Lagebericht & Ergänzungen | Prognose-, Chancen- und Risikobericht

20. Prognosebericht

20.1 Konjunkturausblick

Gesamtwirtschaft

Konjunkturausblick[Tabelle 3.20.1]
Wachstum* 2013 Ausblick
Wachstum*
2014
Welt 2,5 % 3,3 %
EU 0,1 % 1,3 %
davon Deutschland 0,4 % 1,8 %
USA 1,9 % 2,7 %
Schwellenländer** 4,7 % 5,3 %

* reales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, Quelle: Global Insight, ausgenommen Deutschland: Quellen: Statistisches Bundesamt (2013)/Bundeswirtschaftsministerium (2014)

** Darin enthalten sind rund 50 Länder, die Global Insight in Anlehnung an die Weltbank als Schwellenländer definiert.
Stand: Februar 2014

Das Wachstum der Weltwirtschaft wird im Jahr 2014 voraussichtlich höher ausfallen als im Vorjahr. Positive Impulse kommen dabei vor allem aus den Industrieländern, insbesondere den USA. Zugleich scheint die europäische Wirtschaft ihre Rezession überwunden zu haben. Die großen Notenbanken dürften das globale Wachstum insgesamt weiter unterstützen, auch wenn in den USA mit einer behutsamen Normalisierung der Geldpolitik zu rechnen ist.

Für die Europäische Union erwarten wir insgesamt ein moderates Wachstum, das insbesondere von der vergleichsweise günstigen Wirtschaftslage in Deutschland und Großbritannien ausgeht. In einigen Ländern Südeuropas dürfte die Wirtschaftsleistung allerdings nur geringfügig zunehmen oder sogar zurückgehen. Belastend wirken weiterhin die hohe Arbeitslosigkeit sowie – trotz erster Reformerfolge – die mangelnde internationale Wettbewerbsfähigkeit einiger Länder.

In den USA dürfte sich die Konjunkturerholung fortsetzen. Dazu tragen unter anderem die niedrigen Energiepreise und die Erholung des Immobilienmarkts bei.

Auch für die Schwellenländer rechnen wir mit einem höheren Wachstum als im Vorjahr – vor allem, weil deren Exporte von der erhöhten Nachfrage aus den Industrieländern profitieren dürften. Mit einem Wachstum auf dem Niveau des Vorjahrs wird China voraussichtlich auch 2014 wieder zu den wichtigsten Treibern der Weltwirtschaft gehören.

Konjunkturausblick Teilkonzerne[Tabelle 3.20.2]
Wachstum* 2013

Ausblick

Wachstum*

2014

HealthCare    
Pharmamarkt 3 % 4 %
Consumer-Care-Markt 5 % 4 %
Medical-Care-Markt -2 % -2 %
Animal-Health-Markt 3 % 4 %
CropScience
Saatgut- und Pflanzenschutzmarkt ≥5 % ≥5 %
MaterialScience (Hauptabnehmerbranchen)
Automobilindustrie 3 % 5 %
Bauwirtschaft 3 % 4 %
Elektroindustrie 4 % 6 %
Möbelindustrie 3 % 4 %

* eigene Berechnung, ausgenommen Pharmamarkt: Quelle: IMS Health. IMS Market Prognosis. Copyright 2014. Alle Rechte vorbehalten; währungsbereinigt; Werte 2013 vorläufig

Stand: Februar 2014

HealthCare

Das Wachstum des Pharmamarktes dürfte sich im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahr leicht erhöhen. Dabei erwarten wir eine weitere Zunahme der Nachfrage in den Schwellenländern. In den USA und einigen europäischen Ländern dürften die Pharma-Umsätze vor allem durch die Markteinführung neuer Produkte zunehmen – trotz der weiterhin restriktiven gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen.

Das Wachstum des Consumer-Care-Marktes dürfte sich nach der starken Erkältungssaison im Vorjahr normalisieren und im Jahr 2014 etwas geringer ausfallen. Für den Medical-Care-Markt erwarten wir auch im Jahr 2014 einen leichten Rückgang. Hier rechnen wir mit einer Abschwächung des Diabetes-Care-Marktes. Der Markt für Kontrastmittel und Medizingeräte (Geschäftseinheit Radiology & Interventional) dürfte nahezu das Vorjahresniveau erreichen. Das Wachstum des Animal-Health-Marktes dürfte im kommenden Jahr angesichts günstiger Konjunkturaussichten in wichtigen Märkten über Vorjahr liegen.

