Abschluss

30. Berichterstattung zu Finanzinstrumenten

Das Risikomanagementsystem des Bayer-Konzerns für das Kreditrisiko, das Liquiditätsrisiko und die einzelnen Marktrisiken (Zinsrisiken, Währungsrisiken und sonstige Preisrisiken) wird einschließlich seiner Ziele, Methoden und Prozesse im Risikobericht des zusammengefassten Lageberichts dargestellt.

30.1 Finanzinstrumente nach Kategorien

Die nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte der einzelnen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten für jede einzelne Kategorie von Finanzinstrumenten dar und leitet diese auf die entsprechenden Bilanzpositionen über. Da die Bilanzpositionen sonstige Forderungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten sowohl Finanzinstrumente als auch nicht finanzielle Vermögenswerte bzw. nicht finanzielle Verbindlichkeiten (z. B. sonstige Steuerforderungen oder Vorauszahlungen für zukünftig zu erhaltende Leistungen) enthalten, dient die Spalte „Nicht finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten“ einer entsprechenden Überleitung.

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte der Finanzinstrumente
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In Ausleihungen und Forderungen innerhalb der sonstigen finanziellen Vermögenswerte sowie in den Finanzverbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet wurden, sind auch Finanzierungs-Leasingforderungen bzw. Finanzierungs-Leasingverbindlichkeiten enthalten, bei denen Bayer der Leasinggeber bzw. Leasingnehmer ist und die folglich nach IAS 17 bewertet werden.

Aufgrund der überwiegend kurzfristigen Laufzeiten für Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten weichen die Buchwerte am Bilanzstichtag nicht signifikant von den beizulegenden Zeitwerten ab.

Der beizulegende Zeitwert von langfristigen Forderungen, Ausleihungen, bis zur Endfälligkeit zu haltenden Finanz­investitionen oder originären Verbindlichkeiten wird als Barwert der zukünftigen Zahlungsmittelzu- oder -abflüsse ermittelt. Die Abzinsung erfolgt unter Anwendung des zum Bilanzstichtag aktuellen laufzeitadäquaten Zinssatzes unter Berücksichtigung der Bonität des Kontrahenten. Sollte ein börsennotierter Preis vorhanden sein, wird dieser als beizulegender Zeitwert angesetzt.

Die beizulegenden Zeitwerte von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten entsprechen notierten Preisen auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte (Stufe 1).

Sofern keine öffentlich notierten Marktpreise existieren, werden für Derivate die beizulegenden Zeitwerte mit Bewertungstechniken basierend auf beobachtbaren Marktdaten zum Bilanzstichtag ermittelt (Stufe 2). Bei der Anwendung von Bewertungstechniken wird das Kreditrisiko der Vertragspartner durch die Ermittlung von Credit Value ­Adjustments berücksichtigt.

Die Bewertung der zugehörigen Devisen- und Warentermingeschäfte erfolgt einzelfallbezogen und mit dem jeweiligen Terminkurs bzw. -preis am Bilanzstichtag. Die Terminkurse bzw. -preise richten sich nach den Kassakursen und -preisen unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen. Die beizulegenden Zeitwerte von Instrumenten zur Sicherung von Zinsrisiken sowie Zinswährungsswaps ergeben sich durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsmittelzu- und -abflüsse und der Berücksichtigung einer Fremdwährungsumrechnung zum Stichtag. Zur Abzinsung dienen Marktzinssätze, die über die Restlaufzeit der Instrumente angewendet werden.

Die Aufwendungen, Erträge, Verluste und Gewinne aus Finanzinstrumenten lassen sich den folgenden Kategorien zuordnen:

