Abschluss

26. Andere Rückstellungen

Die einzelnen Rückstellungskategorien entwickelten sich im Geschäftsjahr 2013 wie folgt:

Entwicklung Andere Rückstellungen[Tabelle 4.75]
SteuernUmwelt-
schutz
Restruk-
turierung
Kunden-
und Liefe-
ranten-
verkehr
Rechts-
streitig-
keiten
PersonalSonstigeSumme
in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €
31.12.20128612833071.3141.6642.2552716.955
Konzernkreis-
änderungen
1-2181119
Zuführung1.505371463.4003461.9683027.704
Inanspruch-
nahme
-1.026-33-189-2.698-981-1.675-248-6.850
Auflösung-137-24-15-387-54-164-45-826
Aufzinsung-43-1
Währungs-
änderungen
-56-11-7-100-41-63-19-297
31.12.20131.1482502421.5309342.3252756.704
Vorjahreswerte angepasst

Für die im Geschäftsjahr 2013 bilanzierten Rückstellungen werden die folgenden Mittelabflüsse erwartet:

Erwartete Mittelabflüsse Andere Rückstellungen[Tabelle 4.76]
SteuernUmwelt-
schutz
Restruk-
turierung
Kunden-
und Liefe-
ranten-
verkehr
Rechts-
streitig-
keiten
PersonalSonstigeSumme
in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €
2014641501761.4297221.5101994.727
2015423238111220517465
2016201614401572249
201730151131122434
2018254236682
2019 und später2001471215727555747
Gesamt1.1482502421.5309342.3252756.704

Den Rückstellungen standen Erstattungsansprüche in Höhe von 318 Mio € (Vorjahr: 594 Mio €) gegenüber, die als Forderung aktiviert wurden. Sie bezogen sich im Wesentlichen auf Erstattungsansprüche aus der Produkthaftung sowie auf Ansprüche aus Umweltschutzmaßnahmen.

26.1 Steuern

Die Rückstellungen für Steuern umfassten Rückstellungen für Ertragsteuern in Höhe von 1.079 Mio € (Vorjahr: 725 Mio €) sowie Rückstellungen für sonstige Steuerarten in Höhe von 69 Mio € (Vorjahr: 136 Mio €).

Weitere Ertragsteuerverpflichtungen gemäß IAS 12 (Income Taxes) bestanden zum Ende des Berichtsjahres in Höhe der bilanzierten Ertragsteuerverbindlichkeiten von 101 Mio € (Vorjahr: 72 Mio €).

26.2 Umweltschutz

Die Rückstellungen für Umweltschutz betrafen im Wesentlichen die Sanierung von kontaminierten Standorten, die Nachrüstung von Deponien sowie Rekultivierungs- und Wasserschutzmaßnahmen.

26.3 Restrukturierungen

Von den Rückstellungen für Restrukturierungen entfielen 189 Mio € (Vorjahr: 237 Mio €) auf Abfindungen und 53 Mio € (Vorjahr: 70 Mio €) auf sonstige Restrukturierungsaufwendungen, die sich im Wesentlichen aus sonstigen mit der Aufgabe von Produktionseinrichtungen verbundenen Kosten zusammensetzten.

Im Teilkonzern HealthCare wurde im November 2010 ein Restrukturierungsprogramm begonnen, das zur nachhaltigen Steigerung der Effizienz des Teilkonzerns führen soll. Die Maßnahmen betrafen alle Funktionsbereiche und sollen neben einer langfristigen Kostenentlastung auch zu einer Verschiebung von Aktivitäten aus den gesättigten Märkten in die Wachstumsländer führen. Wesentliche Einzelmaßnahmen fanden in Deutschland, Japan, Frankreich und in den USA statt. Im Geschäftsjahr bildete die Neuorganisation der Bereiche Medical Care und Dermatology einen Schwerpunkt. Weiterhin wurden Rückstellungen für die Integration erworbener Geschäfte gebildet. Für die genannten und weitere Maßnahmen bestanden zum 31. Dezember 2013 Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 115 Mio €. Davon entfielen 106 Mio € auf Abfindungen und 9 Mio € auf sonstige Restrukturierungsaufwendungen.

