Abschluss

3. Auswirkungen von neuen Rechnungslegungsstandards

Im laufenden Geschäftsjahr erstmals angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Die erstmalige Anwendung folgender Rechnungslegungsvorschriften hatte eine wesentliche Bedeutung. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

Der in 2011 überarbeitete IAS 19 (Employee Benefits), nachfolgend IAS 19R (IAS 19 revised), beinhaltet geänderte Bilanzierungsvorschriften für leistungsorientierte Altersversorgungspläne und für Abfindungsvereinbarungen. IAS 19R verlangt in Änderung der bisherigen Anwendung die sofortige ergebniswirksame Berücksichtigung eines nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwands. Ferner wird zukünftig ein Nettozinsaufwand auf Basis der Netto-Altersversorgungsverpflichtung unter Anwendung eines Abzinsungssatzes für qualitativ hochwertige Unternehmensanleihen erfolgswirksam erfasst. Neubewertungseffekte aufgrund versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste, Erträge aus Planvermögen ohne bereits als Nettozinsertrag erfasste Beträge sowie Effekte aus der Berücksichtigung der Ansatzobergrenze für Planvermögen werden erfolgsneutral in der Gesamtergebnisrechnung berücksichtigt. Der Nettozinsaufwand wird weiterhin im Finanzergebnis erfasst.

IAS 19R regelt ferner, dass Abfindungsleistungen, die noch in zukünftigen Perioden erdient werden müssen, über die jeweilige Dienstzeit aufwandswirksam zu erfassen sind. Diese Änderung führte zu einer geänderten Bilanzierung für die Aufstockungsleistungen im Rahmen von Altersteilzeitvereinbarungen in Deutschland. Bisher wurden Rückstellungen im Zeitpunkt des Altersteilzeitangebots bzw. des Abschlusses der Altersteilzeitvereinbarung gebildet, auch wenn zukünftig vom Arbeitnehmer noch Leistungen zu erbringen waren.

Die deutschen Versorgungsverpflichtungen aus anderen Versorgungszusagen (insbesondere aus Vor- und Frühruhestandszusagen) wurden aufgrund der klarstellenden Hinweise in IAS 19R aus den Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen in die sonstigen Rückstellungen zu Abfindungsverpflichtungen umgegliedert.

IFRS 11 (Joint Arrangements) regelt die Bilanzierung von gemeinsamen Vereinbarungen und ersetzt die entsprechenden Regelungen des IAS 31 (Interests in Joint Ventures) sowie SIC-13 (Jointly Controlled Entities – Non-Monetary Contributions by Venturers). Eine gemeinsame Vereinbarung liegt vor, wenn der Bayer-Konzern auf Grundlage einer vertraglichen Vereinbarung die zusammen mit einem Dritten geführten Aktivitäten gemeinschaftlich führt. Gemeinschaftliche Führung liegt nur vor, sofern Entscheidungen über die maßgeblichen Tätigkeiten die Einstimmigkeit der beteiligten Parteien erfordern. Gemeinsame Vereinbarungen lassen sich in gemeinschaftliche Tätigkeiten (Joint Operations) und Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) unterscheiden. Vermögenswerte und Schulden sowie Erlöse und Aufwendungen aus gemeinschaftlichen Tätigkeiten werden anteilig, entsprechend den Rechten und Pflichten des Bayer-Konzerns in den Konzernabschluss einbezogen. Der Anteil an einem Gemeinschaftsunternehmen wird unter Berücksichtigung der Regelungen des geänderten IAS 28 (Investments in Associates and Joint Ventures) gemäß der Equity-Methode bilanziert. Die Erstanwendung von IFRS 11 (Joint Arrangements) und IAS 28 (Investments in Associates and Joint Ventures) ist in der EU für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, verpflichtend vorzunehmen. Eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Bayer-Konzern wendet diese Standards seit dem 1. Januar 2013 rückwirkend unter Beachtung der Übergangsvorschriften an.

