Abschluss

14. Steuern

Die Steueraufwendungen gliederten sich nach ihrer Herkunft wie folgt:

Steueraufwendungen nach Herkunft[Tabelle 4.37]
 20122013
davon
Ertragsteuern
davon
Ertragsteuern
in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €
Gezahlte bzw. geschuldete Steuern
Ertragsteuern
Deutschland-534-795
Übrige Länder-1.026-849
Sonstige Steuern
Deutschland-28-43
Übrige Länder-235-188
-1.823-1.560-1.875-1.644
Latente Steuern
aus temporären Unterschieden782569
aus Verlustvorträgen und Steuergutschriften5554
837837623623
Gesamt-986-723-1.252-1.021
Vorjahreswerte angepasst

Die sonstigen Steuern enthalten im Wesentlichen Steuern auf Grundstücke, Kraftfahrzeuge sowie andere indirekte Steuern. Die sonstigen Steuern werden in den jeweiligen Funktionskosten erfasst.

Die latenten Steuerabgrenzungen resultierten aus den folgenden Bilanzpositionen:

Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten[Tabelle 4.38]
  31.12.2012 31.12.2013
Aktive
latente
Steuern
Passive
latente
Steuern
Aktive
latente
Steuern
Passive
latente
Steuern
in Mio € in Mio € in Mio € in Mio €
Immaterielle Vermögenswerte 245 2.427 328 2.217
Sachanlagen 69 729 86 639
Finanzielle Vermögenswerte 169 217 181 185
Vorräte 585 81 628 37
Forderungen 205 451 207 538
Sonstige Vermögenswerte 43 19 19 13
Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen 2.735 971 2.044 1.075
Andere Rückstellungen 1.042 265 933 288
Verbindlichkeiten 458 52 587 57
Verlustvorträge 212 313
Steuergutschriften 93 126
5.856 5.212 5.452 5.049
davon langfristig 4.643 4.950 4.142 4.692
Saldierung -4.277 -4.277 -3.856 -3.856
Gesamt 1.579 935 1.596 1.193
Vorjahreswerte angepasst

Latente Steuern für erfolgsneutral erfasste Neubewertungen der Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Pensions­zusagen und anderen Leistungszusagen führten zu einem eigenkapitalreduzierenden Effekt in Höhe von -604 Mio € (Vorjahr: eigenkapitalerhöhender Effekt 848 Mio €). Erfolgsneutrale Veränderungen beizulegender Zeitwerte von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten sowie von zu Sicherungszwecken eingesetzten Derivaten hatten einen eigenkapitalreduzierenden Effekt aus latenten Steuern in Höhe von -2 Mio € (Vorjahr: -65 Mio €). Die genannten Eigenkapitaleffekte sind in der Gesamtergebnisrechnung enthalten.

Die Nutzung steuerlicher Verlustvorträge führte im Jahr 2013 zu einer Minderung der gezahlten bzw. geschuldeten Ertragsteuern um 62 Mio € (Vorjahr: 48 Mio €). Durch die Berücksichtigung von Steuergutschriften konnten die gezahlten bzw. geschuldeten Ertragsteuern um 18 Mio € (Vorjahr: 20 Mio €) reduziert werden.

Von den gesamten Verlustvorträgen in Höhe von 3.071 Mio € (Vorjahr: 1.302 Mio €) können voraussichtlich Beträge von 2.127 Mio € (Vorjahr: 922 Mio €) innerhalb eines angemessenen Zeitraums genutzt werden. Der Anstieg der Verlustvorträge resultiert im Wesentlichen aus vorhandenen Verlustvorträgen akquirierter Gesellschaften sowie geänderter Steuerfestsetzungen für Vorjahre. Auf die voraussichtlich nutzbaren Verlustvorträge wurden aktive latente Steuern in Höhe von 313 Mio € (Vorjahr: 212 Mio €) gebildet, davon im Berichtsjahr 98 Mio € (Vorjahr: 18 Mio €) erfolgsneutral aus Kaufpreisallokationen.

Für Verlustvorträge in Höhe von 944 Mio € (Vorjahr: 380 Mio €) bestanden gesetzliche oder wirtschaftliche Einschränkungen hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit. Deshalb wurden hierfür keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Wäre eine Nutzbarkeit der Verlustvorträge in voller Höhe möglich, hätten theoretisch aktive latente Steuern in Höhe von 117 Mio € (Vorjahr: 73 Mio €) angesetzt werden müssen.

