Lagebericht & Ergänzungen | Grundlagen des Konzerns

12.4 Abfall und Recycling

Durch systematisches Abfallmanagement werden bei Bayer Materialverbräuche und Entsorgungsmengen möglichst gering gehalten. Dazu dienen nach Abfallarten getrennte, sichere Entsorgungswege und ökonomisch sinnvolle Recyclingverfahren. Einfluss auf die Abfallmengen und Verwertungswege haben außerdem Produktionsschwankungen und Sanierungsarbeiten an Gebäuden und auf Betriebsgeländen.

Im Jahr 2013 ist die Gesamtmenge des erzeugten Abfalls um rund 11 % zurückgegangen. Dies ist vor allem auf den Abschluss eines umfangreichen Bodensanierungsprojekts am CropScience-Standort Thane, Indien, zurückzuführen. Der Standort wurde inzwischen verkauft. Auch am HealthCare-Standort Orizaba, Mexiko, wurde ein Bodensanierungsprojekt abgeschlossen, was zu einem weiteren Rückgang der Abfälle führte.

Erzeugter* Abfall[Tabelle 3.12.7]
20092010201120122013
Gesamtabfallerzeugung (in 1.000 t/a)9148079581.014899
Erzeugung gefährlichen Abfalls**375354474603467
Davon gefährlicher Abfall aus der Produktion302325354397417
Spezifische Menge gefährlicher Produktionsabfälle (in %)3,473,123,233,543,77
* Nur von Bayer erzeugter Abfall
** Definition von gefährlichem Abfall entsprechend der jeweiligen lokalen Gesetzgebung

Die Menge der entsorgten Abfälle ist entsprechend dem allgemeinen Rückgang der Abfallmenge um 10,4 % gesunken. Dies hatte in 2013 jedoch keine signifikanten Auswirkungen auf die Verteilung der Abfälle auf die unterschiedlichen Entsorgungswege.

eingeschränkt geprüft

Online-Ergänzung: 3-12.4-1

Abfall nach Entsorgungsart[Tabelle 3.12.7-1]
2009 2010 2011 2012 2013
Gesamtmenge entsorgten Abfalls* (in 1.000 t/a) 918 809 966 1.021 915
davon zur Deponie (in %) 40 32 38 36 32
davon zur Verbrennung (in %) 28 36 33 33 38
davon zur Verwertung (in %) 31 31 28 29 27
Abfall, der nicht eindeutig zugeordnet werden kann (in %) 1 1 1 2 2
* Bayer dient an verschiedenen Standorten als zertifizierter Abfallentsorgungsbetrieb und entsorgt dort zusätzlich zu seinen Abfällen auch die Abfälle dritter Firmen, die nicht zu Bayer gehören. Deshalb ist die Menge der entsorgten Abfälle leicht unterschiedlich zu den Abfällen, die von Bayer produziert worden sind.
Erzeugter gefährlicher Abfall* nach Entsorgungsart[Tabelle 3.12.7-2]
20092010201120122013
in 1.000 t/ain 1.000 t/ain 1.000 t/ain 1.000 t/ain 1.000 t/a
Gesamtmenge erzeugten gefährlichen Abfalls 375354474603467
davon zur Deponie 895612217553
davon zur Verbrennung/Verwertung 286298352428414
* Nur von Bayer erzeugter Abfall

Recycling

Die Wiederverwertung unserer Materialien unterliegt neben ökonomischen und ökologischen Kriterien der Einhaltung gesetzlicher Anforderungen. Insbesondere im Arzneimittel- und Pflanzenschutzbereich bestehen dadurch Beschränkungen. Innerhalb des gesetzlichen Rahmens entwickeln wir in allen Unternehmensbereichen Möglichkeiten für die Wiederverwertung.