Aufgrund der erstmaligen Anwendung von IFRS 11 wird das bisher nach der Equity-Methode bilanzierte Unternehmen Lyondell Bayer Manufacturing Maasvlakte VOF, Niederlande, als gemeinschaftliche Tätigkeit bilanziert und demnach anteilig gemäß den entsprechenden Rechten und Pflichten des Bayer-Konzerns in den Konzernabschluss einbezogen. Der im Rahmen der Umgliederung entstandene Unterschiedsbetrag zwischen dem bisher bilanzierten Equity-Buchwert und den anteiligen Netto-Vermögenswerten in Höhe von 15 Mio € wurde als Verminderung der sonstigen Rücklagen berücksichtigt.

Die bisher quotal einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen Bayer IMSA, S.A. de C.V., Mexiko, sowie Bayer Zydus Pharma Private Limited, Indien, werden gemäß IFRS 11 nun mittels der Equity-Methode bilanziert.

Der Anteil an der Baulé S.A.S., Frankreich, wurde für das 1. Quartal 2012 rückwirkend nach der Equity-Methode einbezogen. Vor Anwendung von IFRS 11 wurde die Baulé S.A.S. quotal konsolidiert. Zum 31. März 2012 erfolgte die vollständige Übernahme der Gesellschaft durch den Erwerb der restlichen Anteile. Seit diesem Zeitpunkt wird die Gesellschaft vollkonsolidiert.

Die Effekte der im laufenden Geschäftsjahr erstmals angewendeten neuen Rechnungslegungsvorschriften in Bezug auf die Vergleichsperiode bzw. die Vergleichsstichtage können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.

Bilanzierungsänderungen Gewinn- und Verlustrechnung 2012[Tabelle 4.8]
  2012
  vor Bilanzierungs-
änderungen
Bilanzierungsänderungen nach Bilanzierungs-
änderungen
IAS 19R (2011) IFRS 11
Wechsel zu anteiliger Einbeziehung Wechsel zur Equity- Methode
  in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio €
Umsatzerlöse 39.760 -8 -11 39.741
Herstellungskosten -19.059 -16 5 -19.070
Bruttoergebnis vom Umsatz 20.701 -24 -6 20.671
 
Vertriebskosten -9.987 6 -9.981
Sonstige betriebliche Erträge 1.083 5 -1 1.087
Sonstige betriebliche Aufwendungen -2.958 -8 -3 -1 -2.970
EBIT* 3.960 -3 -27 -2 3.928
 
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen -46 29 -1 -18
Finanzielle Erträge 502 1 503
Finanzielle Aufwendungen -1.168 -70 1 -1.237
Finanzergebnis -712 -70 29 1 -752
 
