Lagebericht & Ergänzungen | Grundlagen des Konzerns

10. Produktverantwortung

Die möglichen Gesundheits- und Umweltrisiken eines Produkts bewerten wir entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Das reicht von der Forschung und Entwicklung über Produktion, Vermarktung und Anwendung beim Kunden bis hin zur Entsorgung.

Dabei geht es nicht nur um die sichere Handhabung und Anwendung unserer Produkte, sondern auch um transparente Kommunikation und die Vermittlung von Produktsicherheits-Informationen. Produktverantwortung umfasst sowohl die Einhaltung gesetzlicher Regelungen als auch freiwilliges Engagement. Dabei berücksichtigen wir auch das Vorsorgeprinzip, wie es von den Vereinten Nationen und der EU-Kommission erläutert wurde.

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Online-Ergänzung: 3-10-1

Das Vorsorgeprinzip beschreibt das vorsorgliche Ergreifen von Schutzmaßnahmen gegen Risiken, solange ausreichende wissenschaftliche Informationen fehlen. Es ist ein mögliches Instrument des Verbraucherschutzes bzw. des Risikomanagements. Es wird in Grundsatz 15 der Rio-Deklaration der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (1992) sowie in der Mitteilung der EU-Kommission (KOM 2000/1) erläutert. Dieses Prinzip findet immer dann Anwendung, wenn wissenschaftliche Unsicherheit in einem Bereich besteht und gleichzeitig genügend Anhaltspunkte vorhanden sind, dass nachteilige Auswirkungen auf Mensch oder Umwelt eintreten könnten. Wir unterstützen die Anwendung entsprechend den Maßgaben der EU-Kommission. Diese soll verhältnismäßig sein, d. h. dem angestrebten Schutzniveau entsprechen; diskriminierungsfrei anwendbar sein, d. h. vergleichbare Sachverhalte sollen nicht unterschiedlich behandelt werden; auf bereits getroffene ähnliche Maßnahmen abgestimmt sein und daraufhin überprüft werden, welche Kosten und welcher Nutzen mit der Anwendung des Vorsorgeprinzips verbunden sind. Eine Überprüfung der getroffenen Maßnahmen erfolgt, sobald neue wissenschaftliche Daten zum Sachverhalt vorliegen.

Bayer unterstützt seit 1994 die freiwillige „Responsible Care™“-Initiative der chemischen Industrie, die 2006 mit der „Responsible Care Global Charter“ auf eine weltweite Basis gestellt worden ist. Wir decken alle wesentlichen Elemente der Charta durch unsere HSEQ(Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz und Qualität)-Management-Systeme und -Aktivitäten ab. Darüber hinaus beteiligen wir uns in Verbänden und Initiativen an der Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Risikobewertung.

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Online-Ergänzung: 3-10-2

Internationale Verbände wie der europäische und der internationale Chemieverband (CEFIC, ICCA) oder die OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) und Initiativen wie ECETOC (European Centre for Ecotoxicology and Toxicology of Chemicals) oder EPAA (European Partnership for Alternative Approaches to Animal Testing) arbeiten daran, die wissenschaftliche Bewertung von Chemikalien weiterzuentwickeln, neue Testmethoden zu erforschen und die Umsetzung gesetzlicher Regelungen zu verfolgen. Bayer begleitet dies aktiv in der Verbandsarbeit. Außerdem engagieren wir uns u. a. im Rahmen der „Long-Range Research Initiative“ der ICCA und unterstützen die Zielsetzung der WHO- und EU-Aktionspläne zur Verbesserung von Gesundheit und Umwelt, z. B. mit der Weiterentwicklung des Human-Biomonitoring im Rahmen einer Kooperation des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) und des deutschen Bundesumweltministeriums.

Umsetzung von Verordnungen und freiwilligen Programmen zu Chemikalien

Seit 2007 arbeiten wir nach Maßgabe der europäischen Chemikalienverordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals). Alle unsere Aktivitäten als Hersteller, Importeur und Anwender sind davon betroffen. Um mit der Vielzahl und Komplexität der REACH-Anforderungen angemessen umzugehen, haben wir konzernweite und teilkonzernspezifische Regelungen formuliert. Die Registrierungspflicht gemäß REACH gilt unabhängig von der Vermarktung für alle Stoffe, die wir in einer Menge von über einer Tonne produzieren oder importieren.

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Online-Ergänzung: 3-10-3

Die vorgegebenen Registrierungsphasen für schon länger verwendete Stoffe halten wir ein, die letzte Registrierungsphase endet am 1. Juni 2018. Bereits registrierte Stoffe aus den ersten beiden Registrierungsphasen werden derzeit durch die Behörden bewertet. Daraus könnten sich künftig zusätzliche Prüfanforderungen, neue Risikomanagementmaßnahmen oder auch die Aufnahme in das Zulassungsverfahren ergeben.

Von dem REACH-Zulassungsverfahren, das die Verwendung besonders gefährlicher Stoffe einschränkt oder auch zu deren Ersatz oder Verbot führen kann, sind auch einige Bayer-Stoffe betroffen.

