Lagebericht & Ergänzungen | Grundlagen des Konzerns

11. Sicherheit

Das Sicherheitsmanagement ist eine wichtige Grundlage unternehmerischer Verantwortung im Bayer-Konzern. Die Prävention von Unfällen im Arbeitsalltag, im Betrieb der Produktionsanlagen und auf den Arbeits- und Transportwegen hat für uns höchste Priorität. Das Ziel unseres Engagements in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz und Qualität (HSEQ) ist Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz für Mitarbeiter, Kontraktoren und Lieferanten auf unseren Werksgeländen und unter Bayer-Aufsicht sowie der reibungslose und sichere Betrieb unserer Anlagen. Auf diese Weise senken wir auch laufende Kosten, indem wir Schäden und Arbeitsunterbrechungen vermeiden.

Verantwortlichkeiten und Rahmenbedingungen für HSEQ werden auf Konzernebene durch entsprechende Richtlinien geregelt. Die operative Verantwortung liegt bei den Vorständen der jeweiligen Teilkonzerne und Servicegesellschaften sowie den entsprechenden Linienorganisationen, die HSEQ eigenverantwortlich durch entsprechende Managementsysteme, Gremien und Arbeitsgruppen steuern. Fortwährende Überprüfung und Anpassung der Richtlinien und regelmäßige interne Audits stellen sicher, dass unsere HSEQ-Managementsysteme den jeweiligen spezifischen Anforderungen entsprechen.

Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz

Bereits seit Jahren sinkt bei Bayer die Quote der Arbeitsunfälle, die zu Arbeitsausfalltagen führen. Auch 2013 trugen intensives Training und Bewusstseinsbildung dazu bei, dass wir sinkende Unfallzahlen berichten konnten.

Wir erfassen alle Arbeitsunfälle von Mitarbeitern, die Ursache für eine medizinische Behandlung sind und über Erste-Hilfe-Maßnahmen hinausgehen. Diese Zahl umfasst sowohl die Unfälle mit als auch ohne Ausfalltage und wird dargestellt in der „Recordable Incident Rate“ (RIR). Die RIR-Quote sank konzernweit 2013 auf 0,47 Unfälle pro 200.000 Arbeitsstunden (Vorjahr: 0,49). Demnach ereignete sich statistisch im Bayer-Konzern etwa nach jeweils 425.000 geleisteten Arbeitsstunden ein berichtspflichtiger Arbeitsunfall.

Rückläufig ist auch die Quote der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle mit Arbeitsausfalltagen (LTRIR, „Lost Time Recordable Incident Rate“). Im Jahr 2013 lag sie bei 0,26 (Vorjahr: 0,27).

Bedauerlicherweise gab es 2013 sowohl einen tödlichen Arbeitsunfall eines Bayer-Mitarbeiters in Mexiko als auch eines Kontraktoren-Mitarbeiters in China.

Arbeitsunfälle[Tabelle 3.11.1]
20092010201120122013
Arbeitsunfälle von Bayer-Mitarbeitern mit Ausfalltagen (LTRIR*)0,400,340,310,270,26
Berichtspflichtige Arbeitsunfälle von Bayer-Mitarbeitern (RIR*)0,620,620,560,490,47
Tödliche Arbeitsunfälle (gesamt)4 4 322
Davon Bayer-Mitarbeiter4 4 221
Davon Kontraktoren-Mitarbeiter**0 0 101
* Die Werte bis 2010 wurden auf Basis der damaligen MAQ-Werte errechnet und enthalten noch keine arbeitsbedingten Erkrankungen.
** Mitarbeiter beauftragter Drittfirmen, deren Unfall sich auf unseren Werksgeländen und unter Bayer-Aufsicht ereignet hat

Die Unfallquoten schwankten sowohl innerhalb einzelner Regionen als auch zwischen den jeweiligen Teilkonzernen und Servicegesellschaften.

eingeschränkt geprüft

Online-Ergänzung: 3-11-1

Berichtspflichtige Arbeitsunfälle (RIR) von Bayer-Mitarbeitern nach Regionen[Tabelle 3.11.1-1]
20122013
Europa0,210,72
Nordamerika0,560,49
Asien/Pazifik0,540,20
Lateinamerika/Nahost/Afrika0,530,40
Gesamt0,490,47

Der ungewöhnlich starke Anstieg der RIR-Unfallquote in Europa wird derzeit intensiv untersucht.

Arbeitsplatzbezogene Erkrankungen werden seit 2012 unabhängig von anerkannt gelisteten Berufskrankheiten erfasst und gehen in den Parameter LTRIR ein. Im Berichtszeitraum wurden konzernweit sechs neue Fälle von arbeitsbedingt verursachten Krankheiten gemeldet, die auf arbeitsbezogene Einflussfaktoren zurückgehen. Wir berichten solche arbeitsbedingten Erkrankungen, sofern diese ärztlich diagnostiziert und anerkannt wurden.