Im Teilkonzern CropScience wurde im Laufe des Jahres 2011 ein Restrukturierungsprogramm zur Verbesserung der Kosteneffizienz und zur Steigerung der Flexibilität gestartet und Ende 2013 abgeschlossen. Wesentliche Einzelmaßnahmen fanden in den USA, in Deutschland und in Frankreich statt. In den USA wurden die im Jahr 2011 begonnenen Restrukturierungsmaßnahmen, bei denen mehrere Produktionsanlagen für die Herstellung von Carbamaten sowie ein Formulierungsstandort geschlossen wurden, unter Inanspruchnahme der hierfür gebildeten Rückstellungen weiter umgesetzt. Die Restrukturierungsrückstellungen für die genannten und weitere Maßnahmen betrugen zum 31. Dezember 2013 94 Mio €. Davon entfielen 53 Mio € auf Abfindungen und 41 Mio € auf sonstige Restrukturierungsaufwendungen.

Die Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen im Teilkonzern MaterialScience betrafen im Wesentlichen die Optimierung einzelner Standorte in den USA zur Verbesserung der Kosteneffizienz sowie die Neu­ausrichtung des Systemhaus-Geschäfts in Europa und die damit verbundene Konsolidierung von Produktionsstätten. Die Restrukturierungsrückstellungen betrugen zum 31. Dezember 2013 9 Mio €. Davon entfielen 8 Mio € auf Abfindungen und 1 Mio € auf sonstige Restrukturierungsaufwendungen.

Weiterhin wurden konzernweit Restrukturierungsmaßnahmen zur Einführung von Länder-Plattformen sowie weitere Effizienzsteigerungsmaßnahmen durchgeführt, um eine stärkere Bündelung von Zentralfunktionen zu erreichen. Die Restrukturierungsrückstellungen hierfür betrugen zum 31. Dezember 2013 24 Mio €, von denen 22 Mio € auf Abfindungen und 2 Mio € auf sonstige Restrukturierungsaufwendungen entfielen.

26.4 Kunden- und Lieferantenverkehr

Die Rückstellungen für Kunden- und Lieferantenverkehr umfassten Rückstellungen für Rabatte, Skonti und andere Verkaufspreisanpassungen, Produktrücknahmen, ausstehende Eingangsrechnungen sowie drohende Verluste bzw. belastende Verträge.

26.5 Rechtsstreitigkeiten

Die aus heutiger Sicht wesentlichen Rechtsrisiken und deren Entwicklung werden in Anhangangabe [32] dargestellt.

26.6 Personal

Mit den Personalrückstellungen wird bilanzielle Vorsorge vor allem für variable und individuelle Einmalzahlungen, Überschüsse auf Langzeitkonten, Zahlungen aufgrund von Mitarbeiterjubiläen, Vorruhestandsregelungen und Altersteilzeitvereinbarungen sowie sonstige Personalkosten getroffen. Ferner sind hier die Verpflichtungen aus aktienbasierter Entlohnung ausgewiesen. Abfindungsleistungen aus Restrukturierungen sind unter Rückstellungen für Restrukturierungen ausgewiesen.

Aktienprogramme

Die Aktienprogramme des Bayer-Konzerns sind nach Mitarbeitergruppen differenzierte Kollektivzusagen. Grundsätzlich werden – wie für Vergütungssysteme mit Barausgleich gemäß IFRS 2 (Share-based Payment) vorgesehen – alle Verpflichtungen, die aus den aktienbasierten Programmen hervorgehen, durch Rückstellungen berücksichtigt, deren Höhe zum Bilanzstichtag dem beizulegenden Zeitwert der erdienten Anteile der jeweiligen Zusagen an die Mitarbeitergruppen entspricht. Alle daraus resultierenden Wertänderungen werden aufwandswirksam erfasst.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der für die jeweiligen Programme gebildeten Rückstellungen:

Entwicklung Rückstellungen für aktienbasierte Programme[Tabelle 4.77]
Aktien-
Incentive-
programm
Aktien-
Beteili-
gungs-
programm
Aspire I
drei- jähriges
Programm
Aspire II
drei- jähriges
Programm
Aspire I
vier- jähriges
Programm
Aspire II
vier- jähriges
Programm
Summe
in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €in Mio €
31.12.20120620265482188
Zuführung292165259
Inanspruch-
nahme
-3-18-25-46
Auflösung-2-1-10-9-22
Währungs-
änderungen
-2-8-10
31.12.20130500134230369

Der Wert der Aspire-Programme, die zum Jahresende 2013 vollständig erdient waren und zu Beginn des Jahres 2014 zur Auszahlung kamen, betrug 136 Mio € (Vorjahr: 46 Mio €).