Aufwendungen, Erträge, Verluste und Gewinne aus Finanzinstrumenten[Tabelle 4.86]
2013
Auslei-
hungen
und
Forde-
rungen
Bis zur End-
fälligkeit
zu haltende
Finanzin-
vestitionen
Zur Ver-
äußerung
verfügbare
finanzielle
Vermögens-
werte
Zu Handels-
zwecken
gehalten
Zu fortge-
führten An-
schaffungs-
kosten
bewertete
Verbindlich-
keiten
Gesamt
in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio €
Zinserträge 77 1 2 44 151 275
Zinsaufwendungen -54 -559 -613
Erträge/Aufwendungen aus Beteiligungen
Fair-Value-Änderungen -10 -10
Aufwendungen aus Wertminderungen -82 -2 -84
Erträge aus Zuschreibungen 42 42
Gewinne/Verluste aus Währungsumrechnung -506 372 -21 -155
Gewinne/Verluste aus Abgängen 77 77
Sonstige finanzielle Aufwendungen und Erträge -1 -3 6 2
Nettoergebnis -470 1 74 352 -423 -466
Aufwendungen, Erträge, Verluste und Gewinne aus Finanzinstrumenten (Vorjahr)[Tabelle 4.87]
2012
Auslei-
hungen
und
Forde-
rungen
Bis zur End-
fälligkeit
zu haltende
Finanzin-
vestitionen
Zur Ver-
äußerung
verfügbare
finanzielle
Vermögens-
werte
Zu Handels-
zwecken
gehalten
Zu fortge-
führten An-
schaffungs-
kosten
bewertete
Verbindlich-
keiten
Gesamt
in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio €
Zinserträge 145 2 4 174 156 481
Zinsaufwendungen -156 -558 -714
Erträge/Aufwendungen aus Beteiligungen
Fair-Value-Änderungen 21 21
Aufwendungen aus Wertminderungen -96 -6 -102
Erträge aus Zuschreibungen 28 2 30
Gewinne/Verluste aus Währungsumrechnung -129 -1 104 6 -20
Gewinne/Verluste aus Abgängen 1 1
Sonstige finanzielle Aufwendungen und Erträge -4 -30 -34
Nettoergebnis -56 2 143 -426 -337
Vorjahreswerte angepasst

Die Zinsaufwendungen in Höhe von 559 Mio € (Vorjahr: 558 Mio €) aus originären Verbindlichkeiten beinhalteten auch die Erträge und Aufwendungen aus Zinsswaps, die Bestandteil einer bilanziellen Sicherungsbeziehung waren. Die Zins­erträge der finanziellen Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, betrugen 80 Mio € (Vorjahr: 151 Mio €). Zinserträge aus Zinsderivaten, die Bestandteil einer bilanziellen Sicherungsbeziehung waren, betrugen 151 Mio € (Vorjahr: 129 Mio €). Die Fair-Value-Änderungen der zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte resultierten im Wesentlichen aus Warentermingeschäften sowie eingebetteten Derivaten.

Eingebettete Derivate werden von den jeweiligen Basisverträgen separiert. Bei den Basisverträgen handelt es sich in der Regel um Absatz- oder Bezugsverträge aus dem operativen Geschäft. Die Zahlungsströme aus dem Vertrag ändern sich aufgrund der eingebetteten Derivate beispielsweise in Abhängigkeit von Wechselkursschwankungen, Rohstoffpreisschwankungen oder sonstigen Preisschwankungen. Die intern durchgeführte Bewertung von eingebetteten Derivaten erfolgt insbesondere mit der Discounted-Cashflow-Methode, die auf individuellen nicht beobachtbaren Inputfaktoren – unter anderem geplanten Absatz- und Bezugsmengen sowie aus Marktdaten abgeleiteten Preisen – basiert (Stufe 3). Basierend auf diesen beizulegenden Zeitwerten erfolgt ein regelmäßiges Monitoring im Rahmen der quartärlichen Berichterstattung.

Die Entwicklung der auf individuellen nicht beobachtbaren Inputfaktoren basierenden und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten stellte sich per saldo wie folgt dar:

Entwicklung der auf individuellen nicht beobachtbaren Inputfaktoren basierenden
und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten (Saldo) [Tabelle 4.88]
20122013
in Mio €in Mio €
Nettobuchwerte 1.1.3022
Ergebniswirksam erfasste Gewinne/Verluste (–)-16-29
davon zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/Verbindlichkeiten-16-29
Ergebnisneutral erfasste Gewinne/Verluste (–)
Zugänge8
Abgänge
Umgliederungen
Nettobuchwerte 31.12.22-7

In der Berichtsperiode fielen keine Veräußerungsergebnisse an. Ergebniswirksame Veränderungen wurden in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen erfasst.