Im Berichtsjahr lag die Menge rezyklierter Abfälle bei knapp 250.000 t (27 %) der insgesamt entsorgten Abfälle und damit zwei Prozentpunkte unter dem Vorjahr. Zahlreiche Beispiele für Recyclingmaßnahmen belegen das Engagement von Bayer.

eingeschränkt geprüft

Online-Ergänzung: 3-12.4-2

HealthCare bindet am Standort Bergkamen, Deutschland, das bei der Verbrennung von Abfällen aus der Röntgenkontrastmittelproduktion freigesetzte Iod und arbeitet es zu einer Iodid-Lösung auf, die vermarktet wird. Mit diesem Verfahren konnten so im Jahr 2013 rund 220 t Iod wiedergewonnen und -verwertet werden.

CropScience fördert die Erstellung von Richtlinien zur Rücknahme von Pflanzenschutzmittelverpackungen in Zusammenarbeit mit nationalen Industrieverbänden. Der Teilkonzern setzt sich außerdem global für den Aufbau effizienter Rücknahmesysteme zusammen mit assoziierten Rücknahmeorganisationen ein. 2013 lag die Menge an gespülten Primärverpackungen, die gesammelt und zum wesentlichen Teil verwertet werden konnten, bei 2.250 t (ungefähr 85 % der Gesamtmenge). Das PAMIRA-System zur sicheren und umweltgerechten Entsorgung von Pflanzenschutz- und Flüssigdüngerverpackungen wurde in den 1990er-Jahren von der Pflanzenschutz-Industrie und dem Handel auf freiwilliger Basis eingeführt. Die Rücknahmemenge in Deutschland steigt seit 2010 stetig an. 2013 wurden 2.666 t Verpackungen angenommen und einer kontrollierten, umweltgerechten Verwertung zugeführt.

MaterialScience unterstützt die Verwertung seiner Kunststoff-Produkte und daraus gefertigter Artikel u. a. durch intensive Mitarbeit in Verbänden und Gremien wie der Nachhaltigkeitsplattform von PlasticsEurope. Darüber hinaus ist der Teilkonzern Gesellschafter der BKV GmbH, der Kompetenzplattform für Kunststoff-Verwertung der deutschen Industrie. Auch in der eigenen Produktion verwendet MaterialScience Recycling-Material, das aus Kunststoff-Abfällen gewonnen wird. Solche hochwertigen Sekundärrohstoffe werden zur Herstellung bestimmter Typen technischer Thermoplaste eingesetzt. Zu den aktuellen Produkten zählt eine flammgeschützte Kunststoff-Mischung für Gehäuse von Fernsehgeräten, die zu 30 % aus alten PET-Wasserflaschen produziert wird.

MaterialScience hat sich zudem 2013 der Initiative „Zero Pellet Loss“ des Verbandes PlasticsEurope angeschlossen. Hierbei geht es darum, auf allen Stufen im Lebenszyklus von thermoplastischen Produkten den Austritt von Kunststoff-Granulat zu vermeiden. Dazu sollen vor allem Produktions- und Logistikprozesse überprüft werden.

Currenta hat ein Verfahren zur thermischen Behandlung von Verbundwerkstoffen entwickelt. Das Verfahren zerstört alle organischen, brennbaren Stoffe, wandelt die freiwerdende Wärme in nutzbaren Dampf um und setzt die nutzbaren Wertmetalle mit bis zu 99 % Wiederfindungsquote frei. Ebenfalls zum Aufgabenbereich von Currenta gehört das Recycling der Gewerbeabfälle, der Materialien aus Rückbauten sowie von Chemieabfällen an den Chempark-Standorten. Dies umfasst die Untersuchung der Bauten auf Altlasten, die umweltgerechte Entsorgung des Bauschutts und die Verwertung aller anfallenden Wertstoffe. Im Jahr 2013 konnten durch die Recyclingmaßnahmen von Currenta rund 46.000 t Baustoffe, 40.000 t Metall sowie 12.000 t Chemikalien wie Schwefelsäure, Lösemittel oder Iod wieder in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden.

Letzte Änderung: 28. Februar 2014  Copyright © Bayer AG
http://www.geschaeftsbericht2013.bayer.de