Behörden überprüfen im Rahmen von regelmäßigen Inspektionen die Umsetzung von REACH. Bisher führte keine der Inspektionen bei Bayer zu Beanstandungen. Da wir als Anwender viele Produkte anderer Hersteller einsetzen, stehen wir in engem Kontakt zu unseren Lieferanten und lassen uns die REACH-Konformität der gelieferten Produkte bestätigen.

Mit unserer Konzernregelung „Stoffinformation und Auskunftsfähigkeit“ gehen wir über gesetzliche Anforderungen hinaus. Damit stellen wir sicher, dass ähnliche Stoffbewertungen wie unter REACH auch an Bayer-Standorten zur Anwendung kommen, die dieser europäischen Verordnung nicht unterliegen.

Gleichzeitig setzen wir das 2009 in der Europäischen Union (EU) in Kraft getretene „Globally Harmonized System“ (GHS) zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien um. Ziel dieser Regelung ist ein weltweit einheitliches System zur Einstufung von Chemikalien sowie deren Kennzeichnung auf Verpackungen und in Sicherheitsdatenblättern.

Wir unterstützen auch die „Global Product Strategy“ (GPS), eine freiwillige Selbstverpflichtung der chemischen Industrie auf Initiative des Weltchemieverbands ICCA. Sie soll das Wissen über chemische Produkte vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern verbessern und damit die Sicherheit im Umgang mit diesen Produkten erhöhen. ICCA hat ein Informationsportal eingerichtet, auf dem zusammengefasste Informationen zu Produkten („GPS Safety Summaries“) bereitgestellt werden. Besonders relevant ist GPS für MaterialScience.

Alle Teilkonzerne erfassen nach den jeweiligen Produktsicherheits- und Informationspflichten Produktinformationen, ob für Rohstoffe, Zwischen- oder Endprodukte. Um den weltweiten Zugang zu diesen Informationen abzusichern, nutzen unsere Teilkonzerne entsprechende IT-Systeme, u. a. auch zur Produktkennzeichnung.

Produktverantwortung beim Einsatz von Biotechnologie

Die Produktentwicklung in unseren Bereichen Pharma und Pflanzenschutz nutzt den Einsatz biotechnologischer Methoden. In der pharmazeutischen Produktentwicklung hat die Biotechnologie bereits eine größere Bedeutung erlangt. HealthCare-Produkte, die in biotechnologischen Verfahren hergestellt werden, sind Betaferon™/Betaseron™, Kogenate™ und Eylea™.

In der Pflanzenbiotechnologie können durch den Einsatz gentechnischer, aber auch nicht gentechnischer Methoden der Ernteertrag, die Ertragssicherheit und die Stresstoleranz von Pflanzen erhöht werden, ohne den Ressourceneinsatz steigern zu müssen.

Auch beim Einsatz von Biotechnologie hat die Sicherheit für Bayer höchste Priorität. Über die Beachtung aller einschlägigen Rechtsvorschriften hinaus haben wir eine Konzernregelung „Position zum verantwortungsvollen Umgang mit der Gentechnik“ sowie spezifische Regelungen für die Teilkonzerne und Servicegesellschaften formuliert.

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Online-Ergänzung: 3-10-4

Vor der Marktreife prüfen wir jedes Produkt im Rahmen strenger Zulassungsverfahren auf seine Sicherheit für Mensch, Tier und Umwelt.

HealthCare hat seine strengen Sicherheitsmaßnahmen für den Umgang sowie Forschung und Entwicklung in der Direktive zur „Biologischen Sicherheit“ und der Verfahrensanweisung „Vorgehensweise zum sicheren Umgang mit biologischen Stoffen“ festgelegt.

CropScience hat 2013 seinen Fokus auf Produktverantwortung sowohl für interne als auch externe Kunden durch sein Engagement im „Excellence Through Stewardship“-Programm der Industrie fortgesetzt. Produktverantwortung und Qualitätsmanagement-Prozesse haben oberste Priorität bei allen Aktivitäten der Pflanzenbiotechnologie.

Wir informieren unsere Stakeholder umfassend, transparent und verlässlich über unsere Produkte und Dienstleistungen gemäß unserer Konzernregelung zum verantwortungsvollen Marketing.

Tierschutz im Fokus

In der Forschung nach neuen Arzneimittelwirkstoffen sind Tierversuche vorgeschrieben und nur bedingt ersetzbar. Aus wissenschaftlicher Sicht sind sie notwendig, um die Auswirkungen unserer Produkte vor allem auf den Menschen, aber auch auf Natur und Umwelt gesetzeskonform zu bewerten. In unserem Umgang mit Tieren respektieren wir alle rechtlichen Anforderungen des Tierschutzes. Sollten zur Bewertung unserer Substanzen Tierversuche notwendig sein, folgt Bayer den sogenannten 3R-Prinzipien:

  • „Replace“: Vor jedem Projekt überprüfen wir, ob es anerkannte tierversuchsfreie Methoden gibt und setzen diese dann ein.
  • „Reduce“: Gibt es keine alternative Methode, werden nur so viele Tiere eingesetzt, wie nötig sind, um auf Basis der gesetzlichen Vorgaben zu wissenschaftlich aussagekräftigen Ergebnissen zu gelangen.
  • „Refine“: Bei Tierversuchen achten wir darauf, dass die Belastung dabei so gering wie möglich ist.