Derivate, die einen finanziellen Vermögenswert darstellen und Teil eines Globalverrechnungsvertrages sind, jedoch die Aufrechnungskriterien des IAS 32 ganz oder zum Teil nicht erfüllen und lediglich im Falle der Vertragsverletzung oder Insolvenz eines der Vertragspartner durchsetzbar sind, beliefen sich auf einen Betrag in Höhe von 685 Mio € (Vorjahr: 568 Mio €). Damit im Zusammenhang stehende finanzielle Verbindlichkeiten (Derivate) beliefen sich auf 140 Mio € (Vorjahr: 171 Mio €). Derivate, die eine finanzielle Verbindlichkeit darstellen und die gleichen Bedingungen erfüllen, beliefen sich auf einen Betrag in Höhe von 299 Mio € (Vorjahr: 313 Mio €). Damit im Zusammenhang stehende finanzielle Vermögenswerte (Derivate) beliefen sich auf 140 Mio € (Vorjahr: 171 Mio €).

30.2 Fälligkeitsanalyse

Das Liquiditätsrisiko, welchem der Bayer-Konzern aus seinen Finanzinstrumenten ausgesetzt ist, setzt sich aus Verpflichtungen aus zukünftigen Zins- und Tilgungszahlungen für finanzielle Verbindlichkeiten und dem Liquiditätsrisiko aus Derivaten zum Bilanzstichtag – wie in der Tabelle in Anhangangabe [30.3] dargestellt – zusammen.

Daneben bestand ein Liquiditätsrisiko aus einem noch nicht eingezahlten Teil des Gründungsstocks bei der Bayer-Pensionskasse VVaG in Höhe von 1.005 Mio € (Vorjahr: 1.005 Mio €), der in den Folgejahren zu weiteren Auszahlungen bei der Bayer AG führen kann. Dieser Betrag wurde unter Darlehenszusagen ausgewiesen.

Fälligkeitsanalyse der Finanzinstrumente
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30.3 Informationen zu Derivaten

Aus sich ändernden Wechselkursen, Zinssätzen und Rohstoffpreisen ergeben sich Risiken für die beizulegenden Zeitwerte von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten wie auch für zukünftige Zahlungsmittelzu- und -abflüsse. Zur Reduzierung dieser Risiken werden Derivate eingesetzt, die teilweise als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Hedge Accounting designiert werden.

Währungsrisiko

Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit Fremdwährungsderivaten gesichert, ohne dass diese in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung stehen. Eine Fremdwährungsanleihe in britischen Pfund der Bayer AG wurde zum Emissionszeitpunkt mit einem Zinswährungsswap in eine festverzinsliche Euro-Anleihe getauscht. Dieser Zinswährungsswap wurde als Cashflow-Absicherung im Rahmen einer bilanziellen Sicherungsbeziehung designiert. Zusätzlich wurden einzelne Devisentermingeschäfte und Zinswährungsswaps zur Absicherung von konzerninternen Darlehen im Rahmen von bilanziellen Sicherungsbeziehungen als Cashflow-Absicherung designiert.

Schwankungen künftiger Zahlungsmittelzu- und -abflüsse durch nicht-bilanzielle Fremdwährungsrisiken werden teilweise durch den Abschluss von Derivaten, die zum Großteil im Rahmen bilanzieller Sicherungsbeziehungen als Cashflow-Hedges designiert sind, vermieden.

Zinsrisiko

Zur Steuerung des Zinsrisikos werden teilweise bei festverzinslichen Finanzschulden Zinsswaps eingesetzt. Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um die 200 Mio $-Anleihe aus dem Jahr 1995, die 1,3 Mrd €-Anleihe aus dem Jahr 2005 und die 1,3 Mrd €-Anleihe aus dem Jahr 2009. Die entsprechenden Finanzschulden und Sicherungsgeschäfte stehen in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung (Fair-Value-Hedge).

In Bezug auf Fair-Value-Hedges sind hinsichtlich des Sicherungsinstruments im Berichtszeitraum 65 Mio € Verlust (Vorjahr: 30 Mio € Gewinn) angefallen. Dem gesicherten Grundgeschäft sind 65 Mio € Gewinn (Vorjahr: 27 Mio € Verlust) zuzuordnen.