Ergebnis vor Ertragsteuern 3.248 -73 2 -1 3.176
 
Ertragsteuern -752 29 -723
 
Ergebnis nach Ertragsteuern 2.496 -44 2 -1 2.453
davon auf die Aktionäre der Bayer AG entfallend (Konzernergebnis) 2.446 -44 2 -1 2.403
Ergebnis je Aktie in € 2,96 -0,05 2,91
* EBIT: Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern
Bilanzierungsänderungen Gesamtergebnisrechnung 2012[Tabelle 4.9]
  2012
  vor Bilanzierungs-
änderungen
Bilanzierungsänderungen nach Bilanzierungs-
änderungen
IAS 19R (2011) IFRS 11
Wechsel zu anteiliger Einbeziehung Wechsel zur Equity-Methode
in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio €
Ergebnis nach Ertragsteuern 2.496 -44 2 -1 2.453
davon auf die Aktionäre der Bayer AG entfallend 2.446 -44 2 -1 2.403
Neubewertungen der Nettoverpflichtung aus leistungs­orientierten Versorgungsplänen -2.849 70 -2.779
Ertragsteuern 876 -28 848
Sonstiges Ergebnis aus Neubewertungen der Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Versorgungsplänen -1.973 42 -1.931
Sonstiges Ergebnis, das anschließend nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird -1.973 42 -1.931
Veränderung des Ausgleichspostens aus der Währungsumrechnung ausländischer Tochtergesellschaften -16 -1 -17
Sonstiges Ergebnis aus Währungsumrechnung -16 -1 -17
Sonstiges Ergebnis, das anschließend in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind 135 -1 134
Sonstiges Ergebnis* -1.833 42 -1 -1.792
davon auf die Aktionäre der Bayer AG entfallend -1.829 42 -1 -1.788
Gesamtergebnis 663 -2 2 -2 661
davon auf die Aktionäre der Bayer AG entfallend 617 -2 2 -2 615
* Summe der im Eigenkapital erfolgsneutral erfassten Wertänderungen
Bilanzierungsänderungen Bilanz zum 01.01.2012[Tabelle 4.10]
  01.01.2012
  vor Bilanzierungs-änderungen Bilanzierungsänderungen nach Bilanzierungs-änderungen
IAS 19R (2011) IFRS 11
Wechsel zu anteiliger Einbeziehung Wechsel zur Equity-Methode
in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio €
Langfristige Vermögenswerte
Geschäfts- oder Firmenwerte 9.160 -12 9.148
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 10.295 -11 10.284
Sachanlagen 9.823 66 -2 9.887
Anteile an at-equity bewerteten Beteiligungen 319 -89 35 265
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.364 -17 1 1.348
Latente Steuern 1.311 1 1.312
32.697 1 -40 11 32.669
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 6.368 9 -7 6.370
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.061 -1 7.060
Sonstige Forderungen 1.628 6 2 1.636
Ertragsteuererstattungsansprüche 373 -1 372
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.770 4 -3 1.771
20.068 19 -10 20.077
Gesamtvermögen 52.765 1 -21 1 52.746
Eigenkapital
Sonstige Rücklagen 10.928 3 -23 4 10.912
Aktionären der Bayer AG zurechenbarer Anteil am Eigenkapital 19.212 3 -23 4 19.196
19.271 3 -23 4 19.255
Langfristiges Fremdkapital
Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen 7.870 -83 7.787
Andere Rückstellungen 1.649 78 -1 1.726
Latente Steuern 2.116 3 -3 2.116
20.104 -2 -3 -1 20.098
Kurzfristiges Fremdkapital
Andere Rückstellungen 4.218 -1 4.217
Finanzverbindlichkeiten 3.684 -1 3.683
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.779 7 -1 3.785
Sonstige Verbindlichkeiten 1.630 -2 1 1.629
13.390 5 -2 13.393
Gesamtkapital 52.765 1 -21 1 52.746
Bilanzierungsänderungen Bilanz zum 31.12.2012[Tabelle 4.11]
  31.12.2012
  vor Bilanzierungs-änderungen Bilanzierungsänderungen nach Bilanzierungs-änderungen
IAS 19R (2011) IFRS 11
Wechsel zu anteiliger Einbeziehung Wechsel zur Equity-Methode
in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio €
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen 9.863 37 -2 9.898
Anteile an at-equity bewerteten Beteiligungen 284 -63 4 225
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.324 -17 1 1.308
Latente Steuern 1.581 -1 -1 1.579
32.350 -1 -43 2 32.308
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 6.980 14 -3 6.991
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.431 2 7.433
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 856 1 857
Sonstige Forderungen 1.648 8 -1 1.655
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.695 5 -2 1.698
18.986 27 -3 19.010
Gesamtvermögen 51.336 -1 -16 -1 51.318
Eigenkapital
Sonstige Rücklagen 10.185 1 -21 2 10.167
Aktionären der Bayer AG zurechenbarer Anteil am Eigenkapital 18.469 1 -21 2 18.451
18.569 1 -21 2 18.551
Langfristiges Fremdkapital
Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen 9.373 -127 9.246
Andere Rückstellungen 1.986 125 2.111
Latente Steuern 938 -3 935
19.668 -2 -3 19.663
Kurzfristiges Fremdkapital
Finanzverbindlichkeiten 2.570 -2 2.568
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.295 11 -1 4.305
Sonstige Verbindlichkeiten 1.318 -3 1.315
13.099 8 -3 13.104
Gesamtkapital 51.336 -1 -16 -1 51.318
Bilanzierungsänderungen Kapitalflussrechnung 2012[Tabelle 4.12]
  2012
  vor Bilanzierungs-
änderungen
Bilanzierungsänderungen nach Bilanzierungs-
änderungen
IAS 19R (2011) IFRS 11
Wechsel zu anteiliger Einbeziehung Wechsel zur Equity- Methode
in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio €
Ergebnis nach Ertragsteuern 2.496 -44 2 -1 2.453
Ertragsteuern 752 -29 723
Finanzergebnis 712 70 -29 -1 752
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 2.960 28 2.988
Veränderung Pensionsrückstellungen -542 -39 -581
Brutto-Cashflow 4.599 -42 1 -2 4.556
Zu-/Abnahme Vorräte -674 -5 -1 -680
Zu-/Abnahme Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -452 -3 -455
Zu-/Abnahme Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 539 4 7 550
Veränderung übriges Nettovermögen/Sonstige nicht zahlungswirksame Vorgänge 520 42 -4 1 559
Zu-/Abfluss aus operativer Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow) 4.532 -4 2 4.530
Ausgaben für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte -1.929 -1 1 -1.929
Einnahmen aus dem Verkauf von Sachanlagen und anderen Vermögenswerten 227 3 230
Einnahmen/Ausgaben aus langfristigen finanziellen Vermögenswerten -261 3 -258
Einnahmen/Ausgaben aus kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten 1.329 -1 -1 1.327
Zu-/Abfluss aus investiver Tätigkeit -818 4 -814
Kreditaufnahme 1.309 -1 1.308
Zu-/Abfluss aus Finanzierungstätigkeit -3.782 -1 -3.783
Zahlungswirksame Veränderung aus Geschäftstätigkeit -68 1 -67
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 1.1. 1.770 4 -3 1.771
Veränderung aus Wechselkursänderungen -7 1 -6
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 31.12. 1.695 5 -2 1.698