Unsere Prinzipien gelten auch für die von uns beauftragten Forschungsinstitute sowie unsere Lieferanten, die wir regelmäßig auf die Einhaltung des Tierschutzes überprüfen.

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Online-Ergänzung: 3-10-5

Das „Global Animal Welfare Committee“ von Bayer überwacht die Einhaltung unserer Grundsätze zu Tierschutz und Tierversuchen im Konzern sowie bei externen Studien. 2011 begann dieses Gremium, das sich aus den Tierschutzbeauftragten unserer Forschungsstandorte und weiteren Bayer-Experten zusammensetzt, mit der Definition von Leistungsindikatoren. Dazu analysieren wir jährlich z. B. die Anzahl der eingesetzten Tiere, die Anzahl der Tiere bei „Contract Research Organizations“ (CROs), die Verteilung der Arten sowie das Verhältnis regulatorisch geforderter im Vergleich zu explorativen Studien. Weitere Indikatoren, wie die Anzahl und die Qualität der Audits bei unseren Lieferanten und CROs, sind initiiert und befinden sich in der internen Evaluierung. Wir haben den Aufbau einer Bayer-internen Datenbank gestartet, die alle Informationen über unsere eigenen Tierversuche und die Bewertung unserer Kooperationspartner zusammenführt. Bayer beteiligt sich an mehreren europäischen Konsortien, die die Verringerung von Tierversuchen oder eine verbesserte Aussagekraft von Tierversuchen zum Ziel haben. Wir engagieren uns u. a. in der „European Partnership for Alternative Approaches to Animal Testing“ (EPAA) und sind an der Durchführung des „Safety Sciences for Medicines (SafeSciMET) Programms“ sowie der Leitung des „eTOx“-Projekts und im „MARCAR“-Projekt der „Innovative Medicines Initiatives“ (IMI) beteiligt. Außerdem unterstützen wir die „Stiftung zur ­Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zur Einschränkung von Tier­versuchen“ (SET).

Schutz vor Produktfälschungen

Der illegale Handel mit gefälschten Medikamenten und Pflanzenschutzprodukten nimmt weltweit zu. Gefälschte Produkte im Bereich Gesundheit und Ernährung gefährden Patienten und Konsumenten. Durch minderwertige Produkte entstehen aber auch erhebliche finanzielle Schäden, sowohl für uns als Hersteller als auch für die Anwender.

Zur Bekämpfung von Produktfälschungen müssen Industrie, Verbände, staatliche Stellen und nichtstaatliche Organisationen gemeinsam vorgehen. Bayer setzt sich kontinuierlich für eine Verschärfung und Erweiterung bestehender Gesetze und Bestimmungen ein, die der Erkennung und Beschlagnahme illegaler Produkte dienen. Durch umfangreiche eigene Maßnahmen klären wir unsere Kunden sowohl über Gefahren als auch potenziell mangelnde Wirksamkeit gefälschter Produkte auf.

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Online-Ergänzung: 3-10-6

In der Zollstatistik der EU belegen Arzneimittelfälschungen einen Spitzenplatz. Die Anzahl der Ermittlungsverfahren waren 2012 in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 39 % gestiegen, seit 2010 sogar um 100 %. In enger Zusammenarbeit mit Behörden arbeitet Bayer daran, die Gesundheit von Patienten, Kunden und Anwendern zu schützen. Im Fokus stehen dabei Aufklärung und Information zur sicheren Identifizierung unserer Originalprodukte sowie rechtliche Maßnahmen zur Minimierung des illegalen Handels.

Auf der Internet-Plattform „Vorsicht Fälschung“ informiert HealthCare über die mit Arzneimittelfälschungen verbundenen Risiken und gibt Patienten Hinweise, wie sie sich schützen können. Bayer beteiligt sich an der Interpol-Initiative „Pharmaceutical Industry Initiative to Combat Crime“ (PIICC) zur Bekämpfung von Arzneimittelfälschungen durch weltweite Strafverfolgung und Eliminierung entsprechender krimineller Netzwerke.

Wir unterstützen zudem den Aufbau eines paneuropäischen Systems zur Verifizierung von Arzneimittelverpackungen, das den Anforderungen der „EU Falsified Medicine Directive“ entspricht. In Deutschland sind wir Mitglied im Projekt „SecurPharm“.

Der Anteil illegaler Produkte im Pflanzenschutzmittelmarkt liegt nach einer Schätzung von Europol aus dem Jahr 2012 in einigen EU-Mitgliedstaaten bei 25 %. CropScience informiert Händler, Landwirte und Behörden und stellt ihnen Anti-Fälschungs-Trainingsmaterial (Handbücher, Workshops, etc.) zur Verfügung. 2013 wurden Schulungen u. a. im Nahen Osten und mehreren Ländern der EU durchgeführt, bei denen Bayer auf die Gefahren durch Produktfälschungen aufmerksam gemacht hat. Wir unterstützen dazu auch Initiativen von globalen und regionalen Verbandsgremien, wie z. B. die „Anti-Counterfeiting Expert Group“ der „European Crop Protection Association“ (ECPA) und das „Anti-Counterfeiting Steering Committee“ des internationalen Industrieverbands „CropLife International“ (CLI).

