mio m3 zurück, was mehr als 6 % der gesamten Konzernwassermenge entspricht. Die Bezugsquellen des Wassers entsprachen im Wesentlichen denen des Vorjahres.

Nettoaufnahme von Wasser nach Bezugsquelle[Tabelle 3.12.5]
20092010201120122013
Wassereinsatz (in Mio m³ pro Jahr)407474411384361
Davon aus Oberflächengewässern (in %)5871656463
Davon aus Bohrungen/Quellen (in %)3225313233
Davon aus öffentlicher Trinkwasserversorgung (in %)13223
Davon aus anderen Quellen, i. d. R. Regenwasser (in %)*91222
* Durch eine Optimierung der Wasserbilanzierung konnte der Wasserverbrauch aus anderen Quellen ab dem Jahr 2010 weitestgehend den tatsächlichen Bezugsquellen zugeordnet werden.

Die Gesamtmenge an Durchlaufkühlwasser betrug 2013 rund 253 Mio m3 und reduzierte sich damit gegenüber dem Vorjahr um rund 12 %, dies entspricht weltweit 36 Mio m3. 70 % des gesamten von Bayer eingesetzten Wassers ist Durchlaufkühlwasser, das ausschließlich erwärmt wird und nicht mit Produkten in Kontakt kommt. Eine Rückführung in den Wasserkreislauf ist im Rahmen der behördlichen Genehmigungsvorgaben ohne weitere Behandlung möglich. Der Rückgang des Durchlaufkühlwassers ist im Wesentlichen auf die Teilschließung des CropScience-Standorts Institute, USA, zurückzuführen sowie auf das verringerte Produktionsvolumen am MaterialScience-Standort Antwerpen, Belgien.

In unserer Produktion sind wir bestrebt, Wasser mehrfach zu nutzen und wieder aufzubereiten. Bereits an 36 Standorten wird Wasser rezykliert und wiederverwendet, z. B. in geschlossenen Kühlwasserkreisläufen, durch die Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser oder die Rückführung von Dampfkondensaten als Prozesswasser. Im Berichtsjahr konnten insgesamt rund 11 Mio m3 Wasser wiederverwendet werden.

eingeschränkt geprüft

Online-Ergänzung: 3-12.3-3

Das Diagramm zeigt die Verteilung der Wasserverwendungsarten im Bayer-Konzern.

Abwasser und Abwassereinleitungen

Die Gesamtmenge der Prozessabwässer sank um rund 3,6 %. Alle Abwässer unterliegen einer strengen Überwachung und Bewertung, bevor sie in die Entsorgungswege geleitet werden. Der Anteil der Prozessabwässer, die in einer Abwasserbehandlungsanlage von Bayer oder Dritten gereinigt werden, beträgt weltweit 81 %. Die restlichen 19 % wurden nach sorgfältiger Prüfung als umweltverträglich eingestuft und ein Teil davon aufgrund ihrer nährstoffhaltigen Zusammensetzung einer Nutzung zur Bewässerung von Gärten und landwirtschaftlichen Nutzflächen zugeführt. Die Menge der behandelten Abwässer verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 4 %, der Anteil an der Gesamtwasserableitung blieb auf dem Niveau des Vorjahres. Die Verringerung des nicht behandlungspflichtigen Abwassers ist maßgeblich auf den geringeren Einsatz von Durchlaufkühlwasser an den beiden deutschen Chempark-Standorten in Leverkusen und Krefeld-Uerdingen zurückzuführen.

Wir wollen Emissionen ins Abwasser so gering wie möglich halten. Bei der Einleitung von Stickstoffverbindungen in das Abwasser gab es einen Rückgang um 2 %. Die Phosphateinleitungen sind im Jahr 2013 um 25 % gesunken.

Bei Emissionen von organischem Kohlenstoff („Total Organic Carbon“, TOC) verzeichneten wir 2013 einen Anstieg um rund 8 %, der vor allem an den CropScience-Standorten Muttenz (Schweiz) und Kansas City (USA) verursacht wurde. Grund dafür war im Wesentlichen eine deutliche Produktionssteigerung, in Muttenz kam außerdem ein Defekt an einem Wärmetauscher hinzu.

Emissionen in das Wasser [Tabelle 3.12.6]
 absolute Werte
20092010201120122013
Phosphor (in 1.000 t/a)0,740,090,080,150,11
Stickstoff (in 1.000 t/a)0,640,490,530,700,69
Stickstoff (in kg pro t produzierter Verkaufsmenge)0,07370,04740,04860,06240,0620
TOC* (in 1.000 t/a organisch gebundenem Kohlenstoff)1,351,421,501,421,53
TOC (in kg pro t produzierter Verkaufsmenge)0,1550,1360,1370,1260,138
Schwermetalle
(in 1.000 t/a)
0,00900,01140,01080,00980,0091
Anorganische Salze
(in 1.000 t/a)
7268669261.048946
CSB** (in 1.000 t/a)4,054,264,514,254,58
* Gesamter organischer Kohlenstoff (Total Organic Carbon)
** Chemischer Sauerstoffbedarf; rechnerischer Wert auf Basis der TOC-Werte (TOC x 3 = CSB)
Letzte Änderung: 25. Juli 2014  Copyright © Bayer AG
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