Folgende neue Rechnungslegungsvorschriften hatten keinen bzw. keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage oder auf das Ergebnis je Aktie.

IFRS 10 (Consolidated Financial Statements) regelt die Aufstellung und Darstellung von Konzernabschlüssen und ersetzt dabei die entsprechenden Regelungen aus IAS 27 (Consolidated and Separate Financial Statements) und SIC-12 (Consolidation – Special Purpose Entities). Der Standard gibt ein für sämtliche Unternehmensformen einheitlich anzuwendendes Beherrschungskonzept vor, welches die Basis zur Abgrenzung des Vollkonsolidierungskreises bildet. Beherrschung ist nur gegeben, wenn die Bayer AG variablen Rückflüssen aus der Beziehung zu einer Gesellschaft ausgesetzt ist und mittels ihrer Verfügungsgewalt über die maßgeblichen Tätigkeiten die Möglichkeit zur Beeinflussung dieser Rückflüsse hat. Die Erstanwendung von IFRS 10 erfolgte rückwirkend unter Beachtung der Übergangsvorschriften.

IFRS 12 (Disclosure of Interests in Other Entities) regelt die Vorschriften zu Anhangangaben im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen sowie zu gemeinsamen Vereinbarungen und strukturierten Unternehmen.

Der überarbeitete IAS 27 (Separate Financial Statements) regelt nun ausschließlich die Bilanzierung von Anteilen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen im IFRS-Einzelabschluss.

Die Erstanwendung der Standards IFRS 10 (Consolidated Financial Statements), IFRS 12 (Disclosure of Interests in Other Entities) und der Änderungen an IAS 27 (Separate Financial Statements) ist in der EU für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, verpflichtend vorzunehmen. Eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Bayer-Konzern wendet diese Standards seit dem 1. Januar 2013 an.

IFRS 13 (Fair Value Measurement) gibt eine einheitliche Definition sowie Grundsätze zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes vor. Der beizulegende Zeitwert wird nunmehr als Preis definiert, der beim Verkauf eines Vermögenswerts zu erzielen oder bei Übertragung einer Schuld zu zahlen wäre. Darüber hinaus erfordert IFRS 13 spezifische Anhang­angaben für zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Die Erstanwendung des IFRS 13 wurde prospektiv vorgenommen.