CropScience

Nachdem sich der globale Saatgut- und Pflanzenschutzmarkt im vergangenen Jahr dynamisch entwickelte, rechnen wir für 2014 mit einem weiter freundlichen, sich jedoch im Jahresverlauf abschwächenden Marktumfeld. Im historischen Vergleich ist weiterhin ein relativ hohes Preisniveau zu erwarten, vor allem aufgrund einer kontinuierlich steigenden Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln. Die Preise für Agrarrohstoffe in 2014 dürften jedoch niedriger ausfallen als im Vorjahr. Für die Landwirte dürfte dies weiterhin positive wirtschaftliche Aussichten bedeuten und Investitionen in hochwertiges Saatgut und Pflanzenschutzmittel anregen. Jedoch wird ebenfalls prognostiziert, dass die globalen Lagerbestände für die meisten pflanzlichen Agrarrohstoffe ansteigen werden. Für 2014 rechnen wir somit mit einer im Vergleich zum Vorjahr insgesamt geringeren Wachstumsrate im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Die größten Zuwächse erwarten wir nach wie vor in Lateinamerika. Der dortige Saatgut- und Pflanzenschutzmarkt wird hauptsächlich von einer kontinuierlichen Ausweitung des Sojabohnenanbaus geprägt, welcher fast 40 % der Anbaufläche in der Region ausmacht. Auch in Asien/Pazifik rechnen wir – wenn auch mit deutlich geringeren Wachstumsraten als in Lateinamerika – mit einer weiteren Ausweitung der landwirtschaftlichen Produktion. Die Entwicklung in dieser Region wird vor allem von Getreide und Reis, aber auch vom Anbau von Sonderkulturen wie Obst und Gemüse bestimmt. Weitere Regionen mit überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial – wenngleich auf relativ niedrigem absolutem Niveau – sehen wir in Osteuropa und Teilen von Afrika. Für die Märkte in den industrialisierten Regionen der nördlichen Hemisphäre prognostizieren wir dagegen im Vergleich zu 2013 ein deutlich geringeres Wachstum.

MaterialScience

2014 erwarten wir für unsere Hauptabnehmerbranchen ein sich verbesserndes Konjunkturklima. In Nordamerika sehen wir deutliche Wachstumsimpulse, die auf eine weitere Stabilisierung der Wirtschaft hoffen lassen. Klare Erholungstendenzen sind auch in den aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften erkennbar. Demgegenüber dürfte die wirtschaftliche Erholung in Westeuropa langsamer voranschreiten und die Entwicklung in Lateinamerika mit Risiken behaftet sein.

Für die Automobilindustrie gehen wir 2014 von einer positiven Entwicklung aus. Die stärksten Wachstumsimpulse dürften aufgrund der steigenden Nachfrage Asien und Nordamerika liefern. In Europa wird die Industrie leicht wachsen.

Die globale Bauindustrie wird sich 2014 voraussichtlich weiterhin erholen, hauptsächlich durch hohe Investitionstätigkeit in Nordamerika und Asien. Hierzu dürften eine weiterhin positive Entwicklung im privaten Wohnungsbau in den USA sowie stabile Investitionen in China und Indien beitragen.

Für die globale Elektroindustrie wird 2014 ein robustes Wachstum prognostiziert. Insbesondere in Asien (hauptsächlich China) dürfte die Nachfrage in nahezu allen Sparten stark steigen. In Westeuropa rechnen wir dagegen mit einem weiterhin schwachen Wachstum aufgrund der anhaltenden Schuldenkrise.

Wir erwarten, dass die regionale Entwicklung der weltweiten Möbelindustrie 2014 unterschiedlich verlaufen wird. Während in Gesamteuropa die Möbelnachfrage gering wachsen dürfte, sehen wir in Nordamerika Anzeichen für eine weitere Markterholung. In Asien rechnen wir mit einem stabilen Wachstum.

Letzte Änderung: 28. Februar 2014  Copyright © Bayer AG
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