Rohstoffrisiko

Auch für Preisänderungsrisiken von Beschaffungsgeschäften erfolgt eine teilweise Begrenzung von Schwankungen künftiger Zahlungsmittelzu- und -abflüsse durch den Abschluss von Sicherungsgeschäften.

Weitere Angaben zu Cashflow-Hedges

Das kumulierte sonstige Ergebnis aus Cashflow-Hedges hat sich durch Veränderungen der beizulegenden Marktwerte von Derivaten nach Steuern um einen Betrag von 157 Mio € erhöht (Vorjahr: 28 Mio €). Im Berichtsjahr sind zunächst erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasste Marktwertänderungen von Derivaten, die als Cashflow-Hedges designiert waren, in Höhe von 156 Mio € als Ertrag (Vorjahr: 148 Mio € Aufwand) realisiert worden. Analog wurden entsprechende anteilige latente Steuern von 46 Mio € als Steueraufwand (Vorjahr: 43 Mio € Steuerertrag) realisiert.

Im Berichtsjahr sind ebenso wie im Vorjahr keine wesentlichen ineffektiven Teile der Sicherungsbeziehungen ergebniswirksam geworden.

Die aus bilanziellen Sicherungsbeziehungen (Cashflow-Hedges) erfassten Beträge im kumulierten sonstigen Ergebnis resultierten überwiegend aus Gewinnen in Höhe von 171 Mio € (Vorjahr: 89 Mio €) im Zusammenhang mit der Fremdwährungsabsicherung geplanter zukünftiger Umsätze in Fremdwährung. Davon werden 120 Mio € Gewinne (Vorjahr: 71 Mio €) innerhalb eines Jahres und 51 Mio € Gewinne (Vorjahr: 18 Mio €) in den darauffolgenden Jahren durch Umklassifizierung in die Gewinn- und Verlustrechnung erfolgswirksam.

Zum Jahresende bestanden die folgenden nach wesentlichen Kategorien geordneten Geschäfte mit den angegebenen beizulegenden Zeitwerten. Soweit Derivate in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung standen, ist dies jeweils als Davon-Vermerk angegeben:

Beizulegende Zeitwerte der Derivate[Tabelle 4.90]
31.12.2012 31.12.2013
Nominal-
wert*
Beizulegende Zeitwerte Nominal-
wert*
Beizulegende Zeitwerte
Positiv Negativ Positiv Negativ
in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio €
Währungssicherung bilanzieller Risiken 10.477 180 -227 14.535 348 -260
Devisentermingeschäfte 8.705 180 -65 10.519 286 -58
davon Cashflow-Hedges 330 14
Devisenoptionen 1.752 23
Zinswährungsswaps 1.772 -162 2.264 39 -202
davon Cashflow-Hedges 1.461 -159 2.132 38 -200
Währungssicherung nicht-bilanzieller Risiken 4.554 127 -24 3.925 194 -19
Devisentermingeschäfte 3.418 108 -19 3.191 153 -17
davon Cashflow-Hedges 3.314 107 -18 3.000 150 -15
Devisenoptionen 1.136 19 -5 734 41 -2
davon Cashflow-Hedges 355 13 -2 407 40
Zinssicherung bilanzieller Risiken 5.066 267 -67 3.851 146 -47
Zinsswaps 5.066 267 -67 3.851 146 -47
davon Fair-Value-Hedges 3.960 212 2.745 107
Rohstoffpreissicherung 47 11 -5 16 2 -1
Warentermingeschäfte 30 11 -5 10 1 -1
Warenoptionsgeschäfte 17 6 1
Gesamt 20.144 585 -323 22.327 690 -327
davon kurzfristige Derivate 13.776 381 -118 17.091 533 -106
für Währungssicherung 12.713 275 -90 15.785 446 -81
für Zinssicherung** 1.016 95 -23 1.300 85 -24
für Warensicherung 47 11 -5 6 2 -1
* Der beizulegende Zeitwert wird als Brutto-Volumen ausgewiesen, welches auch wirtschaftlich geschlossene Positionen beinhaltet.
** Der beizulegende Zeitwert aus langfristigen Zinsswaps, der aus kurzfristigen Zinszahlungen resultierte, wurde als kurzfristig ausgewiesen.
Letzte Änderung: 28. Februar 2014  Copyright © Bayer AG
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