Durch die Verabschiedung von IFRS 13 (Fair Value Measurement) im Mai 2011 ergaben sich auch für IAS 36 (Impairment of Assets) Folgeänderungen. Die Angabe des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit wurde erforderlich, unabhängig davon, ob eine Wertminderung in Bezug auf die jeweilige Einheit in der laufenden Berichtsperiode erfasst wurde. Zwecks Korrektur dieser unbeabsichtigt zu weit gefassten Angabepflicht änderte das IASB im Mai 2013 IAS 36 durch die Ergänzung „Recoverable Amount Disclosures for Non-Financial Assets“. Die Angabe des erzielbaren Betrags ist nun ausschließlich für zahlungsmittelgenerierende Einheiten zu machen, für die in der laufenden Berichtsperiode eine Wertminderung erfasst wurde. Darüber hinaus sind zusätzliche Angabepflichten erforderlich, sofern bei Vorliegen einer Wertminderung bzw. -aufholung eines Vermögenswertes oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit der erzielbare Betrag dem Nettoveräußerungswert entspricht. Die Änderungen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, anzuwenden. Sofern IFRS 13 bereits angewendet wird, ist jedoch eine vorzeitige Anwendung zulässig. Der Bayer-Konzern macht von der vorzeitigen Anwendung Gebrauch.

Gemäß der im Juni 2011 veröffentlichten Änderung „Presentation of Items of Other Comprehensive Income“ an IAS 1 (Presentation of Financial Statements) erfolgt erstmals im sonstigen Ergebnis innerhalb der Gesamtergebnisrechnung eine separate Darstellung der zukünftig nicht ergebniswirksam umzubuchenden Beträge und derjenigen, die zukünftig ergebniswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung umzubuchen wären.

Die im Dezember 2011 herausgegebene Änderung „Disclosures – Offsetting Financial Assets and Financial Liabilities“ in Bezug auf IFRS 7 verpflichtet, Brutto- und Nettobeträge aus der bilanziellen Saldierung sowie andere bestehende Saldierungsrechte, die nicht die bilanziellen Saldierungskriterien erfüllen, tabellarisch darzustellen, soweit nicht eine andere Darstellungsform angemessener ist.

Im Mai 2012 veröffentlichte das IASB im Rahmen des jährlichen „Improvement“-Projektes den vierten Sammelband „Annual Improvements to IFRSs“. Die Änderungen präzisieren den Ansatz, die Bewertung und den Ausweis von Geschäftsvorfällen, vereinheitlichen Terminologien und sind im Wesentlichen als redaktionelle Korrekturen zu bestehenden Standards zu verstehen.

Mit „Novation of Derivatives and Continuation of Hedge Accounting“ veröffentlichte das IASB im Juni 2013 eine Ergänzung zu IAS 39 (Financial Instruments: Recognition and Measurement). Durch die Ergänzung wird die Fortführung einer bestehenden Sicherungsbeziehung im Rahmen der Novation von Derivaten neu geregelt. Bei einer Novation kommen die ursprünglichen Vertragsparteien eines Derivates überein, dass ein Zentralkontrahent an die Stelle ihrer jeweiligen Gegenpartei treten soll. Durch die Neuregelung können Derivate trotz einer Novation weiterhin als Sicherungsinstrumente in fortbestehenden Sicherungsbeziehungen bestehen bleiben, wenn bestimmte Merkmale kumulativ erfüllt sind. Die Ergänzung ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, anzuwenden. Eine vorzeitige, freiwillige Anwendung ist zulässig. Der Bayer-Konzern macht von der vorzeitigen Anwendung Gebrauch.

Veröffentlichte, aber noch nicht angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Das IASB bzw. IFRS Interpretations Committee hat nachfolgende Standards, Änderungen von Standards bzw. Interpretationen herausgegeben, deren Anwendung jedoch bislang nicht verpflichtend ist. Die Anwendung dieser IFRSs bzw. Interpretationen setzt voraus, dass sie im Rahmen des IFRS-Übernahmeverfahrens (Endorsement) durch die EU angenommen werden.

