Abschluss

5. Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

Die Ressourcenallokation und die Bewertung der Ertragskraft der Geschäftssegmente werden bei Bayer durch den Vorstand als Hauptentscheidungsträger wahrgenommen. Die Segment- und Regionenabgrenzung sowie die Auswahl der dargestellten Kennzahlen erfolgen in Übereinstimmung mit den internen Steuerungs- und Berichtssystemen („Management Approach“). Es werden dieselben Rechnungslegungsvorschriften zugrunde gelegt, wie sie für den Konzern in Anhangangabe [4] beschrieben sind.

Der Bayer-Konzern wird über strategische Geschäftseinheiten in Form von Divisionen (HealthCare), Geschäftsbereichen (CropScience) und Business Units (MaterialScience) gesteuert, die aufgrund der wirtschaftlichen Merkmale des Geschäfts, der Art der Produkte und Produktionsprozesse, der Art der Kundenbeziehung sowie der Charakteristika der Vertriebs­organisation und des regulatorischen Umfelds in berichtspflichtige Segmente zusammengefasst werden. Zum 31. Dezember 2013 besteht der Konzern aus drei Teilkonzernen, die sich in vier berichtspflichtige Segmente aufteilen.

Die Segmente umfassen die folgenden Aktivitäten:

Aktivitäten je Segment[Tabelle 4.16]
HealthCare
Pharma



Entwicklung, Produktion und Vertrieb verschreibungspflichtiger Arzneimittel wie z.B. zur Empfängnisverhütung, zur Behandlung der Hämophilie, zur Blutverdünnung, zur Behandlung von Multipler Sklerose, Krebserkrankungen, Bluthochdruck sowie Infektionen
Consumer Health




Entwicklung, Produktion und Vertrieb von rezeptfreien Arzneimitteln, Dermatologieprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln, Tierarzneimitteln und Tierpflegeprodukten sowie Diagnosetechnik wie Blutzuckermessgeräte und Medizinprodukte wie Injektionsgeräte und Kontrastmittel für Diagnoseverfahren
CropScience
CropScience



Entwicklung, Produktion und Vertrieb eines umfassenden Produktportfolios in den Bereichen Saatgut und Pflanzeneigenschaften, Pflanzenschutz sowie Garten, Landschaftspflege und Schädlingsbekämpfung außerhalb der Landwirtschaft
MaterialScience
MaterialScience



Entwicklung, Produktion und Vertrieb von hochwertigen Polymer-Werkstoffen im Bereich Polyurethane, Polycarbonate, Lack- und Klebstoffrohstoffe sowie funktionaler Folien; Produktion und Vertrieb von ausgewählten anorganischen Grundchemikalien

Geschäftsaktivitäten, die keinem anderen Segment zugeordnet werden können, sind unter „Alle sonstigen Segmente“ ausgewiesen. Hierzu zählen vor allem die Dienstleistungen der Servicebereiche Business Services, Technology Services und Currenta.

Die Bayer-Holding-Gesellschaften, die Eliminierung der Intersegment-Umsatzerlöse sowie Mehr- oder Minderaufwendungen aus einer höheren oder niedrigeren Performance der Bayer-Aktie im Rahmen der konzernweiten langfristigen aktienbasierten Vergütung werden in der Segmentberichterstattung als „Corporate Center und Konsolidierung“ dargestellt.

In der Überleitung der Tabelle Kennzahlen nach Regionen werden konzerninterne Posten und Transaktionen eliminiert (Interregionen-Umsatzerlöse) sowie Erträge, Aufwendungen, Vermögenswerte und Schulden, die den Regionen nicht direkt zuzuordnen sind, ausgewiesen. Hierzu gehört insbesondere das Corporate Center.

Die Segmentdaten wurden auf folgende Weise ermittelt:

  • Die Intersegment-Umsätze zeigen die Umsatzerlöse, die zwischen den Segmenten getätigt wurden. Die Verrechnungspreise für konzerninterne Umsatzerlöse werden marktorientiert festgelegt (Arm’s-Length-Prinzip).
  • Das EBIT vor Sondereinflüssen und das EBITDA vor Sondereinflüssen sind Kennzahlen, die nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften nicht definiert sind, für den Bayer-Konzern jedoch wichtige Steuerungsgrößen bedeuten. Sondereinflüsse sind einmalige bzw. in ihrer Art oder Höhe nicht regelmäßig wiederkehrende Effekte. Das EBITDA entspricht dem EBIT gemäß Gewinn- und Verlustrechnung zuzüglich Abschreibungen und abzüglich Wertaufholungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.
  • Der Brutto-Cashflow entspricht dem Ergebnis nach Steuern zuzüglich Ertragsteueraufwand zuzüglich Finanzergebnis abzüglich gezahlter bzw. geschuldeter Ertragsteuern zuzüglich Abschreibungen abzüglich Wertaufholungen zuzüglich bzw. abzüglich Veränderungen der Pensionsrückstellungen abzüglich Gewinne bzw. zuzüglich Verluste aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten abzüglich Gewinne aus der Neubewertung bisheriger Vermögenswerte bei stufenweisem Unternehmenserwerb. Die Position „Veränderung Pensionsrückstellungen“ umfasst sowohl die Korrektur nicht zahlungswirksamer Effekte im EBIT als auch Auszahlungen aufgrund unserer Pensionsverpflichtungen.
  • Der Netto-Cashflow entspricht dem Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit nach IAS 7 (Statement of Cash Flows).
  • Im Investitionswert und im Vermögen sind sämtliche Vermögenswerte enthalten, die einem Segment dienen und deren Anschaffungsausgaben eine Verzinsung erfordern. Das Segmentvermögen beinhaltet darüber hinaus die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte, bei denen die Verzinsung durch den Verkaufserlös abgedeckt wird. Entsprechend enthalten die Segmentverbindlichkeiten die zur Veräußerung gehaltenen Rückstellungen und Verbindlichkeiten. Wesentliche Beteiligungen, die einen direkten Bezug zum operativen Geschäft aufweisen, werden ebenfalls im Investitionswert und im Segmentvermögen berücksichtigt. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden im Investitionswert während der bilanziellen Nutzungsdauer zu Anschaffungs- und Herstellungskosten angesetzt. Unverzinsliches Fremdkapital wird im Investitionswert abgezogen; angegeben sind jeweils die Stichtagswerte zum 31. Dezember.
  • Der CFRoI ist ein Maßstab für die Verzinsung des eingesetzten Kapitals und wird berechnet als Brutto-Cashflow abzüglich der Reproduktion des abnutzbaren Anlagevermögens, dividiert durch den durchschnittlichen Investitionswert des jeweiligen Jahres.
  • Die Equity-Positionen betreffen die Ergebnisse und Buchwerte der nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen.
  • Da die finanzielle Steuerung unserer Konzerngesellschaften zentral über die Bayer AG erfolgt, werden Finanzverbindlichkeiten nicht direkt den einzelnen Segmenten zugeordnet. Grundsätzlich enthalten die in der Position Verbindlichkeiten ausgewiesenen Segmentschulden daher keine Finanzverbindlichkeiten. Diese sind in der Überleitung enthalten.
  • Die Anzahl der Mitarbeiter (Festanstellungen und befristete Arbeitsverhältnisse) wird in Vollzeitbeschäftigte (FTE) umgerechnet dargestellt. Teilzeitbeschäftigte werden dabei gemäß ihrer vertraglichen Arbeitszeit proportional berücksichtigt. Auszubildende sind in dieser Kennzahl nicht enthalten.

Effekte der im laufenden Geschäftsjahr erstmals angewendeten Rechnungs-legungsvorschriften und sonstigen Änderungen von Bilanzierungsmethoden auf die Segmentberichterstattung

Die erstmals im laufenden Geschäftsjahr angewendeten Rechnungslegungsvorschriften, die in Anhangsangabe [3] beschrieben werden, sowie die Umstellung des Ausweises der langfristigen aktienbasierten Vergütung wirkten sich auf die Segmentberichterstattung aus. Zur Steigerung der Transparenz und Aussagekraft der Segmentberichterstattung sowie zur Verbesserung von Planungs- und Steuerungsprozessen hat Bayer im Geschäftsjahr 2013 die Zuordnung der aktienbasierten Vergütung (LTI – Long Term Incentive) zu Segmenten angepasst. Danach wird den einzelnen operativen Segmenten jeweils ein normalisierter LTI-Aufwand auf Basis einer Zielerreichung von 100 % zugerechnet. Mehr- oder Minderaufwendungen aus einer höheren oder niedrigeren Performance der Bayer-Aktie werden nicht mehr den operativen Segmenten, sondern der Überleitung (Corporate Center und Konsolidierung) zugewiesen. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.

Die Auswirkungen der Bilanzierungsänderungen auf die wesentlichen Kennzahlen der Segmente kann nachfolgender Tabelle entnommen werden:

Bilanzierungsänderungen wesentlicher Kennzahlen nach Segmenten 2012[Tabelle 4.17]
2012
vor Bilanzierungs-
änderungen
Bilanzierungsänderungen nach Bilanzierungs-
änderungen
IAS 19R (2011) IFRS 11 LTI
Wechsel zu anteiliger Einbeziehung Wechsel zur Equity-Methode
in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio €
Umsatzerlöse 39.760 -8 -11 39.741
Pharma 10.803 -5 10.798
Consumer Health 7.809 -3 7.806
CropScience 8.383 8.383
MaterialScience 11.503 -8 -4 11.491
Alle sonstigen Segmente 1.259 1 1.260
Corporate Center und Konsolidierung 3 3
EBIT 3.960 -3 -27 -2 3.928
Pharma 1.075 -5 1 33 1.104
Consumer Health 1.079 -1 23 1.101
CropScience 1.539 1 16 1.556
MaterialScience 597 2 -27 -1 10 581
Alle sonstigen Segmente -82 -1 -1 9 -75
Corporate Center und Konsolidierung -248 -91 -339
EBIT vor Sondereinflüssen 5.671 -3 -27 -2 5.639
Pharma 2.298 -5 1 33 2.327
Consumer Health 1.438 -1 23 1.460
CropScience 1.526 1 16 1.543
MaterialScience 629 2 -27 -1 10 613
Alle sonstigen Segmente 35 -1 -1 9 42
Corporate Center und Konsolidierung -255 -91 -346
EBITDA vor Sondereinflüssen 8.284 -3 1 -2 8.280
Pharma 3.203 -5 1 33 3.232
Consumer Health 1.865 -1 23 1.887
CropScience 2.008 1 16 2.025
MaterialScience 1.251 2 1 -1 10 1.263
Alle sonstigen Segmente 207 -1 -1 9 214
Corporate Center und Konsolidierung -250 -91 -341

Überleitungsrechnungen

Die nachfolgenden Tabellen enthalten die Überleitungsrechnungen des EBITDA vor Sondereinflüssen, des EBIT vor Sondereinflüssen und des EBIT zum Ergebnis vor Ertragsteuern des Konzerns sowie die Überleitung des Vermögens und der Verbindlichkeiten der Segmente zum Konzernvermögen bzw. zu den Konzernverbindlichkeiten.

Überleitung vom EBITDA vor Sondereinflüssen der Segmente zum Ergebnis vor
Ertragsteuern des Konzerns[Tabelle 4.18]
20122013
in Mio €in Mio €
EBITDA vor Sondereinflüssen der Segmente8.6218.876
EBITDA vor Sondereinflüssen Corporate Center-341-475
EBITDA vor Sondereinflüssen 8.2808.401
Abschreibungen vor Sondereinflüssen der Segmente-2.636-2.624
Abschreibungen vor Sondereinflüssen Corporate Center-5-4
Abschreibungen vor Sondereinflüssen -2.641-2.628
EBIT vor Sondereinflüssen der Segmente5.9856.252
EBIT vor Sondereinflüssen Corporate Center-346-479
EBIT vor Sondereinflüssen5.6395.773
Sondereinflüsse der Segmente-1.718-839
Sondereinflüsse Corporate Center7
Sondereinflüsse-1.711-839
EBIT der Segmente4.2675.413
EBIT Corporate Center-339-479
EBIT3.9284.934
Finanzergebnis-752-727
Ergebnis vor Ertragsteuern3.1764.207
Vorjahreswerte angepasst
Überleitung vom Segment- zum Konzernvermögen[Tabelle 4.19]
20122013
in Mio €in Mio €
Vermögen der operativen Segmente46.05046.336
Vermögen Corporate Center265179
Nicht verteilte Vermögenswerte5.0034.802
Konzernvermögen51.31851.317
Vorjahreswerte angepasst
Überleitung von den Segment- zu den Konzernverbindlichkeiten[Tabelle 4.20]
20122013
in Mio €in Mio €
Verbindlichkeiten der operativen Segmente18.67817.225
Verbindlichkeiten Corporate Center3.4102.842
Nicht verteilte Verbindlichkeiten10.67910.446
Konzernverbindlichkeiten32.76730.513
Vorjahreswerte angepasst

Hinsichtlich der Überleitungsrechnung der Segmentumsätze zu den Konzernumsätzen wird auf die Darstellung innerhalb der Kennzahlen nach Segmenten verwiesen (Anhangangabe [1]).

Informationen über geografische Gebiete

Die Außenumsätze nach Verbleib sowie die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen teilten sich regional wie folgt auf:

Informationen über geografische Gebiete[Tabelle 4.21]
Außenumsatz
nach Verbleib
Immaterielle Vermögens-
werte und Sachanlagen
2012201320122013
in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €
Deutschland4.6404.86212.94512.806
USA8.2448.3516.0976.836
China3.1133.3052.3962.349
Sonstige23.74423.6397.2176.800
Gesamt39.74140.15728.65528.791
Vorjahreswerte angepasst

Informationen über wichtige Kunden

Im Geschäftsjahr 2013 und im Vorjahr wurden mit keinem Kunden mehr als 10 % der Umsatzerlöse des Bayer-Konzerns getätigt.

Letzte Änderung: 28. Februar 2014  Copyright © Bayer AG
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