CropScience arbeitet intensiv mit nationalen und internationalen Behörden zusammen, was immer wieder zur Beschlagnahmung gefälschter Produkte führt. 2013 haben wir die Zusammenarbeit mit den europäischen Behörden weiter verstärkt, um sie bei ihren Untersuchungen krimineller Netzwerke, die illegale und gefälschte Pflanzenschutzmittel in den europäischen Markt liefern, zu unterstützen. CropScience arbeitet mit Reedereien und europäischen Importhäfen zusammen, um u. a. durch genauere Fracht- und Kundenprüfung den Transport von Fälschungen zu verhindern. Die meisten Produktfälschungen stammen ursprünglich aus Asien und gelangen über mitteleuropäische Frachthäfen in den Handel. Mit unserer Unterstützung konnten auch 2013 erhebliche Mengen illegaler Produkte von den Hafenbehörden beschlagnahmt werden. CropScience führt außerdem selbst Kon­trollen verdächtiger Warenlieferungen durch. Im Berichtsjahr wurde z. B. in Deutschland rechtlich viermal erfolgreich gegen die Vertreiber von gefälschten Parallelimporten vorgegangen.

HealthCare

Nutzen-Risiko-Management von Arzneimitteln und Medizinprodukten

HealthCare bewertet kontinuierlich das medizinische Nutzen-Risiko-Verhältnis seiner Arzneimittel und Medizinprodukte über den gesamten Lebenszyklus. Für diesen Prozess bilden Experten verschiedener Disziplinen funktionsübergreifende Sicherheitsmanagement-Teams (SMTs). Diese Teams bewerten gemeinsam die für das Produkt verfügbaren Nutzen- und Risikodaten sowie andere relevante Informationen, um mögliche Sicherheitsrisiken frühzeitig zu erkennen und das medizinische Nutzen-Risiko-Verhältnis zu bewerten. Um die verfügbaren Daten auf eine möglichst breite Basis zu stellen, werden auch externe Datenbanken einbezogen. Sollten bedeutende Risiken festgestellt werden, ergreift HealthCare unverzüglich risikominimierende Maßnahmen, wie z. B. die Aktualisierung der Produktinformation für Patienten und Ärzte.

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Online-Ergänzung: 3-10-BHC-1

Weitere Instrumente zur Risikominimierung sind gezielte Informationen, wie z. B. Patienten-Informationsbroschüren und Trainingsmaßnahmen ebenfalls für Ärzte und Patienten. Die SMTs erfassen Informationen zum medizinischen Nutzen-Risiko und erstellen detaillierte Sicherheitsrisiko-Management­pläne. Diese Pläne werden aktualisiert, sobald relevante neue Nutzen-Risiko-Daten verfügbar sind. Die Implementierung der risikominimierenden Maßnahmen wird von lokalen SMTs in den Landesorganisationen koordiniert.

Die globale Arzneimittelsicherheit von HealthCare führt kontinuierlich sicherheitsrelevante Informationen für unsere Produkte in der firmeneigenen globalen Sicherheitsdatenbank zusammen. Die Informationen werden von Experten fortlaufend aktualisiert und bewertet. Bayer arbeitet dabei eng mit den zuständigen Zulassungs- und Überwachungsbehörden auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene zusammen. Dazu zählen u. a. die US-Gesundheitsbehörde Food and Drug Administration (FDA), die europäische Arzneimittelagentur European Medicines Agency (EMA) und das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Weitere Beiträge zu mehr Sicherheit leisten das Qualitäts- und Risikomanagement von HealthCare. Externe und interne Anforderungen zur Qualitätssicherung bei unseren Produkten überprüfen wir durch systematische interne Inspektionen – sowohl in der Forschung und Entwicklung als auch in der Produktion. Diese Inspektionen schließen auch die von uns beauftragten Institute und unsere Lieferanten mit ein. Durch unser Sicherheitsrisiko-Managementsystem werden Arzneimittelrisiken systematisch identifiziert, bewertet und erforderliche Maßnahmen eingeleitet. Länder und Regionen erhalten stete Unterstützung bei der Einhaltung regulatorischer Erfordernisse im Arzneimittelbereich.

Bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen unserer Forscher folgen wir anerkannten internationalen Standards, zu denen wir uns in einer „Good Publication Policy“ verpflichtet haben. In unseren klinischen Studien orientieren wir uns an den Richtlinien zu „Good Clinical Practices“ der WHO sowie den Vorgaben der „International Conference on Harmonization“ (ICH). Aufbau und Ergebnisse klinischer Studien legen wir offen.

Untersuchung von Arzneimittelrückständen in der Umwelt

Arzneimittelwirkstoffe können über menschliche Ausscheidungen oder Ausscheidungen von Nutztieren, eine falsche Entsorgung durch die Anwender oder durch Rückstände im Abwasser der Arzneimittelproduktion in die Umwelt gelangen.

