Lagebericht & Ergänzungen | Grundlagen des Konzerns

6. Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit bedeutet für uns im Kern Zukunftsfähigkeit und ist integraler Bestandteil unserer Geschäftsstrategie. Wir sind davon überzeugt, dass wir unternehmerisch auf Dauer nur erfolgreich sein können, wenn wir wirtschaftliches Wachstum mit ökologischer und gesellschaftlicher Verantwortung in Einklang bringen.

Basis für die nachhaltige Ausrichtung unseres Konzerns sind verantwortungsvolle Geschäftspraktiken. Durch deren Umsetzung in den Handlungsbereichen Compliance (z. B. Anti-Korruption, verantwortliches Marketing), Personalpolitik, Produktverantwortung, Gesundheit, Umweltschutz und Sicherheit sowie Lieferantenmanagement können wir Risiken frühzeitig erkennen und minimieren. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für die gesellschaftliche Akzeptanz unseres Geschäfts. Darauf aufbauend wollen wir mit unseren Innovationen Beiträge zur Bewältigung globaler Herausforderungen leisten und dadurch zusätzliche Geschäftsopportunitäten entwickeln.

Chancen und Risiken identifizieren wir zudem durch Analyse der Erwartungen maßgeblicher Stakeholder. Diese spiegeln wir an unserer eigenen Einschätzung und leiten daraus die für Bayer relevanten Handlungsfelder ab. Die Erkenntnisse halten wir in einer Materialitätsmatrix fest.

eingeschränkt geprüft

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Die Analyse erfolgt durch regelmäßige Dialoge und Befragungen externer und interner Stakeholder. Wir haben die vorliegende Materialitätsmatrix 2011 im Rahmen eines Stakeholder-Prozesses anhand von externen Befragungen, internen Workshops, Benchmarkings und Analysen gemeinsam mit einem internationalen ThinkTank überprüft, restrukturiert und neu fokussiert. Wir planen für 2014 eine neue Materialitätsanalyse.

1 Neue Technologien: Management von Risiken und Chancen
2 Bekenntnis zur Arbeitsplatzsicherung
3 Bekämpfung von Gesundheitsrisiken durch Produktfälschungen
4 Produktsicherheit, REACH, Überwachung der Umweltauswirkungen von Stoffen mit endokriner Wirkung oder Wirkstoffen, HCFC und Ersatz von Produkten der WHO-Klasse I
5 Innovationen, die Kundenwünsche und gesellschaftliche Bedürfnisse zusammenbringen
6 U. a. Compliance, Integrität, Korruptionsbekämpfung, verantwortliche Marketing- und Vertriebspraktiken
7 Förderung der Energieeffizienz, der effizienten Ressourcennutzung (z. B. Wasser, Energie) und, wo möglich, Wechsel zu erneuerbaren Energien
8 Besserer Zugang zu Gesundheitsversorgung durch F & E, differenzierte Preisbildung, Patentschutz, Kooperationen, etc.
9 Achtung und Förderung der Menschenrechte entlang der gesamten Wertschöpfungskette, inkl. Verbot der Kinderarbeit
10 Schutz des geistigen Eigentums bei gleichzeitigem Zugang zu Produkten und Innovationen
11 Beitrag zur nachhaltigen Nahrungsmittelproduktion, -versorgung und -verfügbarkeit
12 Klimaschutz durch Emissionsminderung und Anpassung
13 Gesellschaftliche Investitionen und Ehrenamtsprogramme
14 Bekenntnis zum Tierschutz als Teil des wissenschaftlichen F & E-Prozesses, wo immer möglich, Reduzierung des Einsatzes von Tieren
15 Umfasst im Bereich Mitarbeiter: Löhne & Gehälter, Sozialleistungen, Aus- und Weiterbildung, Personalbeschaffung und -bindung
16 Sicherstellung einer soliden Verteilung kultureller Vielfalt unter den Mitarbeitern in Bezug auf Geschlecht, ethnische Herkunft und andere Indikatoren
17 Arbeitsschutz, Verfahrens-, Anlagen- und Transportsicherheit
18 Förderung fairer und konstruktiver Beziehungen. Einwirken auf ein nachhaltiges Verhalten in der Lieferkette, einschl.
ESG-Performance und Einhaltung der Menschenrechte
19 Verringerung der Umweltauswirkungen von Produkten und Prozessen auf Wasser, Luft und Boden; Förderung der Biodiversität