Der Gesamtperiodenaufwand für alle aktienorientierten Vergütungsprogramme betrug 275 Mio € (Vorjahr: 177 Mio €), davon entfielen 4 Mio € (Vorjahr: 4 Mio €) auf das BayShare-Aktien-Beteiligungsprogramm und 12 Mio € (Vorjahr: 10 Mio €) auf gewährte virtuelle Bayer-Aktien, die einen Bestandteil der langfristigen Vergütung bilden.

Die Höhe des beizulegenden Zeitwerts der Verpflichtungen aus den aktienbasierten Programmen wurde auf der Grund­lage einer Monte-Carlo-Simulation ermittelt, die auf folgenden wesentlichen Parametern basierte:

Parameter Monte-Carlo-Simulation[Tabelle 4.78]
20122013
Dividendenrendite2,66 %2,14 %
Risikoloser Zinssatz vierjähriges Programm0,155%0,644 %
Volatilität Bayer-Aktie27,40 %27,06 %
Volatilität EURO STOXX 5024,54 %22,54 %
Korrelation zwischen dem Bayer-Aktienkurs und dem EURO STOXX 500,750,77

Langfristiges Vergütungsprogramm für Mitglieder des Vorstands sowie für die obere Führungsebene (Aspire I)

Mitglieder des Vorstands und Mitarbeiter der oberen Führungsebene sind seit dem Jahr 2005 zur Teilnahme an Aspire I berechtigt, soweit sie nach vorgegebenen Richtlinien eine individuell festgelegte Anzahl an Bayer-Aktien erwerben und dieses Eigeninvestment über die Programmlaufzeit halten. Bemessungsbasis für Aspire I ist ein individueller, positionsabhängiger Prozentwert vom jährlichen Grundgehalt (Aspire-Zielbetrag). In Abhängigkeit von der absoluten Kursentwicklung der Bayer-Aktie sowie von der relativen Performance im Vergleich zum Aktienindex EURO STOXX 50, jeweils bezogen auf eine dreijährige bzw. – seit der im Jahr 2010 aufgelegten regulären Tranche – vierjährige Performance-Periode, wird nach Ablauf des Programms an die Teilnehmer ein Betrag von maximal 300 % des Aspire-Zielbetrags für vierjährige Tranchen bzw. 200 % für dreijährige Tranchen ausgezahlt. Im Jahr 2010 wurde zusätzlich letztmalig eine Tranche mit dreijähriger Performance-Periode aufgelegt. Diese endete mit Ablauf des Jahres 2012 und wurde zu Beginn des Geschäftsjahres in maximaler Höhe (200 %) ausgezahlt.

Langfristiges Vergütungsprogramm für das mittlere Management (Aspire II)

Für die übrigen Führungskräfte und für das mittlere Management wird seit dem Jahr 2005 Aspire II angeboten. Das Programm wurde 2012 auf weitere leitende Angestellte ausgedehnt. Es entspricht in seinen Grundzügen Aspire I. Im Gegensatz zu diesem ist ein Eigeninvestment in Bayer-Aktien allerdings nicht erforderlich. Zudem wird die Performance ausschließlich an der absoluten Kursentwicklung der Bayer-Aktie gemessen. Der maximal erreichbare Ertrag ist auf 250 % des Aspire-Zielbetrags für vierjährige Tranchen bzw. auf 150 % für dreijährige Tranchen begrenzt. Die im Jahr 2010 letztmalig ausgegebene dreijährige Tranche endete mit Ablauf des Jahres 2012 und wurde zu Beginn des Geschäftsjahres in maximaler Höhe (150 %) ausgezahlt.

BayShare 2013

Allen Managementebenen und Tarifmitarbeitern wurde unter dem Namen „BayShare“ ein Aktien-Beteiligungsprogramm angeboten, bei dem Bayer einen Zuschuss zu einem Eigeninvestment in Bayer-Aktien gewährt. Die Höhe des Zuschusses, der jährlich neu festgelegt wird, belief sich auf 20 % (Vorjahr: 20 %) des Zeichnungsbetrags. Die Mitarbeiter gaben einen festen Betrag an, für den sie Aktien zeichnen wollten. Je nach Position des Mitarbeiters war der Gesamtbetrag für den Aktienerwerb in Deutschland auf 2.500 € (Vorjahr: 2.500 €) bzw. 5.000 € (Vorjahr: 5.000 €) begrenzt. Die erworbenen Aktien unterliegen einer Veräußerungssperre, die jeweils am 31. Dezember des Jahres endet, das dem Jahr des Aktienerwerbs folgt. Diese ist unabhängig vom Verbleib des Mitarbeiters im Konzern.

