Lagebericht & Ergänzungen | Grundlagen des Konzerns

12.6 Umweltereignisse

Unter Umweltereignissen verstehen wir Vorkommnisse im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit, bei denen es zum Austritt von Stoffen in die Umwelt kommt. Faktoren für die Berichtspflicht sind insbesondere Art und Menge des Stoffs, entstandene Schadenshöhe und etwaige Folgen für Anwohner. Gemäß unserer internen Selbstverpflichtung berichten wir bei austretenden Stoffen mit einem hohen Gefährdungspotenzial bereits ab einer Menge von 100 kg.

Trotz unserer umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen und -trainings lassen sich Umweltereignisse leider nicht vollständig verhindern. Im Jahr 2013 ist die Zahl der Umweltereignisse von fünf auf zehn angestiegen und die der Transportereignisse von sechs auf elf. Fünf dieser Ereignisse fielen dabei in beide Kategorien. Eine detaillierte Beschreibung der Umwelt- und Transportereignisse:

eingeschränkt geprüft

Online-Ergänzung: 3-12.6-1

Umwelt- und Transportereignisse [Tabelle 3.12.7-3]
Umwelt Transport Personen-schaden
CropScience, Indien, 12.02.2013
Während eines Schiffstransports nach Indien wurde ein "Big Bag" mit dem Produkt Nativo™ durch ­einen ungenügend gesicherten Container eines anderen Unternehmens aufgerissen. Rund 400 kg des Produkts verteilten sich auf dem Schiff. Der Transporteur erhielt detaillierte Anweisungen zur Reinigung und Dekontamination.
X X Nein
CropScience, Muskegon (Michigan), USA, 28.02.2013
Während eines routinemäßigen Wartungsvorgangs ist gasförmiges Methanol ausgetreten. Der ­Vorgang wurde den Behörden gemeldet, da die lokal erlaubte Mengenschwelle überschritten war. Eine Unfallanalyse wurde durchgeführt, das verantwortliche technische Personal entsprechend ­geschult und das Steuerungssystem überprüft.
X Nein
CropScience, Vapi, Indien, 13.03.2013
Durch den Bruch einer Kunststoffrohrleitung zu einem Tank liefen 20 m3 einer Flüssigkeit aus, die Chlorwasserstoff (HCl) enthielt. Das Produkt wurde aufgefangen und Reste neutralisiert.
X Nein
MaterialScience, Knoxville (Tennessee), USA, 04.04.2013
Beim Verladen des Klebstoffs Desmodur™ wurde ein Transportbehälter von einem Gabelstapler ­beschädigt. Rund 225 l des Produkts liefen innerhalb eines Containers aus und wurden fachgerecht aufgesaugt und entsorgt.
X Nein
MaterialScience, Seeweg zwischen Brasilien und Argentinien, 09.04.2013
Bei der routinemäßigen Reinigung eines Schiffstanks auf See wurden unbeabsichtigt 500 t Polyol (ungiftiges Polyurethan-Vorprodukt) mit rund 10 t Meereswasser vermischt. Dabei gelangten 35 t ­Polyol in den Atlantik.
X X Nein
CropScience, Lubbock (Texas), USA, 08.05.2013
Aus zunächst unbekannter Ursache schlug einer von sechs Chlorwasserstoff-Tanks auf dem Anhänger eines Lieferanten leck. Ein Notfallplan wurde ausgelöst, woraufhin rund 100 Anwohner im Umkreis von 800 m vorsorglich evakuiert wurden. Nach Abdichten des Lecks konnten sie zu ihren Häusern zurückkehren. Zur Ursachenanalyse forderte Bayer von dem betroffenen Lieferanten eine detaillierte Ereignisuntersuchung.
X Nein
CropScience, Kansas City, USA, 11.05.2013
Nach der Auslösung eines Überdruckventils gelangten ungefähr 790 kg Ammoniak in die Luft­atmosphäre. Die Ursache war eine Zersetzung der Ventilabdichtung. Dieser Mangel wurde durch den Einsatz einer anderen, chemisch beständigen Dichtung behoben.
X Nein
MaterialScience, Krefeld-Uerdingen, Deutschland, 19.06.2013
In einer Salzsäureleitung, die zwei Tanklager miteinander verbindet und ein maximales Füllvolumen von ca. 20 m3 hat, kam es zu einem Defekt an einem Restentleerungshahn. Die Salzsäureleitung war zu diesem Zeitpunkt nicht in Betrieb. Durch den hydrostatischen Druck lief die Säure an der Schadstelle aus. Die Feuerwehr begrenzte größere Schäden durch eine Wasserwand. Große Teile der ausgelaufenen Säure konnten gezielt in das werksinterne Kanalsystem abgeführt werden. Die Böschung der angrenzenden internen Bahntrasse wurde durch diesen Vorfall kontaminiert und anschließend fachmännisch dekontaminiert.
