Lagebericht & Ergänzungen | Wirtschaftsbericht

16.5 Finanzlage und Investitionen Bayer-Konzern

Kapitalflussrechnung Bayer-Konzern (Kurzfassung)[Tabelle 3.16.5]
2012 2013
in Mio € in Mio €
Brutto-Cashflow* 4.556 5.832
Veränderung Working Capital/Sonstige nicht zahlungswirksame Vorgänge -26 -661
Zu-/Abfluss aus operativer Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow) 4.530 5.171
Zu-/Abfluss aus investiver Tätigkeit -814 -2.581
Zu-/Abfluss aus Finanzierungstätigkeit -3.783 -2.535
Zahlungswirksame Veränderung aus Geschäftstätigkeit -67 55
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenanfang 1.771 1.698
Veränderung aus Wechselkurs-/Konzernkreisänderungen -6 -91
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenende 1.698 1.662

Vorjahreswerte angepasst

* Brutto-Cashflow: Ergebnis nach Ertragsteuern zuzüglich Ertragsteueraufwand zuzüglich Finanzergebnis abzüglich gezahlter bzw. geschuldeter Ertragsteuern zuzüglich Abschreibungen abzüglich Wertaufholungen zuzüglich bzw. abzüglich Veränderungen der Pensionsrückstellungen abzüglich Gewinne bzw. zuzüglich Verluste aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten abzüglich Gewinne aus der Neubewertung bisheriger Vermögenswerte bei stufenweisem Unternehmenserwerb. Die Position Veränderung der Pensionsrückstellungen umfasst sowohl die Korrektur nicht zahlungswirksamer Effekte im EBIT als auch Auszahlungen aufgrund unserer Pensionsverpflichtungen.

Zufluss aus operativer Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow)

Der Brutto-Cashflow des Jahres 2013 stieg im Vergleich zum Vorjahr insbesondere aufgrund des verbesserten EBIT um 28,0 % auf 5.832 Mio €. Geschäftsbedingt erhöhte sich die Mittelbindung im Working Capital bei HealthCare und CropScience deutlich, wogegen MaterialScience eine Mittelfreisetzung durch ein erfolgreiches Working-Capital-Management erreichen konnte. Weiterhin haben höhere Auszahlungen für Rechtsfälle den Cashflow belastet. Die Ertragsteuerzahlungen waren mit 1.281 Mio € (Vorjahr: 1.667 Mio €) rückläufig. Der Netto-Cashflow des Konzerns stieg um 14,2 % auf 5.171 Mio €.

Zu-/Abfluss aus investiver Tätigkeit

Im Jahr 2013 sind im Rahmen der investiven Tätigkeit insgesamt 2.581 Mio € abgeflossen. Die Ausgaben für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte stiegen um 11,8 % auf 2.157 Mio €. Davon entfielen auf HealthCare 809 Mio € (Vorjahr: 720 Mio €), auf CropScience 538 Mio € (Vorjahr: 376 Mio €) und auf MaterialScience 559 Mio € (Vorjahr: 621 Mio €). Die Ausgaben für Akquisitionen in Höhe von 1.082 Mio € (Vorjahr: 466 Mio €) entfielen im Wesentlichen auf die Übernahme des US-Unternehmens Conceptus, Inc. sowie der Steigerwald Arzneimittelwerk GmbH, Deutschland. Zugeflossen sind im Geschäftsjahr 2013 Einnahmen aus Desinvestitionen in Höhe von 79 Mio € (Vorjahr: 178 Mio €), die hauptsächlich aus dem Verkauf des globalen Polyester-Pulverharz-Geschäfts sowie aus umsatzabhängigen Vergütungen aus dem Verkauf des hämatologischen Onkologieportfolios an Genzyme Corp., USA, stammen. Darüber hinaus flossen Zins- und Dividendeneinnahmen in Höhe von 125 Mio € (Vorjahr: 104 Mio €) sowie aus kurz- und langfristigen finanziellen Vermögenswerten 301 Mio € (Vorjahr: 1.069 Mio €) zu.

Die wesentlichen, strategisch relevanten Investitionen in Sachanlagen der operativen Segmente innerhalb der vergangenen zwei Jahre sind in folgender Tabelle dargestellt:

Investitionen in Sachanlagen [Tabelle 3.16.6]
Segment Beschreibung
Investitionen 2013
Pharma Konsolidierung von mehreren Verwaltungs- und Geschäfts-Standorten in Whippany, USA
Erweiterung der Xarelto™-Produktionskapazitäten in Wuppertal und Leverkusen, Deutschland
Erweiterung der Herstellkapazitäten für Biologika in Wuppertal, Deutschland
Consumer Health
CropScience Kapazitätserweiterungen und Prozessverbesserungen für die Fungizid-Produktion in Deutschland, der Schweiz und USA sowie zugehörige Formulieranlagen in Frankreich
Ausbau der Produktionskapazitäten für Herbizid-Wirkstoffe in Deutschland und USA
Aufbau von Zuchtstationen für Weizen in Europa, Nordamerika und Asien/Pazifik, für Soja in Nordamerika und Lateinamerika, sowie für andere Kulturen und verbesserte Pflanzeneigenschaften
MaterialScience Verdoppelung der Produktionskapazität für Polycarbonat in Shanghai, China
  Erweiterung der Produktionskapazität für Diphenylmethan-Diisocyanat (MDI) in Shanghai, China
  Errichtung einer „world-scale”-Produktionsanlage für Toluylen-Diisocyanat (TDI) basierend auf der Technologie der Gasphasen-Phosgenierung in Dormagen, Deutschland
  Fertigstellung einer Mehrzweckanlage für die aliphatischen Isocyanate HDI (Hexamethylene diisocyanate) und IPDI (Isophorondiisocyanat) in Leverkusen, Deutschland
Investitionen 2012
Pharma Konsolidierung von mehreren Verwaltungs- und Geschäfts-Standorten in Whippany, USA
Aufbau einer Technikumsanlage in Wuppertal, Deutschland, zur Herstellung von Biomolekülen für klinische Prüfungen
Investitionen in Produktionsanlagen für die Formulierung und Verpackung von Hormontabletten in Weimar, Deutschland
Erweiterung der Xarelto™-Produktionskapazitäten in Wuppertal und Leverkusen, Deutschland
Consumer Health Erweiterung der Brausetablettierung und Verpackung in Cimanggis, Jakarta, Indonesien
CropScience Kapazitätserweiterungen und Prozessverbesserungen für die Fungizid-Produktion in Deutschland und der Schweiz
Aufbau von Weizenzuchtstationen in Europa, Nordamerika und Australien
Neubau eines Gewächshauses in Research Triangle Park, USA
MaterialScience Errichtung einer „world-scale”-Produktionsanlage für Toluylen-Diisocyanat (TDI) basierend auf der Technologie der Gasphasen-Phosgenierung in Dormagen, Deutschland
  Aufbau einer Mehrzweckanlage für die aliphatischen Isocyanate HDI (Hexamethylene diisocyanate) und IPDI (Isophorondiisocyanat) in Leverkusen, Deutschland
  Fertigstellung eines Polyurethan-Systemhauses in Qingdao, China

Zu-/Abfluss aus Finanzierungstätigkeit

Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit sind im Geschäftsjahr 2013 Mittel in Höhe von 2.535 Mio € abgeflossen. Hierin sind Netto-Kreditrückzahlungen in Höhe von 619 Mio € (Vorjahr: 1.946 Mio €) enthalten. Die verstärkte Nutzung kurzfristiger Finanzierungsinstrumente führte zu einer erhöhten Umschlagshäufigkeit des Fremdkapitals.

Die Netto-Zinsausgaben sanken um 27,8 % auf 338 Mio € (Vorjahr: 468 Mio €). Die Auszahlungen für „Gezahlte Dividenden und Kapitalertragsteuer“ lagen bei 1.574 Mio € (Vorjahr: 1.366 Mio €).

Flüssige Mittel und Nettofinanzverschuldung

Nettofinanzverschuldung[Tabelle 3.16.7]
31.12.2012 31.12.2013
in Mio € in Mio €
Anleihen/Schuldscheindarlehen 5.528 4.520
davon Hybridanleihe 1.364 1.344
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.841 2.302
Leasingverbindlichkeiten 542 382
Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten 304 310
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 310 1.516
Positive Marktwerte aus der Sicherung bilanzieller Risiken -456 -504
Finanzverschuldung 9.069 8.526
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -1.698 -1.662
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte -349 -133
Nettofinanzverschuldung 7.022 6.731
Vorjahreswerte angepasst

Die Nettofinanzverschuldung des Bayer-Konzerns verringerte sich im Geschäftsjahr 2013 auf 6,7 Mrd €. Mittelzuflüssen aus der operativen Geschäftstätigkeit standen Mittelabflüsse für Dividenden und Akquisitionen gegenüber. Der Konzern verfügte zum 31. Dezember 2013 über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 1,7 Mrd € (Vorjahr: 1,7 Mrd €). Am Bilanzstichtag belief sich unsere Finanzverschuldung auf 8,5 Mrd € (Vorjahr: 9,1 Mrd €). Darin enthalten ist die im Juli 2005 begebene nachrangige Hybridanleihe mit 1,3 Mrd €. Bei der Beurteilung der Nettofinanzverschuldung ist zu berücksichtigen, dass die Hybridanleihe von Moody’s zu 75 % und von Standard & Poor’s zu 50 % als Eigenkapital bewertet wird. Verglichen mit klassischem Fremdkapital werden die ratingspezifischen Verschuldungskennziffern des Konzerns daher mit der Hybridanleihe deutlich entlastet. Im Geschäftsjahr 2013 verringerten sich unsere langfristigen Finanzverbindlichkeiten von 7,0 Mrd € auf 5,6 Mrd €. Gleichzeitig erhöhten sich die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten von 2,6 Mrd € auf 3,4 Mrd €.

Letzte Änderung: 28. Februar 2014  Copyright © Bayer AG
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