Im Jahr 2013 wurden im Rahmen des BayShare-Programms insgesamt rund 242.600 Aktien (Vorjahr: 304.500 Aktien) durch die Mitarbeiter erworben.

Aktienprogramme der Jahre 2003–2004

Die in den Jahren 2003 und 2004 aufgelegten Aktienprogramme basieren auf ähnlichen Grundstrukturen für die jeweilige Mitarbeitergruppe. Veränderungen der entsprechenden Verpflichtungen werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert im Abschluss berücksichtigt. Der Anspruch auf Ausschüttungen aus diesen Programmen ist an die Bedingung geknüpft, dass die Bayer-Aktien über die Programmlaufzeit gehalten werden. Die Tranchen aus dem Jahr 2003 liefen im Geschäftsjahr 2013 aus.

Die Bedingungen der im Jahr 2004 ausgegebenen noch laufenden Programme, für die zum 31.12.2013 Rückstellungen in Höhe von 5 Mio € gebildet wurden, sind in der folgenden Übersicht zusammengefasst:

Aktienprogramme des Jahres 2004[Tabelle 4.79]
Aktien-
Incentive-
programm
Aktien-
Beteili-
gungs-
programm
Ausgabejahr 2004 2004
Ursprüngliche Laufzeit in Jahren 10 10
Sperrfrist bzw. Zuteilungstermine ab Ausgabe in Jahren 2/6/10 2/6/10
Performance-Kriterium ja nein

Aktien-Incentiveprogramm

Für das mittlere Management wurde bis 2004 ein Aktien-Incentiveprogramm begeben. Die Teilnehmer erhalten zu definierten Zeitpunkten während der jeweils zehnjährigen Programmlaufzeit den Gegenwert einer bestimmten Anzahl von Bayer-Aktien. Für je zehn Aktien, die die Mitarbeiter als Eigeninvestment in das Programm eingebracht haben, sind dies nach zwei Jahren zwei Aktien, nach sechs bzw. zehn Jahren jeweils vier weitere Aktien. Die Bedingung für die Incentivierung ist, dass die Programmteilnehmer die eingebrachten Aktien am betreffenden Incentivierungszeitpunkt in einem hierfür eingerichteten Mitarbeiter-Depot halten und der seit Programmauflegung erzielte prozentuale Kursanstieg der Bayer-Aktie über dem des Aktienindex EURO STOXX 50 liegt. Die durch die Mitarbeiter eingebrachten Aktien können während der Programmlaufzeit verkauft werden, wobei die verkauften Aktien vom folgenden Incentivierungstermin an nicht mehr incentivierungsberechtigt sind. Die Zahl der Aktien, die vom einzelnen Mitarbeiter in das Programm eingebracht werden konnten, war wertmäßig auf die Hälfte seiner leistungsabhängigen Bonuszahlung für das jeweilige vorangegangene Geschäftsjahr begrenzt.

Aktien-Beteiligungsprogramm

Das bis einschließlich 2004 geltende Aktien-Beteiligungsprogramm für die weiteren Mitarbeitergruppen entspricht in seiner Struktur dem Aktien-Incentiveprogramm, wobei sich die Incentivierung ausschließlich an der Haltedauer der als Eigeninvestment der Mitarbeiter in das Programm eingebrachten Bayer-Aktien orientiert. Die Incentivierungsleistung ist gegenüber dem Aktien-Incentiveprogramm halbiert. Nach zwei Jahren Haltedauer wird je zehn Aktien Eigeninvestment der Gegenwert einer Bayer-Aktie gewährt, nach sechs bzw. zehn Jahren der Gegenwert jeweils zwei weiterer Aktien.

26.7 Sonstige

Die sonstigen Rückstellungen enthalten Rückstellungen für sonstige Verbindlichkeiten, Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten aus Unternehmenszusammenschlüssen, Entsorgungsverpflichtungen – sofern nicht als Rückstellung für Umweltschutz erfasst – sowie Rückstellungen für Gewährleistungen.

Letzte Änderung: 28. Februar 2014  Copyright © Bayer AG
http://www.geschaeftsbericht2013.bayer.de