Unser Stakeholder-Engagement – also die Einbindung von unterschiedlichen Interessengruppen – ist eine wichtige Basis und Notwendigkeit für ein besseres gegenseitiges Verständnis.

eingeschränkt geprüft

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Als gesellschaftlich engagiertes und weltweit tätiges Unternehmen wissen wir, dass dieses Verständnis nur durch einen offenen und transparenten Dialog mit allen relevanten Interessengruppen (Stakeholder) möglich ist. Einen systematischen Stakeholder-Dialog erachten wir als eine wichtige Basis für Akzeptanz, vor allem aber als eine elementare Voraussetzung, um die Perspektiven und Erwartungen unserer Stakeholder frühzeitig verstehen und analysieren zu können. Wir wollen Vertrauen in unsere Arbeit schaffen und nehmen die Ansichten unserer Stakeholder ernst.

Wir suchen den zielgerichteten Dialog sowohl mit Stakeholdern, die durch unsere Geschäftstätigkeit unmittelbar beeinflusst werden, als auch solchen, die ihrerseits direkten oder indirekten Einfluss auf unsere Geschäftstätigkeit ausüben. Wir unterscheiden dabei vier Gruppen, mit denen wir hauptsächlich interagieren: Partner, Finanzmarktteilnehmer, Regulierer und die sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Interessengruppen. Im Folgenden geben wir anhand einiger ausgewählter Beispiele aus dem Jahr 2013 einen Einblick in unser Engagement mit den unterschiedlichen, für uns relevanten Stakeholdergruppen.


Stakeholderdialog bei Bayer (PDF, 219 KB)

Nachhaltigkeitsmanagement und -steuerung

Für Steuerung und Ausrichtung unserer konzernweiten Nachhaltigkeitsstrategie sind der Konzernvorstand für Innovation, Technologie und Nachhaltigkeit in seiner Funktion als „Chief Sustainability Officer“ des Unternehmens sowie ein Konzerngremium, das „Sustainable Development Committee“, unter der Leitung des Konzernbereichsleiters Environment & Sustainability verantwortlich.

Das Gremium identifiziert und bewertet die nachhaltigkeitsrelevanten Chancen und Risiken für unser Unternehmen, legt Ziele, Initiativen, Managementsysteme und Regelungen fest und ist für das Monitoring verantwortlich.

Ziele und Indikatoren helfen uns dabei, unsere Strategie zu operationalisieren und messbar zu machen. 2013 haben wir ein ambitioniertes, nicht-finanzielles Zieleprogramm verabschiedet, das sowohl neue als auch weiterentwickelte Nachhaltigkeitsziele entlang der Wertschöpfungskette umfasst (siehe Kapitel 1.3 „Ziele und Leistungskennzahlen“). Unser bisheriges Zieleprogramm 2015, über dessen Erreichungsgrad wir detailliert online berichten, wird damit abgelöst.

Interne Konzernregelungen stellen die Implementierung unserer Nachhaltigkeitsprinzipien im operativen Geschäft sicher. Sie werden durch entsprechende Managementsysteme, Regelungen und Prozesse auf Teilkonzernebene umgesetzt.

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Zu den Konzernregelungen gehören vor allem die „Sustainable Development Policy“, unsere Position zu Menschenrechten, die „Corporate Compliance Policy“, unser Verhaltenskodex für Lieferanten, die „Responsible Marketing & Sales Policy“, die Direktive zur Verfahrens- und Anlagensicherheit sowie z. B. Positionen zu den wichtigen Themen Klima, Wasser und Biodiversität.

Um unser Selbstverständnis als nachhaltig operierendes Unternehmen zu unterstreichen, haben wir uns international anerkannten Nachhaltigkeitsinitiativen wie dem „UN Global Compact“ und der Initiative „Responsible Care™“ verpflichtet und engagieren uns weltweit in führenden (Unternehmens-)Foren wie z. B. dem „World Business Council for Sustainable Development“ (WBCSD).


Letzte Änderung: 7. Juli 2014  Copyright © Bayer AG
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