Um mögliche Umweltauswirkungen unserer pharmazeutischen Produkte beurteilen zu können, führt HealthCare ökotoxikologische Untersuchungen zum Umweltverhalten von Rückständen und Abbauprodukten durch. Diese Bewertungen sind Bestandteil der Dossiers für die europäischen Zulassungsbehörden, sowohl für Tier- als auch Humanarzneimittel. Im Rahmen der Zulassungsverfahren ist dabei nachzuweisen, dass bei bestimmungsgerechter Anwendung der Arzneimittel keine signifikanten Umweltgefährdungen auftreten können.

Firmeninterne Abwasserstandards sollen sicherstellen, dass von der Freisetzung von Wirkstoffspuren im Abwasser der Produktionsstandorte kein Umweltrisiko ausgeht. Dazu sollen konkrete Schwellenwerte definiert werden, die von allen HealthCare-Produktionsstandorten weltweit einzuhalten sind.

Von Behörden und wissenschaftlichen Instituten durchgeführte Messungen haben ergeben, dass die in Trinkwasser vorhandenen Konzentrationen einzelner pharmazeutischer Wirkstoffe aus Human- oder aus Tierarzneimitteln unter der Menge liegen, die pharmakologische Auswirkungen für den Menschen hätte. Das Vorkommen einzelner pharmazeutischer Wirkstoffe in Gewässern oder Trinkwasser stellt nach unserem aktuellen Wissensstand kein Risiko für Menschen dar. Das bestätigt der 2012 erschienene WHO-Bericht zu Arzneimitteln im Trinkwasser.

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Online-Ergänzung: 3-10-BHC-2

Auf wissenschaftlicher Ebene beteiligt sich HealthCare an Forschungsprojekten, um Arzneimittelrückstände in der Umwelt weiter zu erforschen und zu reduzieren:

Unter Beteiligung von HealthCare untersuchte das Ende 2012 beendete Projekt „PILLS“ gemeinsam mit europäischen Projektpartnern, inwieweit neue Reinigungstechnologien an sogenannten Punktquellen Arzneimittelrückstände komplett eliminieren können. Es ließ sich nachweisen, dass durch die Einrichtung von Krankenhauskläranlagen mit spezieller Klärtechnik der Wirkstoffgehalt im Abwasser weiter verringert werden kann. Die derzeitigen Kosten dieser Reinigungstechnologie sind jedoch erheblich. Das von der EU geförderte Folgeprojekt „noPILLS“ untersucht daher, inwieweit weniger ­kostenintensiv direkt am Eintragsort angesetzt werden könnte. Weiterer Schwerpunkt von „noPILLS“ sind Untersuchungen zur Beeinflussung des Konsumentenverhaltens z. B. bei der Entsorgung von Altarzneimitteln. Bayer ist bei „noPILLS“ erneut im wissenschaftlichen Beirat vertreten.

In Deutschland engagiert sich HealthCare an der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Initiative „Risikomanagement von neuen Schadstoffen und Krankheitserregern im Wasserkreislauf“ (RISKWA). HealthCare ist Mitglied im Lenkungskreis.

Sicherheits- und Qualitätsstandards bei Animal Health

Für alle Animal-Health-Produktklassen gelten entsprechend den gesetzlichen Anforderungen strenge Qualitätsstandards. Für Tierarzneimittel wie Parasitizide, Entwurmungsmittel oder Antibiotika gelten hohe, mit denen der Humanmedizin vergleichbare, Sicherheits- und Qualitätsstandards. Im Rahmen der gesetzlichen Zulassungsverfahren führt Animal Health Studien durch, um Umweltauswirkungen durch die Anwendung der Produkte zu minimieren.

Tierärzte, Landwirte und private Anwender schulen wir im verantwortungsvollen Umgang mit unseren Produkten. Wir unterstützen hierzu auch die „European Platform for the Responsible Use of Medicines in Animals“. Diese vereint verschiedene Partnerorganisationen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

CropScience

Bei den Produkten von CropScience steht die Sicherheit im Mittelpunkt. Schon vor der Produktentwicklung untersuchen wir, ob die angestrebte Lösung mit unserem Nachhaltigkeitsansatz vereinbar ist. Während der Entwicklungsphase überprüfen wir die Produkte in strengen und behördlich kontrollierten Tests. Dabei geht es zum einen um die toxikologischen Eigenschaften eines Wirkstoffs, zum anderen aber auch um die Frage, wie viele Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nach fachgerechter Anwendung auf den Pflanzen verbleiben. Bevor ein Produkt auf den Markt kommt, führen wir je nach Produktbereich zahlreiche weitere Sicherheitsprüfungen bezogen auf Anwendung und Umweltverhalten durch.

Ende 2012 hat CropScience den Verkauf aller noch verbliebenen insektiziden Pflanzenschutzmittel der WHO-Klasse I für Blatt- und Bodenanwendungen sowie Saatgutbehandlungen auslaufen lassen. Alle entsprechenden Insektizide wurden durch moderne, zielgerichtete und umweltfreundlichere Formulierungen ersetzt.

CropScience folgt dem Internationalen Verhaltenskodex der Welternährungsorganisation (FAO) zu Vertrieb und Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Dessen Grundsätze decken den gesamten Lebenszyklus eines Produkts ab – von der Entwicklung bis zur Anwendung und darüber hinaus. Alle wesentlichen Aspekte einer verantwortlichen Produkthandhabung setzen wir in unserem „Product Stewardship“-Programm um, das den Grundsätzen unserer „Product Stewardship Policy“ folgt.