X   Nein
MaterialScience, Autobahn A3 bei Neustadt, Deutschland, 20.06.2013
Auf der Autobahn A3 kam es zu einem Verkehrsunfall zwischen einem Kleintransporter und einem auffahrenden Lkw. Beide Fahrzeuge waren mit Bayer-Material beladen. Es liefen ca. 3 t Material aus – es handelte sich nicht um Gefahrgut. Beide Fahrer wurden verletzt ins Krankenhaus eingeliefert und konnten nach kurzem Aufenthalt wieder entlassen werden. Die Autobahn musste für die Zeit der Räumarbeiten gesperrt werden. Regionale Medien waren vor Ort und berichteten.
X Ja
MaterialScience, in der Nähe von Padang, Sumatra, Indonesien, 26.06.2013
Bei einem Verkehrsunfall überschlug sich der Lkw eines Kontraktors und stürzte eine 200 m hohe Klippe herab. Fahrer und Beifahrer kamen ums Leben. Rund 9 t Polyol (ungiftiges Polyurethan-Vorprodukt) ­traten aus.
X X Ja
MaterialScience, Irving, USA, 17.07.2013
Eine Transportfirma meldete eine Leckage an einem 200-l-Metall-Fass, das mit dem Produkt ­Desmodur™ gefüllt war. Das Fass war im Rahmen von Ladungstätigkeiten unbeabsichtigt von einem Fass-Transportwagen angefahren und durchstoßen worden. Durch die Leckage liefen ca. 200 l des Produkts aus. Es gab keine verletzten Personen und auch keine Emissionen in die Umgebung. Das ausgelaufene Produkt wurde durch eine beauftragte Fachfirma aufgenommen und entsorgt.
X Nein
CropScience, Guatemala, 03.08.2013
Ein mit CropScience-Produkten beladener Lkw kollidierte mit einem entgegenkommenden Lkw. Der ­angefahrene Lkw stürzte dabei um und ca. 290 kg des Produkts liefen auf die Straße und teilweise in den Straßengraben. Die Straße wurde für 8 Stunden gesperrt. Das Produkt und das kontaminierte ­Erdreich wurden abgetragen und entsorgt. Untersuchungen ergaben, dass die ausgelaufene Produktmenge und -art nicht die Kriterien eines Umweltereignisses erfüllen.
X Nein
MaterialScience, Ham/Hasselt, Belgien, 13.08.2013
Aufgrund eines geplatzten Reifens kippte ein Lkw, der mit 22,9 t Polyol (kein Gefahrgut) beladen war, auf der belgischen Autobahn E313 um und geriet in Brand. Der Fahrer blieb dabei unverletzt. Der Tankcontainer war besonders auslaufgeschützt, dadurch kam es zu keinem Produktaustritt. Das Feuer wurde gelöscht und der Lkw durch die Polizei gesichert.
X Nein
CropScience, Brasilien, 15.09.2013
Ein mit CropScience-Produkten beladener Lkw kollidierte mit einem entgegenkommenden Lkw. Der ­beladene Lkw stürzte dabei um und der größte Teil der Ladung fiel auf die Straße. Einige Fässer wurden dabei so stark beschädigt, dass es zu einem Produktaustritt auf die Straße kam. Es wurden alle notwen­digen Maßnahmen eingeleitet, damit es zu keiner Umweltbelastung kommen konnte. Die unbeschädigten Produkte wurden zum Produktionsstandort (Belford Roxo) zurücktransportiert und dort wieder aufgearbeitet. Alle entstandenen Abfälle wurden mithilfe einer Spezialfirma in eine Abfall­verbrennungsanlage transportiert. Die betroffene Straße musste für 5 Stunden gesperrt werden.
X Nein
MaterialScience, Hürth, Deutschland, 29.10.2013
Der Fahrer eines mit 30%iger Salzsäure beladenen Tankwagens fuhr auf dem Weg zum Kunden zu schnell. Das Fahrzeug kippte auf die Seite. Da der Tankkörper und die -hülle nicht wesentlich beschädigt wurden, liefen nur geringe Mengen Salzsäure (weniger als 50 l) aus. Die ­genaue Schadensuntersuchung läuft noch. Der Fahrer erlitt leichte Verletzungen und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Sechs Personen (Ersthelfer) wurden ebenfalls in ein Krankenhaus gebracht, da sie Salzsäuredämpfe eingeatmet hatten.
X X Ja
MaterialScience, Hongkong, 03.12.2013
Während eines Seetransports von Polyol (ungiftiges Polyurethan-Vorprodukt) nach Hongkong wurde ­eine Leckage an einem Produktcontainer (ein sogenannter Flexi Bag) festgestellt. Da die ­Auslöseschwelle von 1.000 kg für Freisetzungen ungefährlicher Produkte leicht überschritten wurde (1.123 kg), erfolgte von uns eine Einstufung als Transport- und Umweltereignis.
X X Nein