Im November 2009 veröffentlichte das IASB IFRS 9 (Financial Instruments) mit Regeln zur Kategorisierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte und im Oktober 2010 Regeln zur Kategorisierung und Bewertung von finanziellen Verbindlichkeiten. IFRS 9 definiert zwei anstatt vier Bewertungskategorien für aktivische Finanzinstrumente. Die Kategorisierung basiert zum einen auf dem Geschäftsmodell des Unternehmens, zum anderen auf den Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme des jeweiligen finanziellen Vermögenswerts. Für Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, besteht beim erstmaligen Ansatz das einmalige Wahlrecht, die zukünftigen Änderungen des beizulegenden Zeitwerts im sonstigen Ergebnis in der Gesamtergebnisrechnung zu erfassen. Im November 2013 veröffentlichte das IASB unter dem Titel „Hedge Accounting and Amendments to IFRS 9, IFRS 7 and IAS 39“ weitere Ergänzungen. Schwerpunkt der Ergänzungen ist die grundlegende Überarbeitung der Regelung zum Hedge Accounting mit dem Ziel einer sachgerechteren Darstellung des Risikomanagements im Abschluss. Hiermit verbunden ist auch die Ausweitung der Angabepflichten im Anhang. Darüber hinaus wurde die bisher enthaltene Erstanwendungspflicht des IFRS 9 zum 1. Januar 2015 aufgehoben. Ein konkretes Erstanwendungsdatum ist in der aktuellen Version des IFRS 9 nicht mehr enthalten. Die Übernahme in europäisches Recht steht noch aus und ist voraussichtlich auch erst dann zu erwarten, wenn das IASB alle Teile zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten veröffentlicht hat.

Im Dezember 2011 veröffentlichte das IASB die Ergänzung „Offsetting Financial Assets and Financial Liabilities“ in Bezug auf IAS 32 (Financial Instruments: Presentation). Die Ergänzung zu IAS 32 stellt Details im Zusammenhang mit den Kriterien „unbedingtes Recht zur Aufrechnung“ und „zeitgleiches Settlement“ klar. Die Ergänzungen sind verpflichtend ab dem 1. Januar 2014 anzuwenden. Diese Änderungen werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Das IASB hat im Oktober 2012 mit „Investment Entities“ Änderungen zu IFRS 10, 12 und IAS 27 für Investmentgesellschaften veröffentlicht. Diese werden von der Pflicht zur Konsolidierung von bestimmten Tochtergesellschaften nach IFRS 10 befreit. Sie haben diese stattdessen erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Darüber hinaus werden die Anhangangaben für Investmentgesellschaften in IFRS 12 erweitert. Die Änderungen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, anzuwenden. Diese Änderungen werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Im Mai 2013 gab das IFRS IC die IFRIC Interpretation 21 (Levies) heraus. Die Interpretation behandelt die Bilanzierung öffentlicher Abgaben, bei denen es sich nicht um Ertragsteuern im Sinne des IAS 12 (Income Taxes) handelt. Die Interpretation enthält Leitlinien, wann eine Verpflichtung zur Zahlung einer Abgabe als Verbindlichkeit anzusetzen ist. Die Interpretation ist verpflichtend ab dem 1. Januar 2014 anzuwenden. Die Übernahme in europäisches Recht steht jedoch noch aus. Diese Änderung wird voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Im November 2013 hat das IASB unter dem Titel „Defined Benefit Plans: Employee Contributions“ begrenzte Änderungen zu IAS 19 (Employee Benefits) veröffentlicht. Diese Änderungen betreffen die Erfassung von Arbeitnehmerbeiträgen bzw. Beiträgen Dritter zu leistungsorientierten Pensionsplänen, deren Höhe unabhängig von der Anzahl der Dienstjahre ist. Es wird erlaubt, solche Beiträge in der Periode als Reduktion des laufenden Dienstzeitaufwandes zu erfassen, in der die korrespondierende Arbeitsleistung erbracht wurde. Die Änderungen sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2014 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. Die Übernahme in europäisches Recht steht noch aus. Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.

Im Dezember 2013 hat das IASB im Rahmen der jährlichen „Improvement“-Projekte den fünften und sechsten Sammelband „Annual Improvements to IFRSs“ herausgegeben. Die Änderungen präzisieren den Ansatz, die Bewertung und den Ausweis von Geschäftsvorfällen, vereinheitlichen Terminologien und sind im Wesentlichen als redaktionelle Korrekturen zu bestehenden Standards zu verstehen. Sie sind für Geschäftsjahre anwendbar, die am oder nach dem 1. Juli 2014 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. Die Übernahme in europäisches Recht steht noch aus. Die Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden noch geprüft.

Letzte Änderung: 28. Februar 2014  Copyright © Bayer AG
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