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Online-Ergänzung: 3-10-BCS-1

CropScience engagiert sich auch über das Kerngeschäft hinaus gezielt in Projekten für mehr Produkt­verantwortung. Wir sind Mitglied der „Better Sugarcane Initiative“, die sich für den nachhaltigen Zuckerrohranbau in Brasilien einsetzt, sowie des „International Sustainability & Carbon Certification“-Vereins, der an der Etablierung eines Systems zur Zertifizierung von Biomasse und Bioenergie arbeitet. Darüber hinaus nehmen wir am „Round Table for Responsible Soy“ teil, der sich für die nachhaltige Produktion von Soja einsetzt, sowie am „Round Table for Sustainable Palm Oil Production“, einer Organisation zur Förderung von nachhaltigen Anbaumethoden zur Produktion von Palmöl.

Verantwortung für Kunden und Partner

Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist größtmögliche Sorgfalt notwendig. Daher stellt die Unterstützung unserer Kunden und Partner im fachgerechten und sicheren Umgang mit den Produkten einen Schwerpunkt der Produktverantwortung bei CropScience dar. Mit zahlreichen Programmen weltweit wenden wir uns insbesondere an Landwirte und Händler. Gezielte Schulungen dienen dazu, unsere Produkte effektiv einzusetzen und die Sicherheit für Anwender, Umwelt und Konsumenten zu gewährleisten. Darüber hinaus stellen wir unseren Kunden für alle unsere Produkte Leitfäden zur sicheren Anwendung, Lagerung und Entsorgung zur Verfügung.

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Online-Ergänzung: 3-10-BCS-2

Im Jahr 2013 konzentrierten sich die Schulungsaktivitäten von CropScience auf die Regionen Asien und Lateinamerika. Ein Beispiel sind unsere Aktivitäten in Indien mit generellen Trainings- und Informationsveranstaltungen. 600 Landwirte werden von CropScience in guter landwirtschaftlicher Praxis geschult. Sie erfahren, wie sie das Wachstum ihrer Früchte steigern, Pflanzenschutzmittel effektiv und sicher einsetzen und dadurch die Qualität der erwirtschafteten Güter steigern können. Darüber hi­naus werden ihnen neue Vermarktungsmöglichkeiten aufgezeigt, die den Kleinbauern helfen, höhere Gewinne mit ihren Produkten zu erzielen.

Die Förderung der landwirtschaftlichen Entwicklung wirkt häufig effektiver in der Bekämpfung von Hunger und Armut als andere Formen von Unterstützung. Durch das gesteigerte Einkommen können Landwirte, wie in Indien, ihren Lebensstandard verbessern, mehr Investitionen in die Ausbildung ihrer Kinder und den eigenen Betrieb tätigen. Der gesellschaftliche Mehrwert entsteht durch die vermehrte Produktion von qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln. Mithilfe dieser Maßnahmen tragen wir zur nachhaltigen Entwicklung der Landwirtschaft bei.

In Lateinamerika haben wir unsere gesamten Aktivitäten zu Produktsicherheitsmaßnahmen unter unserem Agro-Vida-Programm zusammengefasst. Es umfasst verschiedene Initiativen, mit denen wir das Sicherheitsbewusstsein und die fachliche Expertise der Landwirte seit den 1990er-Jahren kontinuierlich erhöhen. Hierzu tragen beispielsweise auch Sicherheitsschulungen für Landwirte bei. Im Jahr 2013 wurden z. B. in der Andenregion ca. 20.000 Landwirte und in der Region Zentralamerika und Karibik (ohne Mexiko) 3.700 Landwirte geschult. Auch in zahlreichen Ländern Afrikas wurden 2013 Sicherheitsschulungen durchgeführt.

Bei der Abfallentsorgung unterstützt Bayer in verschiedenen Ländern die Aktivitäten der Industrie dabei, ein firmenübergreifendes Entsorgungskonzept für gebrauchte Verpackungen und Behälter zu etablieren. Im Vorgriff auf eine solche Lösung richtete Bayer auch eigene Entsorgungssysteme ein.

Im Rahmen des Gewässerschutzes bieten wir den Kunden ein biologisches Reinigungssystem (Phytobac™) an. Es soll bei der Entsorgung von Restflüssigkeiten, die bei der Befüllung und Reinigung von Spritzgeräten anfallen, den punktuellen Eintrag von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen verhindern. In Europa gibt es bereits ca. 2.500 Phytobac™-Anlagen, geplant ist eine Einführung des Systems auch in Asien und Lateinamerika.

Darüber hinaus engagieren wir uns bei der Optimierung technischer Lösungen zur Risikominimierung während der Anwendung unserer Produkte: In Europa haben wir u. a. die Verbesserung von Sämaschinen zum besseren Schutz von Anwendern und Umwelt mit vorangetrieben. Dabei ging es vor allem darum, die Staubabdrift einzudämmen.