Von den berichteten 16 Ereignissen waren zehn als Umweltereignisse und elf als Transportereignisse einzustufen. Fünf Ereignisse davon fielen in beide Kategorien, was zu einer (beabsichtigten) Doppelzählung führt.

Ereignisse, die von Stakeholdern wahrgenommen wurden[Tabelle 3.12.7-4]
Die folgenden Ereignisse wurden von unseren Stakeholdern wahrgenommen, gelten jedoch nach Bayer-Kriterien nicht als Umwelt- oder Transportereignisse.

Ereignisstätte Beschreibung Erläuterung
HealthCare, Lerma, ­Mexiko, 24.02.2013 Gestohlener Lastkraft­wagen Ein Lkw, der mit HealthCare-Produkten beladen war, wurde an einem fingierten Verkehrskontrollpunkt in der Nähe der Stadt Guadalajara gestohlen. Fahrer, Assistent und Sicherheitspersonal meldeten sich einen Tag später wieder zurück. Der Vorfall wurde den lokalen Behörden gemeldet.
HealthCare, Wuppertal, Deutschland, 10.03.2013 Ausgelaufenes Methanol In einem HealthCare-Betrieb sind ca. 600 l Methanol ausgelaufen, das Produkt wurde umgehend aufgenommen und als thermischer Abfall verbrannt. Es kam zu keinen Auswirkungen außerhalb des Betriebes.
MaterialScience, Caojing, ­China, 13.05.2013 Tödlicher Arbeitsunfall eines Kontraktorenmitarbeiters Bei Arbeiten an einer Baustelle am Produktionsstandort Caojing kam es zu einem tödlichen Unfall. Schwere Metallplatten wurden von einem Kran angehoben und verlegt. Während dieser Tätigkeit löste sich eine der Platten von der Befestigungsvorrichtung und verletzte einen Bauarbeiter so schwer, dass dieser später im Krankenhaus verstarb. Dieser Unfall wurde bei Bayer in der Kategorie „Tödlicher Arbeitsunfall“ eingestuft und einer umfangreichen Unfalluntersuchung unterzogen.
HealthCare, Bitterfeld, Deutschland, 03.06.2013 Hochwasser/
Katastrophenalarm
Das Gelände des Bayer-Standorts Bitterfeld war von Hochwasser bedroht. Das Unternehmen richtete einen temporären Krisenstab in Bitterfeld ein, der mit dem Krisenstab der Gemeinde in Verbindung stand. Entsprechende Vorkehrungen in den Betrieben sorgten dafür, dass dieses Ereignis ohne Auswirkungen blieb.
MaterialScience, ­Brunsbüttel, Deutschland, 24.09.2013 Verletzung von Personen durch Kohlenmonoxid Durch eine undichte Unterdrucksicherung trat beim Anfahren einer Produktionsanlage am Produktionsstandort Brunsbüttel Kohlenmonoxid aus. Fünf Fremdfirmenmitarbeiter, die in unmittelbarer Nähe der Leckagestelle waren, wurden in die ärztliche Abteilung des Unternehmens bzw. in umliegende Krankenhäuser gebracht. Sie konnten am gleichen bzw. am nächsten Tag wieder entlassen werden. Dieser Unfall wurde bei Bayer in die Kategorien „Arbeitsunfall“ und „Unsicherer Anlagenzustand (LoPC)“ eingestuft und einer umfangreichen Unfalluntersuchung unterzogen.
