Lagebericht & Ergänzungen | Grundlagen des Konzerns

12.5 Biodiversität

Bei Bayer gilt seit Anfang 2013 eine neue konzernweite Biodiversitäts-Position, in der die zuvor bereits existierende Position des Teilkonzerns CropScience aufgegangen ist. Sie berücksichtigt Einflüsse auf die Biodiversität entlang der gesamten Wertschöpfungskette und die nachhaltige Nutzung von Rohstoffen. Ein besonderer Fokus liegt auf Produktinnovationen mit spezifischem Nutzen für die Biodiversität.

Alle Teilkonzerne bekennen sich in dieser Position zur „Convention on Biological Diversity“ (Biodiversitäts-Konvention). In dieser Konvention verpflichteten sich die Industrieländer im Oktober 2012, Entwicklungsländer in Zukunft stärker dabei zu unterstützen, die internationalen Biodiversitätsziele umzusetzen.

eingeschränkt geprüft

Online-Ergänzung: 3-12.5-1

Die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten von CropScience umfassen die Stärkung der Pflanzengesundheit, die Bereitstellung von Hilfeleistungen zur Bekämpfung invasiver Arten sowie die Unterstützung und Implementierung von Maßnahmen des integrierten Pflanzenanbaus. Durch die Produkte von CropScience können Landwirte und Züchter ihre Produktionseffizienz verbessern, mit dem Ziel, den steigenden landwirtschaftlichen Flächenbedarf zu reduzieren und so Raum für wertvolle, artenreiche Ökosysteme zu erhalten.

Im Rahmen der Reform der gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union wird dem Schutz der biologischen Vielfalt auf Basis der „Convention on Biological Diversity“ eine große Bedeutung zugewiesen.

In Ergänzung der bereits angelaufenen Maßnahmen anlässlich des Internationalen Jahres der Biodiversität 2010 hat CropScience im Jahre 2011 weitere Projekte begonnen und auch 2013 fortgeführt. Damit wird auch „Der Aktionsplan der Europäischen Union zur Biodiversität“ in wesentlichen, von uns beeinflussbaren Punkten unterstützt. Zum Schutz und zur Förderung von Bestäuberinsekten wurden am CropScience-Standort Monheim mehrere Blühstreifen vor und auf dem Werksgelände angelegt. Unter dem Motto „Blühende Wege“ richtet sich CropScience an Kommunen, Imker und Privatleute, um ungenutzte Grasstreifen als Trachtflächen (Ernährungsflächen für Bienen) aufzuwerten. Ziel ist es, eine Dynamik in Gang zu setzen, die in der gesamten Bundesrepublik ein Netzwerk blühender Biotope entstehen lässt. 2013 waren es insgesamt neun Standorte, die mit speziellem Saatgut unterstützt wurden. Eine Ausweitung der Aktion ist für 2014 geplant.

Im Oberrheingraben, Deutschland, läuft bereits im vierten Jahr ein Projekt zur Prüfung des Einflusses von Blühstreifen, „Beetle Banks“ und anderen Maßnahmen auf die Populationen von Wildbienen und Schmetterlingen.

2011 startete das europaweit geplante Projekt „Bayer Forward Farming“ mit dem Ziel, die Vereinbarkeit von produktiver Landwirtschaft und dem Erhalt und der Förderung von biologischer Vielfalt in der Agrarlandschaft aufzuzeigen. Zurzeit beteiligen sich Höfe in Deutschland, Belgien, England und Frankreich. Weitere Aktivitäten in den Niederlanden und in Polen sind in Planung.

Auch für HealthCare hat der Erhalt der biologischen Vielfalt einen hohen Stellenwert. Daher unterstützen wir als Mitglied im Verband Forschender Arzneimittelhersteller dessen Position zum UN-Übereinkommen über die biologische Vielfalt. Seit dem 01.06.2013 wird eine neue Biodiversitäts-Policy an den Standorten von HealthCare umgesetzt. Sie berücksichtigt u. a., dass sich HealthCare auf die chemische Synthese von Substanzen unter Anwendung moderner Technologien der medizinischen, kombinatorischen oder computergestützten Chemie konzentriert. Die Erforschung von Naturstoffen stellt keinen Schwerpunkt unserer Arbeit dar, sondern betrifft nur weniger als 5 % unserer Forschungsaktivitäten. Kommen sie bei der Erforschung neuer Arzneimittel zum Einsatz, werden sie im Vorfeld im Hinblick auf das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Biodiversitäts-Konvention) überprüft.

Eine konzernweit gültige Richtlinie legt fest, dass neue Produktionsstandorte nicht in Gebieten errichtet werden dürfen, die durch gesetzliche Vorgaben der jeweiligen Länder hinsichtlich natürlicher Eigenart, biologischer Vielfalt oder anderer Aspekte geschützt sind.

eingeschränkt geprüft

Online-Ergänzung: 3-12.5-2

Wir haben anhand unserer globalen Standortdatenbank („Site Register“) einen aktuellen Koordinatenabgleich zwischen unseren relevanten Produktionsstandorten und international anerkannten Schutzgebieten (ASEAN Heritage, Barcelona Convention, UNESCO-MAB Biosphere Reserve, Wetlands and World Heritage Convention und die Ramsar-Konvention) durchgeführt. Die Analyse ergab, dass drei unserer Standorte weniger als drei Kilometer von Schutzgebieten entfernt liegen. Dabei handelt es sich um Schorren van de Benenden Schelde, Belgien, Niedersächsisches Wattenmeer, Deutschland, und Blesbokspruit, Südafrika. Beispielsweise prüfen wir regelmäßig an den wasserintensiven Standorten Wassernutzung und -einleitung, um signifikante Entnahmen oder Abwassereinleitungen zu vermeiden, die die Schutzgebiete beeinträchtigen könnten.

Letzte Änderung: 25. Juli 2014  Copyright © Bayer AG
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