Interne Mitarbeiterschulungen runden das Weiterbildungsangebot im Rahmen der Produktverantwortung ab. Über sämtliche Prinzipien des verantwortlichen Umgangs mit unseren Produkten, verbunden mit konkreten Handlungsanleitungen für unsere Mitarbeiter und Produktanwender, informiert auch unsere o. g. „Product Stewardship Policy“.

Bienengesundheit und Pflanzenschutz

Pflanzenschutzprodukte, die Landwirten, Verbrauchern und der Umwelt nützen, sind notwendig, um die Ernährungsversorgung einer wachsenden Weltbevölkerung auch in den kommenden Jahren zu sichern. Gleichzeitig müssen die Bestäuber geschützt werden, die ihren Beitrag zur Vielfalt gesunder Lebensmittel leisten. 2013 hat sich die Debatte über den Einsatz einiger neonikotinoidhaltiger Pflanzenschutzmittel und die subjektive Einschätzung ihrer Auswirkung auf die Bienengesundheit auf politischer Ebene ausgewirkt. Das Ergebnis war, dass die EU-Kommission den Einsatz einiger Produkte dieser Wirkstoffklasse für bestimmte Anwendungen in Europa eingeschränkt hat. Die Entscheidung der EU-Kommission ist nach Auffassung von Bayer wissenschaftlich nicht begründet und rechtlich fehlerhaft. Die betreffenden Wirkstoffe wurden bereits im Rahmen von Zulassungsverfahren umfassend auf ihre Bienensicherheit geprüft. Bayer hat gegen die Entscheidung der Kommission Klage eingereicht, um Rechtssicherheit für Zulassungsverfahren sicherzustellen. Bayer engagiert sich weiterhin für die Bienengesundheit und den verantwortlichen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Im Rahmen seiner Produktverantwortung fördert das Unternehmen mit Investitionen die Forschung, um Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf die Honig­biene zu minimieren.

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Online-Ergänzung: 3-10-BCS-3

2012 startete Bayer ein weltweites „Bee Care“-Programm, um ein besseres Verständnis der vielen Faktoren, die sich auf die Bienengesundheit auswirken können, zu fördern. Zu diesem Programm gehörte die Errichtung des ersten „Bayer Bee Care Center“ am Standort von CropScience und der HealthCare-Division Animal Health in Monheim, Deutschland. Im Monheimer Zentrum, das im Juni 2012 eröffnet wurde, führt CropScience das umfassende Wissen und die Expertise von Bayer zur Bienengesundheit zusammen. Es fungiert auch als Plattform für den Dialog mit Stakeholdern, die weltweit unser Interesse an der Förderung der Bienengesundheit teilen. Nach dem Erfolg dieser Einrichtung wird 2014 ein zweites ���Bayer Bee Care Center“ öffnen, das sich speziell mit den Themen der Bienengesundheit in Nordamerika beschäftigt. Das nordamerikanische Zentrum wird seinen Sitz in der US-Zentrale von CropScience im Research Triangle Park, Raleigh, USA, haben und wichtige technologische, wissenschaftliche und akademische Ressourcen zusammenbringen.

Unter Wissenschaftlern, die im Bereich der Bienengesundheit arbeiten, herrscht ein breiter Konsens, dass die Verbreitung der schwierig zu behandelnden Varroa-Milbe die Hauptgefahr für die Bienengesundheit darstellt, u. a. da dieser Schädling eine Vielzahl von Viruserkrankungen auf Bienen überträgt. Unsere HealthCare-Division Animal Health entwickelt mit Forschern des Instituts für Bienenkunde in Oberursel, Deutschland, einen innovativen Ansatz zur Bekämpfung der Varroa-Milbe, das Varroa-Gate, das nach dem Prinzip einer Schleuse die Infektion von Bienenstöcken mit dem Parasiten verhindern soll. Zu weiteren wichtigen Faktoren, die Einfluss auf die Bienengesundheit haben, zählt allerdings auch eine in manchen Regionen allgemein intensiver betriebene Landwirtschaft und somit ein Mangel an geeigneten Nahrungsquellen für Bienen und bei Wildbienen außerdem an Brutplätzen.

Über den Fokus der Bienengesundheit hinaus sind für uns Maßnahmen zur Produktverantwortung wichtig, die wir für den Einsatz unserer Pflanzenschutzprodukte vorsehen. Zu diesen Initiativen gehören: eine neue Fördertechnologie für US-Sämaschinen, die die Reibung verringert und dadurch den gleichmäßigen Saatfluss fördert; die zusätzliche Kennzeichnung von Saatsäcken; zwei neue, in Europa entwickelte Technologien zur Abluftreinigung während des Säens sowie noch anspruchsvollere neue Qualitätskontrollstandards für die Saatbeizung.

Außerdem haben wir ein großangelegtes Bienen-Monitoring-Programm initiiert, das in fünf europäischen Staaten (Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Ungarn und Polen) umgesetzt wird. Die Untersuchungen werden an Winterraps durchgeführt, einer Kultur, die für Bienen sehr attraktiv ist und die in der Regel mit Neonikotinoid-Saatbeizen behandelt wird. Das Monitoring beinhaltet eine wissenschaftliche Studie, die unter Leitung eines unabhängigen Forschungsinstituts an verschiedenen Standorten in den o. g. Ländern durchgeführt wird und mit der Aussaat des Winterrapses im Sommer 2014 anläuft. Des Weiteren wird zur Veranschaulichung der Monitoringaktivitäten ein Netzwerk landwirtschaftlicher Demonstrationsbetriebe in denselben Staaten etabliert, das im Frühjahr 2014 in Aktion treten wird. Die Dauer der genannten Aktivitäten ist auf 2–3 Jahre angesetzt.