Steuergutschriften in Höhe von 126 Mio € (Vorjahr: 93 Mio €) wurden als aktive latente Steuern ausgewiesen, davon waren 2 Mio € (Vorjahr: 0 Mio €) im Berichtsjahr erfolgsneutral gebildet. Für Steuergutschriften in Höhe von 29 Mio € (Vorjahr: 49 Mio €) bestanden gesetzliche oder wirtschaftliche Einschränkungen hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit, weshalb hierfür keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden.

Die Verfallbarkeit der nicht nutzbaren Steuergutschriften und steuerlichen Verlustvorträge stellte sich wie folgt dar:

Verfallbarkeit nicht nutzbarer Steuergutschriften und steuerlicher Verlustvorträge[Tabelle 4.39]
 SteuergutschriftenSteuerliche Verlustvorträge
31.12.201231.12.201331.12.201231.12.2013
in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €
Innerhalb von einem Jahr2443
Innerhalb von zwei Jahren343
Innerhalb von drei Jahren3
Innerhalb von vier Jahren27
Innerhalb von fünf Jahren124
Später2523337867
Gesamt4929380944

Im Jahr 2013 bestanden in Tochtergesellschaften, die im abgelaufenen Jahr oder im Vorjahr Verluste erwirtschafteten, latente Steuerforderungsüberhänge aus temporären Differenzen und aus Verlustvorträgen in Höhe von 757 Mio € (Vorjahr: 289 Mio €). Diese wurden als werthaltig angesehen, da für diese Gesellschaften von zukünftigen steuerlichen Gewinnen ausgegangen wird.

Auf geplante Dividendenausschüttungen von Tochterunternehmen wurden im Berichtsjahr 10 Mio € (Vorjahr: 23 Mio €) passive latente Steuern angesetzt. Für temporäre Differenzen aus thesaurierten Ergebnissen von Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen in Höhe von 10.583 Mio € (Vorjahr: 10.911 Mio €) wurden keine passiven latenten Steuern gebildet, da der Bayer-Konzern in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Umkehrung zu steuern und sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht umkehren.

Der ausgewiesene Steueraufwand des Jahres 2013 von 1.021 Mio € (Vorjahr: 723 Mio €) wich um 32 Mio € (Vorjahr: 64 Mio €) von dem erwarteten Steueraufwand von 1.053 Mio € (Vorjahr: 787 Mio €) ab, der sich bei Anwendung eines gewichteten erwarteten Durchschnittssteuersatzes auf das Vorsteuerergebnis des Konzerns ergeben hätte. Dieser Durchschnittssatz wurde aus den erwarteten Steuersätzen der einzelnen Konzerngesellschaften ermittelt und lag 2013 bei 25,0 % (Vorjahr: 24,8 %). Der effektive Steuersatz betrug 24,3 % (Vorjahr: 22,8 %).

Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem erwarteten und dem ausgewiesenen Steueraufwand sowie dem erwar­teten und dem effektiven Steuersatz im Konzern stellten sich wie folgt dar:

Steuerüberleitungsrechnung[Tabelle 4.40]
2012 2013
in Mio € in % in Mio € in %
Erwarteter Steueraufwand und erwarteter Steuersatz 787 24,8 1.053 25,0
Steuerminderungen aufgrund steuerfreier Erträge
Mit dem operativen Geschäft verbundene Erträge -140 -4,4 -123 -2,9
Beteiligungserträge und Veräußerungserlöse -16 -0,5 -39 -0,9
Erstmaliger Ansatz bisher nicht angesetzter aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge -26 -0,8 -6 -0,1
Nutzung von Verlustvorträgen, auf die zuvor keine latenten Steuern gebildet worden sind -21 -0,7
Steuermehrungen aufgrund steuerlich nicht abzugsfähiger Aufwendungen
Mit dem operativen Geschäft verbundene Aufwendungen 135 4,3 173 4,1
Abschreibungen auf Beteiligungen 1 1
Voraussichtlich nicht nutzbare neue Verlustvorträge 10 0,3 10 0,2
Voraussichtlich nicht nutzbare bereits bestehende Verlustvorträge, auf die zuvor latente Steuern gebildet worden sind 9 0,3 1
Periodenfremde Steueraufwendungen (+) und -erträge (–) -15 -0,5 42 1,0
Steuereffekt aus Steuersatzänderungen -74 -2,3 -55 -1,3
Sonstige Steuereffekte 73 2,3 -36 -0,8
Ausgewiesener Steueraufwand und effektiver Steuersatz 723 22,8 1.021 24,3
Vorjahreswerte angepasst
Letzte Änderung: 28. Februar 2014  Copyright © Bayer AG
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