HealthCare, Wuppertal, Deutschland, 06.10.2013 Wasserrohrbruch im öffentlichen Versorgungsnetz Auf einer öffentlichen Hauptverkehrsstraße kam es zu einem Wasserrohrbruch. Der Bayer-Werkschutz kontrollierte daraufhin die angrenzenden Baustellen sowie Gebäude auf möglichen Wassereintritt. Dabei wurden verschiedene Schäden festgestellt und deren Behebung veranlasst.
HealthCare, Orizaba, ­Proquina, Mexiko, 23.10.2013 Tödlicher Arbeitsunfall eines Bayer-Mitarbeiters. Explosion und Feuer in einem Trocknungsbereich In einem Trocknungsbereich einer Anlage für Zwischenprodukte am Standort Orizaba ereignete sich eine Explosion. Das anschließende Feuer konnte nach kurzer Zeit durch die Feuerwehr unter Kontrolle gebracht werden. Bei dem Unfall wurde ein Mitarbeiter getötet, ein weiterer wurde mit Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht. Die Staatsanwaltschaft nahm Untersuchungen auf, um die Ursache und den Unfallverlauf zu ermitteln. Auch ein Expertenteam von Bayer untersucht den Unfall. Dieser Unfall wurde bei Bayer in der Kategorie „Tödlicher Arbeitsunfall“ eingestuft.
HealthCare, Wuppertal, Deutschland, 11.11.2013 Tropfender Kesselwagen (Wasser) Aus einem von HealthCare in Wuppertal angemieteten Bahnkesselwagen, der mit ­organischem Misch-Lösungsmittel gefüllt war, tropfte eine Flüssigkeit auf öffentliches Gelände. Die Berufsfeuerwehr Wuppertal und die Bayer-Sicherheitszentrale wurden informiert. Aufgrund der amtlichen Kesselwagen-Beschilderung ging man vorsorglich von austretendem Lösungsmittel aus. Die Proben ergaben, dass es sich lediglich um Wasser handelte, das sich vermutlich als Regenwasser in der Verkleidung des Kessel­wagens angesammelt hatte.
HealthCare, Chengdu, China, 25.12.2013 Feuer auf Baugelände Während Schweißarbeiten fielen kleine Partikel und Funken in einen mit Isoamylacetat gefüllten Behälter, der sich daraufhin entzündete. Mitarbeiter konnten das Feuer adäquat löschen.
CropScience, Vapi, Indien, 27.12.2013–02.01.2014 Stillstand der Produktionsanlagen Am CropScience-Standort Vapi kam es zu einem geplanten Stillstand der Produktions­anlagen. Grund war eine Inspektion des gesamten Industriegeländes (12 Firmen) durch die lokalen, staatlichen Behörden. Dieses Ereignis wurde in der lokalen Presse berichtet.
Letzte Änderung: 1. August 2014  Copyright © Bayer AG
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