CropScience ist nach wie vor davon überzeugt, dass Neonikotinoide sicher für Bienen sind, wenn sie verantwortungsvoll und sachgerecht eingesetzt werden. Unsere Auffassung wird gestützt durch die Auswertung von Monitoring-Studien, die zusätzlich zu den im umfangreichen Zulassungsverfahren generierten Studien von unabhängigen Instituten durchgeführt wurden. Die vorliegenden Ergebnisse sowie der langjährige sichere Einsatz dieser Mittel in der landwirtschaftlichen Praxis bestätigen die Resultate des „Risk Assessment“ der Fachbehörden der EU-Mitgliederstaaten für Neonikotinoid-Saatbeizen. Diese besagen, dass die Produkte unschädlich für Bienenvölker sind, soweit sie entsprechend den Produktinformationen eingesetzt werden. Ungeachtet der zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen, die die Sicherheit von Neonikotinoiden bestätigen, haben wir die oben beschriebene, zusätzliche Monitoring-Studie initiiert.

MaterialScience

Die Produkte von MaterialScience erfüllen höchste Sicherheitsanforderungen. Dies betrifft nicht nur die Stoffe, die aufgrund der europäischen REACH-Verordnung standardmäßig überprüft werden müssen. Wir bewerten darüber hinaus im Rahmen der freiwilligen „Global Product Strategy“ (GPS) der chemischen Industrie von uns eingesetzte Stoffe und reduzieren etwaige Gesundheits- und Umweltrisiken, die durch unsere Chemikalien entstehen könnten. Die Bewertungen der Produktsicherheit („Product Safety Assessments“) beziehen sich auf den gesamten Lebenszyklus eines Produkts – von Forschung und Einkauf über Produktion und Logistik bis zu Anwendung, Entsorgung und Verwertung. Unsere Produktverantwortung endet nicht im Unternehmen, sondern bindet auch Lieferanten, Kunden und Partner mit ein. GPS ist bei MaterialScience über das Internetportal „Product Safety First“ zugänglich und seit 2013 weltweit in sieben Sprachen verfügbar. Auf der Website informieren wir Kunden und andere Interessengruppen über unsere Maßnahmen und Produktsicherheitsbeurteilungen.

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Eine Produktsicherheitsbeurteilung bei MaterialScience erfolgt in mehreren Schritten. Zunächst werden Chemikalien, die einer gesetzlichen Regulierung unterliegen, identifiziert und die dazugehörigen entsprechenden Regulierungen erfasst. Danach werden diese auf ihr Risikopotenzial geprüft, um eine Grundlage für eine effektive Risikominimierung zu haben. Dies können beispielsweise Empfehlungen für technische Maßnahmen wie Schutzausrüstungen sein oder auch Vermarktungsbeschränkungen. Schließlich erstellen wir zu den Chemikalien die gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsdatenblätter, Merkblätter und Kennzeichnungen.

Für besonders wichtige Produkte wie z. B. MDI, TDI, Polycarbonat und Polyether erstellt MaterialScience zusätzlich in Kooperation mit Verbänden auf Basis von Industriedurchschnittswerten Umweltprodukt­deklarationen und Ökobilanzen nach ISO 14040 und 14044.

In Bezug auf Stoffe, die in direktem Kontakt mit Lebensmitteln stehen, verfolgt MaterialScience die wissenschaftliche Diskussion um die Chemikalie Bisphenol A (BPA), einen Ausgangsstoff für diverse Kunststoffe. Kritiker befürchten gesundheitliche Risiken für die Anwender, wenn Spuren von BPA aus den Polymeren freigesetzt werden. Im Einklang mit zahlreichen wissenschaftlich validen Studien sind wir der Überzeugung, dass die Sicherheit von BPA in den bestehenden Anwendungsgebieten gegeben ist. Diese Einschätzung deckt sich mit den Bewertungen der zuständigen Regulierungsbehörden u. a. in Europa, den USA, Australien und Japan. In Zusammenarbeit mit dem Verband PlasticsEurope engagieren wir uns für eine Versachlichung der Diskussion auf Basis wissenschaftlicher Untersuchungen.

MaterialScience hat seine Arbeiten rund um Kohlenstoff-Nanoröhrchen (Carbon Nanotubes – CNT) aus strategischen Überlegungen 2013 beendet. Forscher von MaterialScience hatten in Zusammenarbeit mit externen Partnern in den vergangenen Jahren komplexe Fragen zur sicheren Herstellung von speziellen Kohlenstoff-Nanoröhrchen bearbeitet. Viele Erkenntnisse wurden bereits anderen Unternehmen und Forschungseinrichtungen in der Innovationsallianz Carbon Nanotubes (Inno.CNT) zur Verfügung gestellt.

Letzte Änderung: 1. August 2014  Copyright © Bayer AG
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