Wie in den Vorjahren verzeichneten wir auch 2013 kaum branchentypische Unfälle mit Chemikalienkontakt. Die absolute Zahl der Unfälle ging weiter zurück. Ein erheblicher Teil unserer arbeitsbedingten Unfälle und Verletzungen steht im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen. Im letzten Jahr (2012) nahmen diese sogar die Spitzenposition in unserer Unfallstatistik ein. Daher stand 2013 das Thema Verkehrssicherheit im Mittelpunkt vieler Programme und Schulungen.

eingeschränkt geprüft

Online-Ergänzung: 3-11-2

Sicherheit im motorisierten und nicht-motorisierten Verkehr war auch zentrales Thema an den HealthCare-Standorten weltweit, genauso wie Unfälle durch Stolpern, Rutschen und Stürzen. Sie machen bei HealthCare den größten Teil der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeiten aus. Daher wurden 2013 an vielen Standorten verschiedene Maßnahmen und Kampagnen zur Vermeidung von Unfällen im Verkehr und auf den Werksgeländen durchgeführt. Auch in weiteren Bereichen der Arbeitssicherheit wurde durch konkrete Schulungen und Aktionen das Bewusstsein geschärft, wie z. B. der sichere Umgang mit Gefahrstoffen für Mitarbeiter an verschiedenen chinesischen Standorten.

Bei CropScience stand 2013 ebenfalls das Thema „Verkehrssicherheit“ im Vordergrund, vor allem bei Schulungen für Mitarbeiter in Brasilien, Kolumbien, Chile und Venezuela, ebenso wie in mehreren Ländern Asiens, wo insbesondere auch Motorradfahrer geschult wurden. CropScience veröffentlicht in einem monatlichen „QHSE Update“ zu diesen Themen weltweit aktuelle Informationen und Anregungen für die Mitarbeiter.

MaterialScience hat 2013 erneut alle Mitarbeiter aufgerufen, ihre Vorschläge beim teilkonzerneigenen „CEO Safety Award“ einzureichen. Maßnahmen zu Gewinnerbeiträgen sollen in entsprechenden Programmen 2014 bei MaterialScience weltweit ausgerollt werden.

Auf Basis einer 2012 bei der Bayer Corporation Nordamerika als auch bei MaterialScience weltweit durchgeführten Mitarbeiterbefragung zum Thema „HSE (Health, Safety, Environment)“ haben bis Ende 2013 alle Material-Science-Standorte Aktionspläne erstellt. Ziel ist die weitere Verbesserung der Arbeitssicherheit und der entsprechenden HSE-Managementsysteme.

Auf dem jährlich stattfindenden konzernweiten „Safety Day“ stand im September 2013 ebenso das richtige Verhalten im Straßenverkehr im Fokus.

Verfahrens- und Anlagensicherheit

Mit der konzernweiten Initiative zur Verfahrens- und Anlagensicherheit (Process and Plant Safety, PPS) arbeitet Bayer kontinuierlich an der Weiterentwicklung der Sicherheitskultur und den entsprechenden Standards in den Betrieben und Labors sowie der Optimierung der Sicherheitstechnik.

eingeschränkt geprüft

Online-Ergänzung: 3-11-3

Bis Ende 2012 wurden im Rahmen der Initiative zur Verfahrens- und Anlagensicherheit rund 26.000 Mitarbeiter aus den Bereichen Produktion und Technik geschult sowie eine einheitliche Risikobewertung samt Maßnahmenkatalog eingeführt. Auf Basis der Erfahrungen aus diesen initialen Schulungen wurde im Jahr 2013 begonnen, das Lehrmaterial für die dauerhafte Weiterführung des Schulungsprogramms als Präsenz- und Web-Based-Training aufzubereiten. Um das erreichte ­Niveau dauerhaft aufrechtzuerhalten, wird das Schulungsprogramm zur Verfahrens- und Anlagen­sicherheit in den HSEQ-Managementsystemen der Teilkonzerne verankert.

Außerdem wurden weitere, einheitliche Kennzahlen wie z. B. Loss of Primary Containment (LoPC-Stofffreisetzung/Leckagen) für alle Bayer-Anlagen vorgeschrieben. Unter LoPC versteht man unsichere Zustände der Produktionsanlagen, beispielweise den Austritt von Chemikalien aus ihrer ersten Umhüllung, wie etwa Rohrleitungen, Pumpen, Tanks oder Fässern. Der LoPC wurde als Frühindikator eingeführt. Mittels der Rate (LoPC-Incident-Rate) ermitteln wir die Zahl der LoPC-Ereignisse bezogen auf 200.000 Arbeitsstunden in den für Anlagensicherheit relevanten Bereichen. Die LoPC-Incident-Rate für 2013 betrug 0,35 (Vorjahr: 0,38).

eingeschränkt geprüft

Online-Ergänzung: 3-11-4

Jedes gemeldete Ereignis wird hinsichtlich seiner Ursachen sorgfältig analysiert. Das Ergebnis der Ursachenanalyse wird konzernweit publiziert, um das Sicherheitsbewusstsein der Mitarbeiter zu schärfen. Die Meldeschwelle wurde so niedrig gesetzt, dass auch solche Stoff- und Energiefreisetzungen systematisch erfasst und berichtet werden, die keine Auswirkungen auf Mitarbeiter, Nachbarn und die Umwelt haben. Dieser Ansatz folgt dem Anspruch, dass die Integrität unserer Anlagen immer gewahrt bleibt. Erwartungsgemäß haben die Auswertungen der ersten Jahre Hinweise ergeben, wo Schwerpunkte zur weiteren Verbesserung der Sicherheit in den bestehenden Anlagen gesetzt werden können. Die Einführung dieser Messgröße und des o. g. weltweit durchgeführten Schulungsprogramms hilft uns dabei, das Bewusstsein für die Bedeutung kleiner Leckagen und Freisetzungen zu stärken.

In der Konzernregelung „Verfahrens- und Anlagensicherheit“ sind einheitliche Verfahren und Standards vorgeschrieben: Methoden und Kriterien zur Erkennung und Bewertung des von den Prozessen und Anlagen ausgehenden Risikos für Mensch und Umwelt wurden weiterentwickelt und weltweit vereinheitlicht.

Das Kompetenzzentrum für Verfahrens- und Anlagensicherheit des Bayer-Konzerns mit der konzernübergreifenden HSEQ-Plattform „Process and Plant Safety“ wird von Technology Services geführt. Dazu gehören drei regionale Kompetenzzentren: an den Standorten Leverkusen in Deutschland, Shanghai in China sowie in den USA an den beiden Standorten Baytown und Kansas City.

Transportsicherheit

Es ist ein zentrales Ziel des Konzernvorstandes, dass der Transportsicherheit innerhalb der Bayer-Sicherheitskultur sehr hohe Priorität eingeräumt wird. In der Konzernrichtlinie zu Transportsicherheit sind Vorgehensweisen festgelegt, die sicherstellen, dass alle transportierten Materialien entsprechend den einzuhaltenden Vorschriften und ihrem jeweiligen Gefährdungspotenzial gehandhabt werden. Logistik­dienst­leister sind nach einem festgelegten Verfahren auszuwählen und regelmäßig hinsichtlich ihrer Sicherheits- und Qualitätserfüllung zu bewerten. Die Richtlinie verpflichtet alle betroffenen Unternehmensbereiche, Verantwortliche für die Umsetzung zu benennen.

Unter wechselndem Vorsitz der Teilkonzerne wurde eine konzernweite Plattform zu „Transportation Safety“ eingerichtet. Der Schwerpunkt der Aktivitäten der Plattform lag im Jahr 2013 u. a. auf nachhaltigen Trainingstools im Bereich Transportation Safety, Überprüfung interner Anweisungen sowie der Bewertung und Auswahl unserer Logistik-Dienstleister. Dies wurde in entsprechenden HSEQ-Zielen ­dokumentiert. Darüber hinaus werden im Rahmen unserer „Responsible-Care™“-Aktivitäten auch für Nicht-Gefahrgüter Transportsicherheitsanweisungen erstellt, was über die gesetzlichen Anforderungen des Transportrechts hinausgeht.

Das Transportsicherheits-Management der Teilkonzerne ist Teil des Audit-Systems des Bayer-Konzerns, das in der Konzernregelung „Gesundheits-, Sicherheits-, Umweltschutz- und Qualitäts(HSEQ)-Audits“ festgelegt ist.

Als Transportereignisse erfassen wir kritische Ereignisse während der Beförderung unserer Produkte. Dazu zählen etwa Unfälle mit Personen- oder erheblichem Sachschaden, die Beeinträchtigung der Umwelt durch frei werdende Stoffe oder der Austritt gefährlicher Güter. Wir nehmen die Transportereignisse nach festgelegten Kriterien auf. Bewertungsmaßstäbe sind die ausgetretene Ladung, gestaffelt nach Menge und Gefahrgutklasse, Personenschäden oder blockierten Transportwegen. Dabei berücksichtigen wir sowohl eigene als auch von uns beauftragte und bezahlte Chemikalientransporte von Dritten.

Insgesamt wurden im Jahr 2013 weit über eine Million Transportbewegungen unternommen. Trotz unserer umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen und -trainings lassen sich Transportereignisse leider nicht vollständig verhindern. Alle vorgekommenen Ereignisse werden von uns detailliert analysiert und bewertet, um adäquate Maßnahmen zu ihrer zukünftigen Vermeidung einleiten zu können. Die Zahl der Transportereignisse erhöhte sich im Berichtszeitraum von sechs auf elf. Alle Ereignisse erfolgten auf der Straße und auf dem Seeweg.

Transportereignisse nach Transportmitteln [Tabelle 3.11.2]
20092010201120122013
Straße86668
Schiene21100
Binnenschiff0 1000
Seeschiff0 0003
Flugzeug0 0000
Pipeline0 0000
Gesamt10 87611

Eine detaillierte Übersicht der Transportereignisse finden Sie im Kapitel 12.6 „Umweltereignisse“.


Letzte Änderung: 26. Juli 2014  Copyright © Bayer AG
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